Challenge League
Unentschieden – der FC Wil bringt auch die Grasshoppers in Bedrängnis

Der FC Wil zeigt eine starke Leistung und ringt dem Rekordmeister ein 1:1 ab. Für die Gäste ist dieser Punktgewinn schmeichelhaft.

Gianluca Lombardi
Merken
Drucken
Teilen
Tician Tushi (links) trifft dieses Jahr bereits zum vierten Mal für den FC Wil

Tician Tushi (links) trifft dieses Jahr bereits zum vierten Mal für den FC Wil

Bild: Gianluca Lombardi

Der Wiler Auftritt hatte es in sich. Die jungen Wilden von Trainer Alex Frei spielten gegen den Rekordmeister von Beginn weg mutig auf. So war es nicht verwunderlich, dass die Ostschweizer dem Führungstreffer im ersten Durchgang deutlich näher waren als die Gäste aus Zürich. Immer wieder zeigten die St.Galler gute Aktionen in der Angriffauslösung.

Über mangelnde Arbeit konnte sich die Abwehr der Grasshoppers in dieser ersten Halbzeit nicht beklagen. Selbst bei eigenem Ballbesitz war höchste Vorsicht geboten. Die Wiler standen hoch und griffen immer wieder sofort den ballführenden Spieler an. Mateo Matic, Torhüter der Zürcher, war nicht selten die gesuchte Anspielstation.

Bis zur ersten nennenswerten Torchance der favorisierten Grasshoppers dauerte es rund eine halbe Stunde. Der Abschluss aus der Distanz war aber kein Problem für den sicheren Wiler Torhüter. Einer Führung deutlich näher war der Captain des FC Wil. Nach einem Corner stieg Philipp Muntwiler am höchsten, doch sein Kopfball konnte von Matic auf der Linie geklärt werden.

Wenig gute Torchancen

Es war ein Spiel auf Augenhöhe, mit einem FC Wil, der ein weiteres Mal eine äusserst attraktive Seite von sich zeigte. Wäre eine Führung zur Pause nötig gewesen, hätte diese wohl eher den Ostschweizern zugestanden. In der Summe hatte aber auch dieses 0:0 seine Richtigkeit.

Nicht immer mit dem Gezeigten einverstanden war Alex Frei, was sich aber kaum auf den fussballerischen Auftritt bezog. Nach einer gelben Karte gegen Bledian Krasniqi kritisierte er lautstark die Leistung von Schiedsrichter Luca Cibelli und sah dafür die gelbe Karte. Damit ist der Wiler Cheftrainer gegen Chiasso gesperrt und muss sich die Partie aus der Ferne ansehen.

Starke zweite Halbzeit

Beide Mannschaften legten nach dem Seitenwechsel zu. Dem Führungstreffer weiterhin näher waren die Wiler. GC-Leihgabe Marcin Dickenmann hätte den FC Wil in Führung bringen müssen. Er tauchte alleine im Strafraum der Grasshoppers auf, verzog aber seinen Abschluss. Die Antwort der Zürcher kam und fiel energisch aus. André Santos setzte seinen Torschuss an die Latte.

Knapp eine Stunde war gespielt, als dann endlich ein erstes Mal gejubelt werden durfte. Wils Tician Tushi, derzeit in überragender Form, brachte sein Team in Führung. Er setzte sich im Strafraum geschickt durch und bezwang GC-Goalie Matic. Nur fünf Minuten später hatte wohl manch einer den nächsten Torschrei auf den Lippen. Doch Wils Silvio verzog aus bester Position, weiterhin 1:0.

Späte Tore als Spezialität

Dass die Grasshoppers Platz eins belegen, hat einen gewichtigen Grund. Es ist ihre Effizienz. Diese unterstrichen sie auch an diesem Abend, als Christian Ponde mit einem wuchtigen Abschluss zum Ausgleich für die Zürcher traf. Wer GC in den vergangenen Wochen beobachtet hat, musste nun ein wenig nervös werden. Doch die Wiler hielten dagegen und gewannen einen nächsten Punkt.

Einmal mehr sicherten sich die Grasshoppers kurz vor Ende einen Zähler. Aus Sicht der Wiler ist es nicht vermessen, von zwei verlorenen Punkten zu sprechen.

Wil – Grasshoppers 1:1 (0:0)
Bergholz – keine Zuschauer – Sr. Cibelli.
Tore: 58. Tushi 1:0. 83. Ponde 1:1.
Wil: Köhn; Izmirlioglu, Muntwiler, Sauter; Kamber, Krasniqi; Dickenmann, Tushi (91. Koide), Fazliu, Kronig; Silvio (76. Haile-Selassie).
Grasshoppers: Matic; Fehr, Cvetkovic, Toti, Lenjani; Schmid (86. Ronan); Gjorgjev, Santos, Pusic (75. Kalem), Ribeiro (65. Ponde); Demhasaj (75. Bonatini).
Bemerkungen: Wil ohne Talabidi (krank), Ismaili, Abazi (beide verletzt), Sarcevic, Camara, Schäppi, Jones, Paunescu, Blasucci, Abubakar, Mettler, Klein und Krunic (alle nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Da Silva (gesperrt), Salvi, Buur, Acheffay, Morandi (alle verletzt), Yang, Arigoni, Keller, Carvalho und Mesonero (alle nicht im Aufgebot). – 51. Lattenschuss André Santos.
Verwarnungen: 35. Krasniqi, 62. Schmid, 82. Fazliu, 86. Kamber, 96. Cvetkovic.