Unangenehm und unberechenbar

Sieben Siege in sieben Spielen lautete 2013 die Schweizer WM-Bilanz nach der Vorrunde. Wenig spricht dafür, dass dies in diesem Jahr in Minsk wieder der Fall sein wird. Denn nicht alle Gruppengegner liegen Sean Simpsons Equipe.

Matthias Hafen
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Vor dem WM-Auftakt gegen die Schweiz: Alexander Owetschkin (rechts) ruht sich im Training der russischen Mannschaft aus. (Bild: freshfocus/Andy Müller)

Vor dem WM-Auftakt gegen die Schweiz: Alexander Owetschkin (rechts) ruht sich im Training der russischen Mannschaft aus. (Bild: freshfocus/Andy Müller)

EISHOCKEY. Beim Gewinn von WM-Silber 2013 war der erfolgreiche Start für die Schweiz von zentraler Bedeutung. In diesem Jahr bekommt es Simpsons Auswahl zum Auftakt heute um 15.45 Uhr mit Russland zu tun. Morgen um 19.45 Uhr wartet mit den USA der nächste Mitfavorit. Die weiteren Vorrundengegner sind nicht minder unangenehm.

Russland: Owetschkins Mission

Grosser Star des Teams – und auch der einzige – ist Alexander Owetschkin. Die Leaderfigur hätte Russland schon an den Olympischen Spielen in Sotschi Gold bescheren sollen. Damals scheiterte er mit einem Starensemble an den hohen Erwartungen. In Minsk setzen die Russen wieder aufs Kollektiv statt auf individuelle Klasse. Mit diesem Rezept haben sie 2012 in Finnland WM-Gold gewonnen.

USA: Mit Klotens Peter Mueller

Nur fünf Spieler im Kader der USA sind keine NHL-Profis. Einer davon ist Klotens Peter Mueller. Der überragende Skorer der abgelaufenen NLA-Qualifikation soll den Amerikanern nach WM-Bronze im Vorjahr nun zum Titel verhelfen. Der bislang letzte WM-Triumph gelang den USA 1960 zu Hause in Squaw Valley.

Weissrussland: «Geheimfavorit»

Der Schweizer Nationalcoach Sean Simpson bezeichnet den WM-Gastgeber als Geheimfavoriten. Weissrusslands Coach Glen Hanlon hatte als einer der wenigen nicht mit Absagen für dieses Turnier zu kämpfen. Star der Mannschaft ist NHL-Stürmer Michail Grabowski.

Deutschland: Die Rivalität lebt

Ihr 2:0-Erfolg in der WM-Vorbereitung hat gezeigt, dass die Deutschen gegen die Schweizer immer besonders motiviert sind. Im Kader von Coach Pat Cortina steht mit Justin Krueger, dem Sohn des früheren Schweizer Nationaltrainers Ralph Krueger, ein Spieler des SC Bern.

Finnland: Die Wundertüte

Mit General Manager Jari Kurri, Headcoach Erkka Westerlund und Assistenzcoach Hannu Virta ist Finnland auf der Bank vorzüglich besetzt. Das vorläufige WM-Aufgebot ist ein Mix aus Profis der heimischen Liga, der KHL sowie der schwedischen Liga. Bis zum Spiel gegen die Schweiz dürften noch mehrere NHL-Profis dazustossen.

Kasachstan: Das KHL-Team

Aufsteiger Kasachstan gilt als Kandidat für den direkten Wiederabstieg. Die Mannschaft ist quasi ein Abbild des KHL-Teams Barys Astana. Dieses beendete die Qualifikation der abgelaufenen Saison als viertbestes Team. Die Schweiz muss sich trotz – oder gerade wegen – ihrer Favoritenrolle auf einen unangenehmen Gegner gefasst machen.

Lettland: Drei «Schweizer» dabei

Lettland warf an den Olympischen Spielen in Sotschi die Schweiz aus dem Turnier. An der WM gehören weniger NHL-Profis, dafür mit Rapperswil-Jonas Goalie Ivars Punnenovs sowie den Stürmern Kaspars Daugavins von Servette und Ronalds Kenins von den ZSC Lions drei NLA-Spieler zum Kader.

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