UMKÄMPFT: St.Otmar vergibt den Sieg

Das St.Galler NLA-Handballderby zwischen St.Otmar und Fortitudo Gossau endet ohne Sieger. Immerhin holt sich das Heimteam mit dem 29:29 den ersten Punkt.

Ives Bruggmann
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Die Gossauer Simon Züger (links) und Lucius Graf hindern St. Otmars Igor Milovic am Wurf. (Bild: Michel Canonica)

Die Gossauer Simon Züger (links) und Lucius Graf hindern St. Otmars Igor Milovic am Wurf. (Bild: Michel Canonica)

Ives Bruggmann

Die Gemütslagen nach dem ersten Derby der Saison konnten unterschiedlicher nicht sein: Auf der einen Seite jubelte Fortitudo Gossau ausgelassen über den Punktgewinn beim gros- sen Nachbarn, auf der anderen drückten die betretenen Mienen der Spieler St.Otmars die Enttäuschung über das Herschenken des sicher geglaubten Sieges aus. Die Emotionen waren wohl eine Folge der Art und Weise, wie das Endresultat zustande kam. Denn eine Minute vor Schluss hatte Gossaus Aurel Bringolf den Wurf von St.Otmars Max Höning abgewehrt. Das 30:28 wäre die Entscheidung gewesen. Doch so kam Fortitudo nochmals in Ballbesitz und 30 Sekunden später verbesserten sich die Chancen auf den Ausgleich durch eine Zweiminutenstrafe Hönings zusätzlich. Die Gossauer behielten in der Person von Captain Gabriel Würth die Nerven und ergatterten sich zehn Sekunden vor Ende doch noch einen Punkt.

Gossaus Probleme in der Deckung

Würth umschrieb die Gossauer Gefühlslage nach der Partie so: «Das ist ein guter Punkt für uns». Dank einer grossen Teamleistung habe es ihnen doch noch zum Unentschieden gereicht. Ein besseres Ergebnis verspielten die Gäste laut Würth in der ersten Halbzeit, als die Abstimmung in der Deckung zu wenig gut gewesen sei. Dennoch führte Gossau zur Pause mit 16:15.

Auf der anderen Seite war St.Otmars Interimstrainer Vedran Banic hin- und hergerissen. «Ich finde, wir hätten heute zwei Punkte verdient gehabt. Das ist aber das einzige, was mich traurig stimmt.» Die Art, wie seine Spieler aufgetreten seien, habe ihm sehr gefallen. «Das ist der Weg, den wir gehen wollen», sagte Banic. Den angesprochenen Kampf, das Engagement und den Glauben an den Sieg: all das lebte Banic am Spielfeldrand vor. Immer wieder justierte er von der Bank aus nach, nahm sich Spieler zur Brust oder freute sich über die Paraden des gut aufgelegten Michal Shejbal. Aber nicht nur der Goalie zeigte eine Leistungssteigerung, das ganze Team zeigte sich verbessert gegenüber den bisherigen Auftritten. Ondrej Zdrahala unterstrich in vielen Situationen seine Klasse, Linkshänder Höning überzeugte mit seinen Würfen aus dem Rückraum und Severin Kaiser punktete mit seiner Effizienz.

Noch immer kein Vollerfolg

Die Zuschauer in der Kreuzbleiche goutierten den Einsatz St.Otmars und unterstützten das Heimteam lautstark. «Das Publikum war unser achter Mann», sagte Banic. Aber auch das reichte nicht gegen ein Gossau, das sich nie abschütteln liess. Und so wartet St.Otmar auch nach vier Spielen auf den ersten Sieg. Banic freut sich jetzt erst einmal darauf, dass er wieder ein paar Tage mehr Zeit hat, um seine Vorstellungen umzusetzen.