UNIHOCKEY: Ernüchterndes 1:14

Wenn zwei vergebene Penaltys Nebensache sind, ist das ein schlechtes Zeichen für den NLA-Club Red Lions Frauenfeld.

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Bereits im ersten Drittel mussten die Frauenfelderinnen viel einstecken. Der Respekt vor dem ­Titelverteidiger UHC Dietlikon zeigte sich in Form von Nervosität. Nach vier Minuten erzielten die Zürcherinnen ihr erstes Tor. Damit wurde ein Torreigen des Heimteams initiiert. Praktisch jeder der folgenden Angriffe endete mit einem Treffer. Frustriert über die zahlreichen Gegentore, gelang es den Red Lions nicht mehr, ihr eigenes Spiel aufzuziehen. Die Thurgauerinnen waren vor allem mit Defensivarbeit beschäftigt, wobei sie aber zu wenig aggressiv agierten. Im Angriff waren sie zu inkonsequent und konnten sich keinen nachhaltigen Ballbesitz erarbeiten. Nach dem ersten Drittel hiess es bereits 6:0 für Dietlikon.

Im zweiten Abschnitt versuchten die Red Lions Frauenfeld nochmals einen Neuanfang. Ein Stockschlag einer Dietlikerin führte zu einem Penalty zu Gunsten der Gäste. Allerdings liessen die Red Lions diese Chance ungenutzt. Immerhin: Das folgende Überzahlspiel führte zum ersten und einzigen Treffer der Red Lions in diesem Spiel. Andrea Ressnig war die Torschützin zum 1:7. In den darauffolgenden zehn Minuten spielten die Frauenfelderinnen mutiger und lösten sich besser aus der eigenen Spielhälfte. Dennoch erzielten sie keine weiteren Treffer. Die Energie nahm mit jeder verpassten Chancen weiter ab, und so bejubelten die Dietlikerinnen noch vor der zweiten Pause das 8:1.

Gegen Ende nur noch kopflos angerannt

Im letzten Drittel nahmen sich die Frauenfelderinnen ein einziges Ziel vor: Sie wollten die Dietliker Offensivkraft weiterhin abschwächen. In den ersten Minuten gelang das, und es wurden auch wieder mehr eigene Chancen herausgespielt. Ein weiterer Penalty kam den Red Lions wie gerufen, um ihr Skore aufzubessern. Doch auch dieser zweite Strafstoss wurde von der Dietliker Torhüterin souverän pariert. Dann spielten die Gäste erneut in Überzahl, die aber nicht so erfolgreich war wie das vorangegangene Powerplay. Und es kam noch schlimmer für Frauenfeld. Der Aussenseiter fing sich eine Strafe ein und kassierte dadurch den neunten Treffer. Damit war die Luft bei den Thurgauerinnen draussen. Sie spielten unorganisiert und rannten kopflos an. Dadurch wurden sie immer wieder aus­gekontert. In den letzten zehn Minuten erzielte Dietlikon fünf weitere Tore.

Mit dieser ernüchternden Niederlage gehen die Frauenfelderinnen in die WM-Pause. Diese Saison scheint es mehr Pausen als Spiele zu geben, was für die Red Lions eine Chance sein kann, um vermehrt an sich zu arbeiten, Kraft zu tanken und wieder ­mentale Stärke aufzubauen. Am 17. Dezember um 16 Uhr geht es mit dem Heimspiel gegen Waldkirch-St. Gallen weiter.

Gioia Niessner