UNGEWOHNT: Schwingen in der Eishalle

Das St. Galler Kantonalschwingfest findet in der Lido-Halle in Rapperswil-Jona statt. Der Zuzwiler Mitfavorit Daniel Bösch kehrt nach einer Verletzung ins Sägemehl zurück.

Ives Bruggmann
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Ein ungewohnter Anblick: Im Rapperswiler Eisstadion liegt das Sägemehl für das Schwingfest bereit. (Bild: Markus Timo Rüegg)

Ein ungewohnter Anblick: Im Rapperswiler Eisstadion liegt das Sägemehl für das Schwingfest bereit. (Bild: Markus Timo Rüegg)

Ives Bruggmann

Für Daniel Bösch ist das Schwingfest in der Eishalle von Rapperswil-Jona eine Premiere. «Ich habe noch nie mitten im Sommer in einer Halle ein Schwingfest absolviert», sagt der 1,93 Meter grosse gebürtige Toggenburger. Dementsprechend könne er auch nicht sagen, wie es sei, in einer Eishalle zu schwingen. «Schlussendlich geht es aber um den Sport. Daran ändert sich ja nichts.»

In der Tat haben sich die Organisatoren vor allem aufgrund der Wetterunabhängigkeit für die Eishalle entschieden. Als der organisierende Schwingerverband Rapperswil und Umgebung vor vier Jahren in Benken letztmals ein St. Galler Kantonalfest durchführte, wurde das Fest verregnet. Bauchef Guido Murer sieht aber noch weitere Vorteile. «Wir können auf eine bestehende und funktionierende Infrastruktur zurückgreifen», sagt er. Zudem hätten die Zuschauer von allen Sitzplätzen aus eine gute Übersicht auf alle fünf Schwingplätze.

Doch für morgen sind die Wetterprognosen ausgezeichnet. Es werden 30 Grad und Sonnenschein erwartet. Bereut der Bauchef bereits, dass das Schwingfest drinnen stattfindet? «Überhaupt nicht. Bei diesen hohen Temperaturen ist es sogar ein Vorteil. Die Zuschauer und die Schwinger sind nicht der prallen Sonne ausgesetzt», sagt Murer. Wie die Eishalle bei den Zuschauern ankommt, werde man sehen. «Wir haben gesagt, wir wollen es einmal versuchen.»

Starke Gäste fordern Forrer und Bösch

Aus sportlicher Sicht scheint die Ausgangslage nach der Absage des Bünders Armon Orlik offen. Bösch und Arnold Forrer werden versuchen, den Tagessieg im Kanton St. Gallen zu behalten. Nicht weniger als zehn weitere Eidgenossen aus den Kantonen Appenzell, Thurgau, Glarus, Zürich, Graubünden und Schwyz werden in Rapperswil-Jona am Start sein. Der Zuzwiler Bösch kehrt nach einem Nasenbeinbruch, den er sich Anfang April zuzog, wieder ins Wettkampfgeschehen zurück. Nachdem die Nase gerichtet wurde, konnte Bösch zwar wieder in den Kraftraum. In den Schwingkeller kehrte er aber erst in dieser Woche zurück. Trotz fehlender Routine gibt Bösch ein Minimalziel aus. «Ich gehe ans Fest, um den Kranz zu gewinnen.» Alles andere werde man sehen. Im ersten Gang wartet auf den fünffachen Sieger des St. Galler Kantonalen bereits der erste Eidgenosse: Roger Rychen. Der Glarner steigerte sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich und durfte sich als Höhepunkt in Estavayer zum Eidgenoss krönen lassen. «Absolut verdient», wie Bösch sagt. Dies zeige auch die Schlussgangteilnahme am Zürcher Kantonalen vor einer Woche.

Unspunnen-Schwinget als Saisonhöhepunkt

Der Höhepunkt in dieser Saison ist das Unspunnenfest in Interlaken. Im Berner Oberland wird Bösch als Titelverteidiger antreten. Und darauf ist auch seine Planung ausgerichtet. «Die vergangene Saison hat mir bestätigt, dass wir gut geplant haben», so Bösch. Am Eidgenössischen sicherte er sich am Saisonhöhepunkt mit einer Topleistung den siebten Rang. Die Bestform will Bösch also Ende August erreicht haben. Bis dahin sind alle Feste nur ein Etappenziel auf dem Weg zum Unspunnen-Schwinget.

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