Um möglichen Sieg gebracht

Beim Moto2-GP von San Marino beklagt Dominique Aegerter grosses Pech. In Führung liegend wird er unschuldig in einen Sturz verwickelt und wird Letzter. Als bester Schweizer klassiert sich Thomas Lüthi auf dem zehnten Platz.

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MOTORRAD. Dominique Aegerter ärgerte sich nach dem Moto2-GP von San Marino grün und blau. Der 24jährige Schweizer wurde in Führung liegend in der fünften von 26 Runden vom Spanier Alex Rins in einen Sturz verwickelt. War es in Indianapolis Johann Zarco gewesen, der mit einem unfairen Rempler einen sicheren Podestplatz von Aegerter verhindert hatte, hiess der Übeltäter diesmal Rins.

Aegerter hatte sich von Startplatz fünf aus schon nach der ersten Kurve auf Rang zwei vorgekämpft und nach einem Ellbogen-Duell gegen Zarco ab der zweiten Runde die Führung übernommen. Einzig Rins konnte daraufhin dem Schweizer folgen, wurde aber zu übermütig und schoss Aegerter in Kurve 14 von hinten ab. Zwar kletterten beide Fahrer wieder auf ihre Kalex-Maschinen, für Aegerter, der anschliessend für Reparaturen an die Box musste, reichte es mit drei Runden Rückstand aber nur noch zum 24. und letzten Rang. Dagegen wütete der Spanier Rins trotz einer Runde Rückstand in der Verfolgergruppe weiter gegen andere Fahrer und wurde schliesslich von der Rennleitung disqualifiziert. Nach dem Rennen entschuldigte er sich immerhin beim Schweizer.

«Minutenlang geflucht»

Aegerter, für den der zweite Sieg nach dem Triumph auf dem Sachsenring 2014 und der achte Karriere-Podestplatz so nah war, blieb unverletzt, klagte aber über Schmerzen in der linken Hand und am Oberschenkel: «Ich habe minutenlang in meinen Helm geflucht. Es ist so schade, dass ein super Wochenende so enden musste.» Er sei nur deswegen weitergefahren, weil er nach den Boxenstops gleich schnell wie die Spitze fuhr und sein Team wertvolle Daten für die Zukunft sammeln konnte.

Als bester Schweizer klassierte sich Thomas Lüthi als Zehnter mit 18 Sekunden Rückstand auf Sieger Zarco. «Damit kann ich mir nichts kaufen», erklärte der enttäuschte Lüthi: «Es lief von vorne bis hinten nichts. Ich hatte keine Chance, schnelle Rundenzeiten zu erzielen. Die Veränderungen, die wir vor dem Warm-Up-Training vorgenommen hatten, brachten keine Besserung.» Immerhin konnte sich der 29jährige Emmentaler in der WM-Wertung wegen des Ausfalls von Sam Lowes auf den vierten Platz verbessern. «Ich bildete mir gar ein, dass ich auf einem anderen Motorrad sitzen würde», sagte der unzufriedene Lüthi.

Von den drei weiteren Moto2-Schweizern reichte es Randy Krummenacher als 14. zum siebtenmal in dieser Saison in die WM-Punkte, während Robin Mulhauser und der im Qualifying gestürzte Zürcher Jesko Raffin nach Motorproblemen ihrer Kalex-Maschinen ausschieden.

An der Spitze des Rennens sicherte sich Zarco seinen sechsten Saisonsieg im 13. Rennen. Der WM-Leader aus Frankreich fuhr 3,8 Sekunden vor Weltmeister Tito Rabat über die Ziellinie. In der Gesamtwertung hat Zarco nun fünf Rennen vor Schluss 93 Zähler Vorsprung auf den Spanier, der dank seines zweiten Platzes in San Marino Landsmann Rins im WM-Klassement überholte und neu Zweiter ist. Zarco reicht in zwei Wochen in Aragon ein neunter Rang, um vorzeitig den WM-Titel in der Moto2-Klasse zu gewinnen.

Marquez triumphiert

Spannender ist die Ausgangslage in der MotoGP nach dem Sieg von Marc Marquez. Mit seinem Triumph hielt sich der amtierende Weltmeister die Chance offen, den Titel zu verteidigen. Der Rückstand auf WM-Leader Valentino Rossi, der lediglich Fünfter wurde, beträgt 63 Punkte. Das bei trockener Fahrbahn gestartete Rennen entwickelte sich chaotisch, nachdem Regen eingesetzt und einen Wechsel der Maschinen nötig gemacht hatte. Bei abtrocknender Strecke wechselte Marquez als erster erneut das Motorrad und siegte dank dieses Schachzugs souverän vor den Briten Bradley Smith und Scott Redding. (si)