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Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist und was der FCSG damit zu tun hat

Fanausschreitungen, ein Mannschaftsbus und fehlende Matchvorbereitung: Vor rund elf Jahren verwehrte Uli Forte, damals noch FCSG-Trainer, den Aarauern eine Spielverschiebung. Das hat man im Aargau nicht vergessen – am Freitagabend trifft Fortes GC auf den FC Aarau.
Ruedi Kuhn/Watson.ch
(Bild: Keystone)

(Bild: Keystone)

Im Fussball ist es wie im normalen Leben. Man sieht sich zweimal. Mindestens zweimal. Wenn sich Aarau-Präsident Alfred Schmid und GC-Trainer Uli Forte heute beim Spitzenspiel der Challenge League im Brügglifeld begegnen, kommen bei Schmid schlechte Erinnerungen auf. Er mag Forte nicht besonders und sagt:

«Sollten wir GC schlagen, ist das für mich eine besondere Genugtuung.»

Eine besondere Genugtuung? Warum? Schmid möchte keine alten Wunden aufreissen. Aber was am 18. Oktober 2008 geschehen ist, will der FCA-Präsident nicht zu den Akten legen. Er kann einfach nicht vergessen, was damals passiert ist und fügt sichtlich verärgert hinzu:

«Das Verhalten von Forte war unsportlich.»

Was ist passiert?

Vor gut elf Jahren spielte sich vor einem Cupspiel in St.Gallen ein dunkles Kapitel Fussballgeschichte ab. Aus Sicht des FC Aarau war Uli Forte der Bösewicht. Die Aarauer fuhren mit dem Mannschaftsbus vom Brügglifeld in Richtung Ostschweiz und waren gut anderthalb Stunden vor dem Anpfiff in St. Gallen. Kurz vor dem Stadion wurden der Trainerstab und die Spieler Zeugen von heftigen Ausschreitungen und wüsten Schlägereien zwischen St.Galler und Aarauer Fans.

Der Bus konnte nicht mehr weiterfahren. Der Weg ins Stadion war blockiert. Statt sich in Ruhe auf den Beginn der Partie vorbereiten zu können, mussten die Spieler im Mannschaftsbus bleiben. Nach langem Warten wurde das Gefährt eine halbe Stunde vor Spielbeginn von der Polizei ins Stadion eskortiert.

An eine vernünftige Vorbereitung auf das Spiel war für den FC Aarau nicht zu denken. Die Hektik war gross, die Zeit zu knapp. Kam hinzu, dass einige Spieler durch die Vorgänge vor der Partie verunsichert waren, sogar unter Schock standen.

Was tun? FCA-Trainer Ryszard Komornicki und Assistenzcoach Jeff Saibene versuchten, den Anpfiff der Partie um eine halbe Stunde zu verschieben. Dafür war allerdings die Zustimmung von St.-Gallen-Trainer Uli Forte nötig. Saibene ging zu Forte und fragte ihn, ob man den Spielbeginn von 18 Uhr etwas nach hinten schieben könne.

Forte hatte dafür kein Verständnis und sagte: «Ich muss auf meine Mannschaft schauen. Ich habe sie darauf vorbereitet, dass sie um 18 Uhr explodiert. Dabei bleibt es auch.» Logisch, dass Forte seit diesem Vorfall für die Führungscrew und die Fans des FC Aarau ein rotes Tuch ist. Umso mehr, als dass die St. Galler problemlos 2:0 gewannen.

«Wir müssen uns steigern»

Von der Vergangenheit in die Gegenwart: Man darf gespannt sein, wie die FCA-Fans Forte und sein GC im Brügglifeld begrüssen werden. Mit Pfiffen? Gar Beleidigungen? Forte wird es egal sein. Nach den zwei Siegen gegen Stade Lausanne-Ouchy (2:1) und Wil (1:0) freut er sich auf das Spiel gegen Aarau: «Resultatmässig ist für uns bis jetzt alles aufgegangen», sagt der GC-Trainer. «Leistungsmässig müssen wir uns steigern. Der FC Aarau ist für uns ein idealer Gradmesser. Ich bin gespannt, wie sich meine jungen Spieler in der für sie ungewohnt heissen und hitzigen Atmosphäre im Brügglifeld schlagen werden. Das wird nicht einfach. Ich hoffe auf ein ausverkauftes Stadion mit vielen GC-Fans.»

Den FC Aarau überschüttet Forte mit Lobeshymnen: «Es ist kein Zufall, dass Aarau Ende vergangener Saison fast aufgestiegen ist», erklärt der 45-Jährige. «Die Mannschaft verfügt über viel Erfahrung. Sie ist routinierter als GC. Mit Schneuwly, Neumayr, Maierhofer, Thiesson und Zverotic gibt es einige Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Für mich ist Aarau gegen GC vor allem deshalb ein interessanter Vergleich, weil es zum Duell zwischen Routine und jugendlicher Frische und Power kommt.»

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