Unerwartet auf dem Podest

Fabienne Suter wird im Super-G von St. Anton Dritte und ist die beste Fahrerin in einem starken Schweizer Team. Siegerin Tina Maze schreibt mit ihrem ersten Sieg in dieser Disziplin Geschichte.

Urs Huwyler/St. Anton
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Fabienne Suter krönt mit ihrem dritten Platz im gestrigen Super-G die gute Teamleistung der Schweizerinnen am zweiten Renntag in St. Anton. (Bild: epa/Robert Jäger)

Fabienne Suter krönt mit ihrem dritten Platz im gestrigen Super-G die gute Teamleistung der Schweizerinnen am zweiten Renntag in St. Anton. (Bild: epa/Robert Jäger)

SKI ALPIN. Der Frauen-Rennsport verfügt derzeit mit Weltcup-Leaderin Tina Maze und der stärksten Österreicherin Anna Fenninger über eine Doppelspitze. Im Super-G blieben die beiden nur durch vier Hundertstelsekunden getrennt, in der von der Amerikanerin Alice McKennis gewonnen Abfahrt belegten die Technikerinnen mit Speed-Qualitäten die Ränge drei und vier.

Nach ihrem lang ersehnten ersten Sieg im Super-G – zuvor war Maze achtmal aufs Podest gefahren – hat die in einem Privatteam trainierende Slowenin in jeder Disziplin ein Weltcuprennen gewonnen. Damit setzte sich Maze auf die gleiche Stufe wie Lindsey Vonn sowie frühere Grössen des Frauenrennsports wie Petra Kronberger aus Österreich, Janica Kostelic aus Kroatien, sowie die beiden Schwedinnen Pernilla Wiberg und Anja Pärson.

Fehler im Zielhang

Gemeinsam mit Maze triumphierte auch der Schweizer Skihersteller Stöckli. Die Slowenin präsentierte sein Produkt in dieser Saison bereits zum 13. Mal auf dem Podest. Begleitet wurde sie diesmal von Markenkollegin Fabienne Suter, die in ihrer Comeback-Saison nach einem Kreuzbandriss als Dritte ihren ersten Podestplatz herausfahren konnte. «Die Plazierung freut mich, doch Maze und Fenninger fuhren dem Rest davon. Ausserdem lagen die Hundertstel dieses Mal auf meiner Seite», sagte Suter über ihr Rennen. Ein Fehler im Zielhang kostete sie viel Zeit, im Ziel lag die Schwyzerin nur eine Hundertstelsekunde vor Lindsey Vonn und einen Zehntel vor Maria Höfl-Riesch.

Eigentlich ruhten die Hoffnungen am Speed-Wochenende bei den Schweizerinnen auf Lara Gut. Die Tessinerin hatte in der einzigen Trainingsfahrt für die Abfahrt die schwierige Piste im Griff gehabt. Doch im Rennen konnte die sie den Eindruck aus dem Training nicht bestätigen. Nach den ausgiebigen Schneefällen präsentierte sich die zuvor pickelharte Karl-Schrank-Piste zahm und weich. Gut kam mit den veränderten Bedingungen nicht zurecht und stürzte im Klassement regelrecht ab. Sie klassierte sich auf dem 38. Platz, noch fünf Plätze vor Marianne Kaufmann-Abderhalden, die mit einem grossen Fehler im Mittelteil eine bessere Klassierung vergab. Für Mirena Küng reichte es als 28. immerhin noch zu drei Weltcuppunkten.

Gute Schweizer Teamleistung

Obwohl das Team von Cheftrainer Hans Flatscher in St. Anton die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte, zeigten die Schweizerinnen eine gute Teamleistung. In der überraschend von der Amerikanerin Alice McKennis dominierten Abfahrt klassierten sich neben der erkälteten Dominique Gisin als Sechste auch Fränzi Aufdenblatten als Elfte und Nadja Kamer als Zwölfte im erweiterten Spitzenfeld.

In der Paradedisziplin Super-G erinnerten die Schweizerinnen hingegen an frühere Zeiten. Neben Suter erreichten auch Gut als Siebte, Aufdenblatten als Neunte sowie Gisin als Elfte ein starkes Resultat.

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