ÜBERRASCHUNG: «Schwarze Nacht für Schottland»

Nach der blamablen Niederlage gegen einen Fussballzwerg aus Luxemburg muss der schottische Rekordmeister Glasgow Rangers viel Häme einstecken.

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Als die Europacup-Helden des luxemburgischen «Dorfclubs» Progrès Niederkorn auf den Höhepunkt ihrer Siegesparty zusteuerten, flüchtete Glasgow Rangers in Schimpf und Schande vom Ort der historischen Demütigung. Hunderte aufgebrachter Glasgow-Fans bedrängten den Teambus bei der Abfahrt, sie bepöbelten die Spieler und forderten den Rücktritt von Teammanager Pedro Caixinha, der erst seit März im Amt ist. Das Fahrzeug konnte irgendwann unbeschadet seinen Weg fortsetzen, sportlich erlebte der schottische Rekordmeister im Rückspiel der ersten Qualifikationsrunde zur Europa League aber Totalschaden. Die 0:2-Niederlage (Hinspiel 1:0) am Dienstagabend im Luxemburger Stade Josy Barthel besiegelte das Aus des früheren Europacupgewinners gegen Progrès aus der 5500-Einwohner-Stadt Niederkorn. «Eine schwarze Nacht für Schottland», schrieb die «Scottish Sun», und Ex-Profi Tam McManus twitterte: «Rangers, ich befürchte, das wird als das peinlichste Europa-Ergebnis in die Geschichte des schottischen Fussballs eingehen.»

Mario Mutschs neuer Club hofft auf Europa League

Coach Caixinha übernahm «die volle Verantwortung» für das Desaster, der Portugiese dachte aber keine Sekunde an Rücktritt. Er will den Traditionsklub, der nach dem Zwangsabstieg 2012 wieder erstklassig ist, weiter zu altem Glanz verhelfen.

«Sensationell, fantastisch, beeindruckend», schrieb das Luxemburger «Wort». Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel gratulierte: «Der Traum von der Europa League ist ein Stück näher gekommen.» Progrès trifft in der zweiten Runde auf St. Joseph’s FC/Gibraltar oder Apollon Limassol/Zypern. Freuen darf sich auch der ehemalige St. Galler Mario Mutsch. Er, der noch verletzt fehlte, gehört seit diesem Sommer dem Team von Niederkorn an. (sid/red)