Ungenügendes Defensivverhalten

Der HC Thurgau kassierte gestern bei den Neuenburger Young Sprinters eine keinesfalls zwingende 4:6-Niederlage. Die Entscheidung fiel in den Schlussminuten. markus rutishauser

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Steve «Chelli» Kellenberger setzt zu einer weiteren Thurgauer Offensivaktion an. (Bild: Mario Gaccioli)

Steve «Chelli» Kellenberger setzt zu einer weiteren Thurgauer Offensivaktion an. (Bild: Mario Gaccioli)

Der HC Thurgau kassierte gestern bei den Neuenburger Young Sprinters eine keinesfalls zwingende 4:6-Niederlage.

Die Entscheidung fiel in den Schlussminuten.

markus rutishauser

eishockey. Die Mannschaft von Trainer Erwin Kostner kehrte gestern wieder auf die Verliererstrasse zurück. Gegen einen wirklich nicht übermächtigen Gegner bekundeten sie nicht nur einmal mehr Probleme mit der Chancenverwertung, sondern liessen auch ein ordentliches Backchecking vermissen. Die «Leuen» fanden vor gerade mal 120 Zuschauern nie zu einem druckvollen Spiel, und für einmal blieb auch Teamleader Armin Helfer eher blass.

Ungenügendes Überzahlspiel

Der HCT erwischte den besseren Start und besass durch Müller schon nach 63 Sekunden die erste Grosschance. Statt 0:1 hiess es aber in der 4. Minute 1:0; der Tscheche Dlouhy überwand Keeper Flückiger im zweiten Anlauf. Etwas mehr als eine Minute später schaffte Lemm jedoch bereits den Ausgleich. Die Partie lebte in der Folge vor allem von Kampf und Krampf. Gelungene Passfolgen über mehr als zwei Stationen hatten Seltenheitswert. Abplanalp (10.) und Christen (15.) schossen die Neuenburger wieder mit 3:1 in Front. Während die Ostschweizer zuvor zwei Überzahlmöglichkeiten ungenützt verstreichen liessen, brauchten die Gastgeber nur einen Anlauf; Kradolfer hatte für einen unnötigen Check gegen den Kopf 2 plus 10 Minuten kassiert. Am Zweitore-Vorsprung konnten sich die Young Sprinters allerdings nur 43 Sekunden lang erfreuen, dann entwischte erneut Lemm mit einem Steilpass von Helfer und liess Gigon keine Abwehrchance. Das 3:2 stand auch in der ersten Drittelspause auf der Anzeigetafel, weil beide Teams in der Folge im Abschluss sündigten. HCT-Goalie Flückiger bewahrte seine Kollegen in der 18. Minute mit einer starken Stockhandabwehr vor dem 2:4.

Zu Beginn des mittleren Abschnitts steigerte sich das Team von Trainer Erwin Kostner und kam in der dritten Überzahl endlich zum Torjubel. Fehr war es dieses Mal, der im Slot den Puck auf Pass von Brunner an Gigon vorbei ins Netz schlenzte (26.). Obschon Chancen da waren, gelang es dem HCT nicht, erstmals in Führung zu gehen. Gerade hatte er eine Unterzahlsituation schadlos überstanden, als der Neuenburger Topskorer Vostrak eine unglücklich von der Bande vors Tor kullernde Scheibe zum 4:3 einschieben konnte (34.). Aber auch hier gelang den «Leuen» postwendend eine Reaktion: Erneut funktionierte das Powerplay und Plankl reagierte vor dem Tor am schnellsten. Vom 4:3 bis zum 4:4 waren nur gerade 72 Sekunden verstrichen.

Späte Entscheidung

Der Schlussabschnitt war dann geprägt von zahlreichen Strafen und entsprechend zähflüssig. Zumindest hinsichtlich weiterer Tore verliefen die ersten zehn Minuten ereignislos. Obschon der HCT spielerisch und technisch über weite Strecken der Partie überlegen war, jubelten am Ende die Neuenburger. Zuerst lenkte Dlouhy einen Querpass in die Maschen (54.) und dann war es schliesslich wiederum Topskorer Vostrak, der die Entscheidung mit dem 6:4 herbeiführte. Der Tscheche traf 54 Sekunden vor dem Ende ins leere Tor, das Flückiger erst 14 Sekunden zuvor zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte. Im Gegensatz zu den beiden HCT-Ausländern Helfer (ordentlich) und Hogeboom (kaum gesehen) schossen die beiden Young-Sprinters-Tschechen die entscheidenden Treffer.

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