ÜBERLEBENSKAMPF: Binnen zehn Tagen entscheiden

Der FC Wil verliert das Nachtragsspiel in Schaffhausen mit 0:3 – und ist damit noch gut bedient. Zudem gibt Präsident Roger Bigger bekannt, welche Spieler die tieferen Verträge bisher nicht unterzeichnet haben.

Simon Dudle, Schaffhausen
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Wils Mattia Bottani zeigte in der neuen Schaffhauser Arena einen uninspirierten Auftritt. (Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

Wils Mattia Bottani zeigte in der neuen Schaffhauser Arena einen uninspirierten Auftritt. (Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

Simon Dudle, Schaffhausen

Als Verteidiger Adonis Ajeti zu Beginn der Schlussviertelstunde einen Schuss weit über und neben das Tor setzte, löste dies im neuen Schaffhauser Lipo Park bei den nur 1838 Zuschauern hämisches Gelächter aus. Die Szene war aber aus einem anderen Grund bemerkenswert: Es war der erste und einzige Abschluss eines Wilers an diesem Abend. Der Tabellenletzte aus Schaffhausen kam zu 23 Versuchen.

Diese Zahlen zeigen, in welcher Verfassung sich die Wiler Spieler gestern Abend präsentierten. Vereinspräsident Roger Bigger sagte: «Man hat gesehen, wer die tieferen Verträge unterzeichnet hat und wer nicht. Punkt.» Auf Nachfrage nannte das Vereinsoberhaupt die Spieler beim Namen: Es sind die derzeit verletzten Rémi Gomis, Nduka Ozokwo sowie die gestern eingesetzten Mattia Bottani, Samir Fazli und Frano Mlinar. Dazu kommt jemand aus dem Staff, der nicht namentlich genannt wurde.

Ebenfalls nicht unterschrieben hat Jocelyn Roux. Mit ihm ist aber eine Lösung gefunden worden. Der Vertrag des Romands wurde im gegenseitigen Einvernehmen per sofort aufgelöst, nachdem man sich auf eine Abfindung geeinigt hatte.

Lang mit sieben Toren in vier Spielen

Jene Wiler, die auf dem Feld standen, zeigten eine Leistung, die nicht annähernd genügte, um Schaffhausen Paroli zu bieten. Bereits nach sieben Minuten hatten die Gastgeber zweimal die Torumrandung getroffen. Der Führungstreffer Mitte erster Halbzeit war mehr als verdient. Als Torschütze liess sich Steven Lang feiern, der in diesem Jahr schon den sechsten Treffer erzielte. Als er eine Viertelstunde vor Schluss mittels fragwürdigem Penalty das Spiel entschied, war folgendes festzuhalten: Der Jurassier hat in vier Spielen mit Schaffhausen gleich viele Tore erzielt wie zuvor in fünf Jahren.

Als der kurz zuvor eingewechselte Yassin Mikari in der Schlussphase auf 3:0 erhöhte, hatte die Deutlichkeit des Verdikts langsam aber sicher jene Züge angenommen, welche zu den Spielanteilen passten. Zuvor war einzig überraschend gewesen, dass die Gäste bis eine Viertelstunde vor Schluss im Spiel waren und gar auf einen unverdienten Punktgewinn hoffen durften.

Nächstes Spiel ist noch nicht gesichert

Mit Leistungen wie in Schaffhausen wird es für die Ostschweizer auch sportlich schwierig, sich in der Challenge League zu halten. Falls wegen der ausbleibenden Lohnzahlungen noch drei Punkte abgezogen werden, verbleiben nur vier Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone. Ob die Saison allerdings zu Ende gespielt wird, ist fraglich und soll laut Bigger in den nächsten zehn Tagen entschieden werden. Wird am Montag in der IGP-Arena gegen Aarau noch gespielt? «Mal schauen», sagte Bigger nur.