Überforderte «GC-Junioren»

Der TSV St. Otmar gewinnt sein NLA-Heimspiel gegen ein überfordertes GC Amicitia Zürich am Ende deutlich mit 33:19 (12:10) und verbessert sich in der Tabelle auf den zweiten Platz.

Marco Ellenberger
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Mit Kraft und Vehemenz setzt St. Otmar (Yves Petrig, vorne) die Zürcher Abwehr (Nicolas Suter) immer wieder unter Druck. (Bild: Michel Canonica)

Mit Kraft und Vehemenz setzt St. Otmar (Yves Petrig, vorne) die Zürcher Abwehr (Nicolas Suter) immer wieder unter Druck. (Bild: Michel Canonica)

HANDBALL. Irgendwann Mitte der zweiten Halbzeit konnten sie einem fast ein bisschen leid tun. Die drei jungen, physisch unterlegenen Rückraumspieler der Gäste bissen sich an der Deckung St. Otmars die Zähne aus. Gerade mal zwei Tore gelangen ihnen innert 20 Minuten – und das Heimteam schuf mit einem 15:2-Lauf bis zur 50. Minute endlich eine standesgemässe Differenz. Eine Differenz, die schon längst auf der Anzeigetafel hätte stehen müssen. Weil die St. Galler aber gegen den inferioren Gegner eine schwache erste Halbzeit ablieferten, führten sie zur Pause nur mit 12:10.

Locker reicht nicht

Dabei hätte St. Otmar schon längst die Entscheidung herbeiführen können. Das Heimteam startete konsequent und zielstrebig, führte nach fünf Minuten mit 4:1 – stellte dann aber den Betrieb völlig unverhofft wieder ein. Nach dem 5:4 brachten die St. Galler während zehn Minuten keinen Treffer mehr zustande und sahen sich plötzlich mit 5:6 im Hintertreffen. Dem Spiel fehlte der Fluss, der Abwehr die Stabilität und den Aktionen die letzte Konsequenz. Die dezimierten Zürcher, denen drei Stamm-Rückraumspieler fehlten und die deswegen mit nur zehn Feldspielern angetreten waren, gestalteten die Partie so eine Halbzeit lang ausgeglichen.

«Wir dachten schon nach fünf Minuten, wir könnten den Sieg nach dem guten Start ganz locker nach Hause bringen. Aber das reicht natürlich nicht. Ich habe in der Pause deutliche Worte gesprochen», sagte Trainer Predrag Borkovic. Die Ansprache sollte ihre Wirkung nicht verfehlen. St. Otmar kam mit viel mehr Schwung aus der Kabine zurück und zeigte dem Gegner fortan seine Grenzen auf. Vor allem die Deckung mit dem hervorragend aufgelegten Torhüter Martin Galia funktionierte nach der Pause hervorragend. Und weil die Verteidigung der Gäste diese Bezeichnung in der zweiten Halbzeit nicht mehr verdiente, verkam die Partie zu einer einseitigen Angelegenheit.

Drei Junge im Rückraum

Dass den Zürcher Torhütern die Bälle nun fast im Minutentakt um die Ohren flogen, lag aber auch an der Personalsituation. Nachdem bei GC Amicitia auch Björn Fröhlich zu Beginn der zweiten Halbzeit noch verletzt ausfiel und Mario Jelinic nach seiner schwachen Vorstellung im ersten Durchgang von Trainer Robert Kostadinovic auf die Bank verbannt wurde, blieben bei den Gästen nur noch drei junge Hoffnungsträger für den Rückraum übrig. Nicolas Suter (21), Luca Engler (22) und Simon Schild (17) bemühten sich redlich, verfügten aber nicht über die Möglichkeiten, die kompakte Deckung des Heimteams in Verlegenheit zu bringen.

Beim Spielstand von 27:12 (50.) hatte Borkovic von seiner Stammformation schliesslich genug gesehen und gab auch der zweiten Garnitur Auslauf. GC Amicitia nutzte die Gelegenheit, um das Resultat noch etwas erträglicher zu gestalten. Das hatten sich die «Junioren» des Rekordmeisters mit ihrem Engagement am Ende verdient.