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ÜBERGABE: Der FC Basel setzt auf Burgener

Der Wechsel an der Spitze des FC Basel ist beschlossen. 1986 der 2389 an der ausserordentlichen Versammlung anwesenden Mitglieder stimmen dem Verkauf der Aktienmehrheit an Bernhard Burgener zu.
«Ich habe immer die Marke in den Vordergrund gestellt, nicht mich»: Bernhard Burgener. (Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

«Ich habe immer die Marke in den Vordergrund gestellt, nicht mich»: Bernhard Burgener. (Bild: Steffen Schmidt/Freshfocus)

Der 59-jährige Medienunternehmer und Multimillionär Bernhard Burgener übernimmt damit den Anteil von 90,6 Prozent an der FC Basel Holding AG, den der bisherige Verwaltungsrat um Bernhard Heusler und Georg Heitz unter sich aufgeteilt hatten. Die Aktionäre der Holding halten 75 Prozent an der ausgelagerten, den Profibetrieb betreffenden FC Basel 1893 AG.

Überraschungen blieben an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung in der St. Jakobshalle aus. Mit der Vorstellung seines Konzepts fand Burgener Anklang. Er will die Dinge im Club nicht auf den Kopf stellen, das regionale Element aber stärken. Sechs bis acht Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wolle er künftig in der ersten Mannschaft haben, sagte Burgener. Die Zielsetzung bleibe unter ihm die gleiche: Der FC Basel soll Meister werden, den Cup gewinnen, sich für die Champions League qualifizieren und europäisch überwintern. Burgener rechnet mit etwas weniger Erlös gegenüber den besten Jahren, dafür mit einer stärkeren Identifikation im Verein, indem er wieder vermehrt auf eigene Junioren setzt.

Streller, Ceccaroni und Frei

Für die Schlüsselpositionen im Profibereich sieht Burgener wie kolportiert Marco Streller als Sportchef, Massimo Ceccaroni als Nachwuchsverantwortlicher und Alex Frei als Stratege vor. Marketingchef Martin Blaser soll den Verwaltungsrat komplettieren, Ruedi Zbinden Chefscout bleiben. Selbst will Burgener in beiden Verwaltungsräten vertreten sein. Im Profibereich möchte er einen CEO einsetzen. Details dazu gab er noch keine bekannt.

Über den Kaufpreis schwiegen sich die Parteien aus. «Das ist Privatsache zwischen Privatpersonen», sagte der scheidende Vlub-Präsident Heusler. Es sei keine Summe, welche die Leute für absolut unanständig hielten. Gemäss Informationen des «Blick» bezahlt Burgener zehn bis zwölf Millionen Franken für das Paket von 89,2 Prozent an der Holding AG. Neu will der Club Dividenden ausschütten.

Burgener stellte sich gestern eingehend vor: als Basler, dem der Club am Herzen liegt. In der Wirtschaftswelt hat Burgener derweil nicht nur Freunde. Auf seinem Weg zum Multimillionär schuf er sich auch Feinde. Als Besitzer einer Videothekenkette wurde er zum Millionär, heute ist er unter anderem im Filmbusiness tätig und an der Vermarktung der Champions League beteiligt. Aktuell streitet er vor mehreren Gerichten in Deutschland und in der Schweiz um die Stimmrechte von Constantin-Medien, von denen er rund einen Drittel kontrolliert.

Der beim FC Basel abtretende Heusler hatte 2012 die Nachfolge von Gigi Oeri angetreten und dabei 89,2 Prozent der Holding-Aktien seiner Vorgängerin übernommen. Ende 2015 reichte er 45 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte, seiner Anteile weiter, mitunter gingen 25 Prozent an Sportdirektor Heitz über. (sda)

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