ÜBERZEUGEND: Erstes Ziel erreicht

Die Toggenburgerin Selina Büchel zeigt an der WM in London eine starke Leistung. Mit der drittbesten Zeit erreicht sie ohne Probleme den heutigen Halbfinal über 800 m.

Raya Badraun, London
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Dank dem dritten Rang in ihrem Vorlauf qualifiziert sich Selina Büchel für den Halbfinal. (Bild: KEY)

Dank dem dritten Rang in ihrem Vorlauf qualifiziert sich Selina Büchel für den Halbfinal. (Bild: KEY)

Raya Badraun, London

Über 800 Meter können sich die Athleten nicht einfach auf sich selbst konzentrieren. Sie teilen sich die Tartanbahn schliesslich mit ihren Gegnern. Die Taktik ist deshalb entscheidend. Und in diesem Bereich ist Selina Büchel im Vorteil. In Rennen, in denen nicht nur die Zeit entscheidend ist, sondern aktiv um Positionen gekämpft wird, kann sie ihre Stärken ausspielen. Auch gestern reihte sie sich bereits zu Beginn an zweiter Position ein. Und als sie eingeklemmt wurde, da verlor sie nicht die Nerven. Denn die 26-jährige Toggenburgerin wusste: Die schnellsten laufen neben ihr. Am Ende erreichte sie das Ziel als Dritte. Auf den letzten Metern nahm sie gar noch etwas Tempo heraus. Als sie jedoch merkte, wie die Gegnerinnen näher kamen, warf sie sich noch ins Ziel. Büchel hätte sich jedoch auch als Vierte noch für den heutigen Halbfinal qualifiziert.

Selbstvertrauen für den Halbfinal

Ihre Zeit von 2:00,23 Minuten war die drittbeste Leistung aller Startenden in diesem Vorlauf. Die anderen Rennen waren deutlich langsamer gewesen. «Ich bin megazufrieden, dass ich es in diesem Vorlauf geschafft habe», sagte Büchel. «Das gibt mir Selbstvertrauen.» Vor dem heutigen Rennen schaut sie sich noch die Auftritte der Gegnerinnen an. «Ich bin gespannt, wie sie in Form sind», so die St. Gallerin. Alles könne man nicht ablesen, aber Tendenzen erkennen. Dadurch weiss Büchel, an wessen Ferse sie sich heften muss oder welche Taktik sie im heutigen Halbfinal verfolgen soll.

Die Schnellste im Vorlauf war Francine Niyonsaba aus Burundi, die als einzige Läuferin unter zwei Minuten blieb. Als Favoritin auf den Titel gilt die Südafrikanerin Caster Semenya, die ihren Vorlauf ebenfalls gewann. «Doch im Halbfinal kann noch viel passieren», sagte Büchel. Dass zeigte nicht nur der Auftritt von Kariem Hussein über 400 m Hürden, sondern auch der gestrige Halbfinal über 200 m.

Endstation Halbfinal

Nach einem Fehlstart in ihrem Halbfinal zeigte Mujinga Kambundji einen guten Start und konnte das Feld gar lange anführen. Doch dann wurde die Berner Sprinterin noch von Shaunae Miller-Uibo von den Bahamas und der US-Amerikanerin Kimberlyn Duncan eingeholt. Da ging plötzlich nicht mehr viel bei Kambundji. Am Ende wurde sie noch Dritte in 23,00 Sekunden. Damit verpasst sie den heutigen Final als Zehnte. Auch die zweite Schweizerin Sarah Atcho schied aus. «Es wäre mehr möglich gewesen», sagte Kambundji nach dem Rennen. An der Schweizer Meisterschaft in Zürich lief sie diesen Sommer noch 22,42 Sekunden. Der erste WM-Final schien damit plötzlich sehr nahe. Doch nun schied sie wie über 100 m bereits im Halbfinal aus. Morgen bleibt Kambundji nur noch die Staffel, um die WM in London mit einer Erfolgsmeldung zu beenden.