Unihockey
Ein Dämpfer mit ermutigendem Ende: UHC Waldkirch-St.Gallen mit Sieg und Niederlage am Wochenende

Nachdem der UHC Waldkirch-St.Gallen am vergangenen Wochenende einen guten Saisonrestart in die Unihockeymeisterschaft hingelegt hatte, fällt die Bilanz nach den Spielen drei und vier verhaltener aus. Die St.Galler holen gegen direkte Playoffkonkurrenten nur zwei von sechs möglichen Punkten.

Nico Conzett
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Erfolgreicher Abschluss eines mässigen Wochenendes: Die St.Galler bejubeln den Overtime-Siegtreffer gegen Chur Unihockey.

Erfolgreicher Abschluss eines mässigen Wochenendes: Die St.Galler bejubeln den Overtime-Siegtreffer gegen Chur Unihockey.

Paul Wellauer

Die Ausgangslage war vielversprechend. Der UHC Waldkirch-St.Gallen befand sich vor den Wochenendpartien in Schlagdistanz zu Rang sechs, der zur Teilnahme an der Masters Round berechtigt und damit die vorzeitige Playoffqualifikation garantiert. Mit zwei Siegen gegen den HC Rychenberg Winterthur und Chur Unihockey, beide direkte Konkurrenten im Kampf um die begehrten Playoffplätze, hätten die St.Galler die Möglichkeit gehabt, die Ausgangslage weiter zu verbessern.

Unvermögen vor dem Tor wird zum Stolperstein

Der Start zu diesem anspruchsvollen, aber durchaus machbaren Unterfangen glückte. In der Samstagspartie gegen Rychenberg zeigten sich die Ostschweizer im ersten Abschnitt wie schon beim Restart defensiv sattelfest und liessen wenige Chancen seitens der Zürcher zu. Gleichzeitig bereiteten die St.Galler ihrem Gegner mit hohem Forechecking Kopfzerbrechen und eroberten immer wieder Bälle während der Spielauslösung der Winterthurer, was zu mehreren guten Tormöglichkeiten führte.

Das grosse Manko: Sie schafften es nicht, den Ball auch über die Linie zu bugsieren, was einerseits an starken Paraden des Winterthurer Torhüters Nicolas Schüpbach, aber auch am eigenen Unvermögen lag. Welch grossen Einfluss auf das Schlussergebnis dieses Unvermögen am Ende haben würde, liess sich zu diesem Zeitpunkt kaum erahnen.

Kaltschnäuziger als die Heimmannschaft präsentierten sich nämlich die Gäste. Kurz vor Drittelspause landete ein verunglückter Abschlussversuch von Daniel Keller nach einem Freistoss direkt auf Ryan Neubauers Schaufel, welcher nur noch einschieben musste. Trotz engagiertem Start mussten die St.Galler mit einem Rückstand in die Pause.

Altbekannte Probleme

Im zweiten Abschnitt zeigte sich ein altbekanntes Problem auf St.Galler Seite. Michel Wöcke traf zur 2:0-Führung für die Gäste, woraufhin das Team von Trainer Armin Brunner in ein Loch fiel. Innert weniger Minuten vergrösserte sich der St.Galler Rückstand auf vier Tore.

Nebst dem, dass die mentale Schwächephase der Ostschweizer Rychenberg in die Karten spielte, fanden die Winterthurer mittlerweile durch gutes Positionsspiel Wege, das Forechecking zu überspielen, wodurch sie immer wieder Chancen generierten und mehr Sicherheit im Spiel mit Ball ausstrahlten. Zwar brachte der St.Galler Captain Roman Mittelholzer sein Team mit dem ersten Treffer der Partie endlich auf die Anzeigetafel, doch die Gäste liessen sich nicht mehr aus der Ruhe bringen und schaukelten die Partie letzten Endes souverän heim.

Kein Durchkommen: Entweder scheiterten die St.Galler an Winterthur-Goalie Nick Schüpbach oder am eigenen Unvermögen.

Kein Durchkommen: Entweder scheiterten die St.Galler an Winterthur-Goalie Nick Schüpbach oder am eigenen Unvermögen.

Paul Wellauer

Spätestens nach dem Schlusspfiff trauerten die St.Galler den verpassten Möglichkeiten aus dem ersten Abschnitt nach – hätte das Heimteam den Bann zuerst brechen können, der Spielverlauf wäre wohl ein anderer gewesen.

Reaktion am Sonntag wird zur Pflicht

Doch sich in solche Gedankenspiele zu verlieren, war angesichts der bereits am Folgetag anstehenden Partie gegen Chur Unihockey wenig sinnvoll. Trainer Brunner hielt die Analyse bewusst kurz und richtete den Fokus direkt auf den nächsten Gegner. Dieser nahm seinerseits eine Menge Selbstvertrauen aus der Samstagsaffiche mit: Die Churer bodigten Titelanwärter Wiler-Ersigen und erzielten dabei zehn Treffer.

Nichtdestotrotz erwischte das Heimteam den besseren Start. Nach knapp zwei Minuten traf Julian Alder per Volley zur Führung. Diese hatte bis in die Schlussminuten des ersten Abschnitts Bestand, ehe sich die St.Galler ihrer eigentlich ordentlichen Leistung selbst beraubten, indem sie wieder eine beinahe unerklärliche Schwächephase einzogen. Nur zwei Minuten benötigten die Gäste aus Chur, um die Partie zu drehen und mit 3:1 in Führung zu gehen.

Neuverpflichtung: Sami Saarinen läuft leihweise für den UHC Waldkirch-St.Gallen auf.

Neuverpflichtung: Sami Saarinen läuft leihweise für den UHC Waldkirch-St.Gallen auf.

Paul Wellauer

Doch nun war dem Heimteam der Wille, ein ähnliches Szenario wie am Vortag zu verhindern, anzumerken. Die St.Galler rissen das Spieldiktat an sich, die Abschlüsse häuften sich und Christoph Reich im Churer Tor musste sich immer häufiger auszeichnen. Die Bündner beschränkten sich während weiten Teilen der verbleibenden 40 Minuten auf das Verteidigen und schnelle Konter – welche sie vorerst ähnlich ineffektiv nutzten wie die St.Galler ihre Chancen. Der Spielstand lautete nach 40 Minuten 2:5 aus St.Galler Sicht.

Mit einer Willensleistung in die Verlängerung - und zum Sieg

Doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Ostschweizer zwingender. Es schien eine Frage der Zeit, bis endlich der erlösende Anschlusstreffer fallen würde. Leider legten die St.Galler puncto Unvermögen verglichen mit dem Vortag nochmals eine Schippe drauf, weswegen sich die Partie definitiv zur Zerreissprobe entwickelte.

Die Erlösung lieferte erneut Julian Alder, welcher mit seinem dritten Treffer in der 58. Minute ein veritables Schlussfurioso einläutete. Tatsächlich gelang den St.Gallern durch Roman Mittelholzer der umjubelte Ausgleichstreffer 22 Sekunden vor der Sirene. Und als der leihweise von NLB-Team Floorball Thurgau verpflichtete Finne Sami Saarinen in der Verlängerung den Siegtreffer markierte, war das Wochenende zumindest in Teilen gerettet.

Julian Alder (rechts) erzielte drei Tore gegen Chur und wurde zum besten Spieler gewählt.

Julian Alder (rechts) erzielte drei Tore gegen Chur und wurde zum besten Spieler gewählt.

Paul Wellauer

Auftritte mit einigem Analysepotenzial

Obwohl die St.Galler gegen Chur doch noch gewinnen konnten und insbesondere die Art und Weise des Comebacks ein gutes Gefühl hinterlassen dürfte, darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Punkteausbeute über das ganze Wochenende hinweg ungenügend ist. Zudem werfen die absolvierten Partien einige Fragen auf, besonders die nun schon mehrmals eingetretenen Konzentrationsverluste und damit verbundenen Schwächephasen nach einem Gegentor müssen analysiert werden. Ansonsten steht den St.Gallern mit Floorball Köniz am kommenden Wochenende eine beinahe unlösbare Aufgabe bevor.

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