Überraschender Exploit

Der 200-m-Rekordlauf von Lea Sprunger bildet den Höhepunkt an den Schweizer Meisterschaften. Auch die Toggenburger 800-m-Hallen-Europameisterin Selina Büchel setzt in Genf ein Glanzlicht.

Jörg Greb/Genf
Drucken
Teilen

LEICHTATHLETIK. Das war eine Leistung der Sonderklasse, die so zum Ende dieser zweitägigen nationalen Titelkämpfe zwischen EM und Olympia kaum jemand erwartet hatte. Die Waadtländerin Lea Sprunger, acht Tage zuvor in Amsterdam EM-Dritte über 400 m Hürden geworden, sprintete die 200 m bei minimalem Rückenwind in 22,38 Sekunden. Den Schweizer Rekord von Mujinga Kambundji von der letztjährigen WM in Peking unterbot sie um nicht weniger als 26 Hundertstel. «Ich wollte schnell laufen und ich wollte meine Schwester besiegen», sagte die 26-Jährige. Um die elftbeste Zeit dieses Jahres weltweit handelt es sich, um die drittbeste in Europa. Und ihre Schwester Ellen liess sie um 51 Hundertstel hinter sich. Dennoch konnte diese ebenfalls überzeugen. Die Olympia-Limite von 23,20 hatte sie an der EM um einen einzigen Hundertstel verpasst, jetzt erfüllte sie die Zeit – jedoch zu spät. Deshalb wird sie in Rio nur mit der 4×100-m-Staffel antreten. Lea Sprunger indes sah sich bestätigt, dass sie sich punkto Schnelligkeit und Stehvermögen auf einem «noch nie erreichten Level» befindet.

Ebenfalls überzeugen konnte die 800-m-Spezialistin Selina Büchel. Die Toggenburgerin durchbrach mit 53,99 Sekunden erstmals die 54-Sekunden-Barriere über 400 m. «Cool, endlich ist mir dieser Schritt geglückt», sagte sie. Seit der EM, welche sie mit dem vierten Rang beendete, sieht sie sich «auf dem richtigen Weg». Das Laufgefühl sei zurückgekehrt, sie habe diese Meisterschaften richtig genossen. Für Büchel war es der letzte Auftritt vor Rio. Mit intensiven Trainingseinheiten erhofft sie sich nun einen «weiteren Schritt vorwärts bis Mitte August». In Südafrika strebt sie dann die Finalqualifikation an.