UMKÄMPFT: Gossauer Berg- und Talfahrt

Fortitudo Gossau verliert in der Handball-NLA daheim gegen Kriens-Luzern 25:27 (13:14). Die St. Galler machen zwar einen Sieben-Tore-Rückstand wett, scheitern zum Schluss aber an ihren Fehlern.

Ives Bruggmann
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Der Gossauer Gabriel Würth erzielte fünf Treffer. (Bild: Michel Canonica)

Der Gossauer Gabriel Würth erzielte fünf Treffer. (Bild: Michel Canonica)

Ives Bruggmann

Am Ende stand auf dem Gossauer Punktekonto die Null – einmal mehr. Doch der Weg dahin hätte hügliger nicht sein können. Gleich zu Beginn fiel das Heimteam in ein Loch. Nach fünf Minuten sah sich Trainer Rolf Erdin beim Stand von 0:5 gezwungen, das erste Time-out zu nehmen.

Zuvor hatten seine Spieler durch unnötige Ballverluste und überhastete Abschlüsse drei Gegenstösse verschuldet. Und auch nach der Auszeit wussten die Gossauer nur wenig zu überzeugen. Der erste erfolgreiche Wurf eines Rückraumspielers liess bis in die 15. Minute auf sich warten. Bis dahin hatten Niels Ham und Samuel Weingartner neunmal vergeblich versucht, am in der Anfangsphase überragenden Gästegoalie Paul Bar vorbeizukommen. Bar parierte in der ersten Viertelstunde sieben von zehn Würfen. Einzig die Flügelspieler Cornel Bucher und Raphael Eberle bezwangen den Innerschweizer Schlussmann einige Male, so dass es nach einer Viertelstunde 4:11 stand. Fortitudos Goalie Aurel Bringolf trug mit seinen zahlreichen Abwehraktionen seinen Anteil dazu bei, dass die Partie nicht schon endgültig entschieden war.

Anschluss noch vor der Pause

Gegen Ende der ersten Halbzeit fing sich das Heimteam jedoch immer mehr. Kriens-Luzern baute seinerseits sowohl in der Defensive als auch in der Offensive merklich ab. Zudem fassten die Innerschweizer, welche auf fünf Leistungsträger verzichten mussten, unnötige Zwei-Minuten-Strafen. So erzielte Fortitudo tatsächlich noch vor der Pause den Anschlusstreffer zum 13:14. Die Spieler kämpften sich mit ihrer Niemals-Aufgeben-Mentalität wieder aus dem Loch heraus.

Nach der Pause ging die Bergfahrt gar noch höher hinaus. Yannick Harder erzielte in der 42. Minute die erste Zwei-Tore-Führung zum 18:16. Danach blieb die Partie spannend bis zum Ende. Die dezimierten Krienser schienen in der Schlussphase jedoch die cleverere Mannschaft zu sein. Gossau hingegen baute erneut ab und beendete seine Berg- und Talfahrt mit leeren Händen und der Gewissheit, dass mehr drin gelegen wäre.

Hauptursache schnell identifiziert

Trainer Erdin machte den Hauptgrund für die knappe Heimniederlage schnell aus. «Zehn technische Fehler sind auf diesem Niveau einfach zu viel», resümierte er. Auf der anderen Seite war der Trainer von Kriens-Luzern froh, zwei Punkte mitgenommen zu haben. «Am Ende sind wir wieder kompakter gestanden. Das hat wohl den Ausschlag gegeben», sagte Heiko Grimm. Aus dieser stabilen Defensive lancierten die Innerschweizer immer wieder schnelle Gegenstösse. Alleine in der ersten Halbzeit reüssierten sie so sechsmal. Es waren jene Tore, die ihnen die Gossauer durch ihre Versäumnisse schenkten.