Unihockey
Liga-Topskorer Michael Schiess kehrt St.Gallen temporär den Rücken

Der Schweizer Nationalspieler Michael Schiess wechselt temporär zum schwedischen Team Thorengruppen SK, weil die Schweizer Liga bis Ende November unterbrochen ist.

Natalie Brägger
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Der letztjährige Schweizer Liga-Topskorer Michael Schiess soll beim schwedischen Aufsteiger Thorengruppen SK für mehr Torgefahr sorgen.

Der letztjährige Schweizer Liga-Topskorer Michael Schiess soll beim schwedischen Aufsteiger Thorengruppen SK für mehr Torgefahr sorgen.

Michel Canonica

Die Schweizer Unihockey-Meisterschaft wurde bereits vergangene Woche aufgrund der aktuellen Coronasituation unterbrochen. Nationalspieler Michael Schiess erhielt daraufhin das Angebot, mit dem Team Thorengruppen SK in der Svenska Superliga (SSL) zu trainieren und so erste Gehversuche in der höchsten schwedischen Spielklasse zu unternehmen.

Offensivpower für den Aufsteiger

Die SSL gilt als beste Liga der Welt. Aufsteiger Thorengruppen SK wartet nach vier absolvierten Spielen noch auf den ersten Saisonsieg. Schiess, letztjähriger Schweizer Liga-Topskorer, soll mithelfen, den ersten Vollerfolg zu bewerkstelligen.

Der 23-Jährige, der an der Pädagogischen Hochschule in Gossau studiert, ist bereits am Sonntag nach Umea geflogen und wird dort in den Trainings- und Meisterschaftsbetrieb einsteigen. Sobald die Meisterschaft in der Schweizer NLA wieder startet, kehrt der Waldstätter nach St. Gallen zurück.

Schiess sagt zu seinem Entscheid:

«Es ist in meinen Augen eine supercoole Chance, in der SSL Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig keine Spiele in der Schweiz zu verpassen. Ich werde sehr viel profitieren können und mit vielen neuen Eindrücken und Ideen zurückkehren.»

Wie lange er in Schweden bleibt, ist ungewiss. Der schweizerische Unihockeyverband prüft derzeit, ob der Spielbetrieb in der NLA früher als in den anderen Ligen wieder aufgenommen werden soll, da die NLA-Teams in den Bereich professioneller Sport fallen und deshalb ohne Einschränkungen trainieren können.

«Ich bin mir der Situation durchaus bewusst und stelle mich auf eine allfällige rasche Rückkehr ein. Natürlich hoffe ich, dass wir bald in der Schweiz wieder Unihockey spielen können, aber klar möchte ich auch das Abenteuer Schweden ein wenig erleben», sagt Schiess dazu.

Auch für Stammverein Waldkirch-St.Gallen positiv

Für Roman Brülisauer, sportlicher Leiter bei Waldkirch-St. Gallen, hat der Transfer durchaus positive Seiten:

«Wir möchten Michael die Chance ermöglichen, seinen Unihockey-Horizont zu erweitern. Letzten Endes profitieren wir auch davon. Der temporäre Transfer gibt anderen Spielern die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen.»