Neff und Schurter sind die Topfavoriten: Die grosse Vorschau auf die Mountainbike-WM in der Lenzerheide

Ab heute Mittwoch fahren die Mountainbiker in Lenzerheide um WM-Medaillen. Es ist die bereits vierte WM mit Geländevelos in der Schweiz. Die Einheimischen zählen insbesondere in der olympischen Cross-Country-Disziplin zu den grossen Favoriten.

Daniel Good
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Der St. Galler Thomas Litscher, der WM-Dritte des Vorjahrs, während eines Trainings in Lenzerheide (Bild: Hanspeter Schiess).

Der St. Galler Thomas Litscher, der WM-Dritte des Vorjahrs, während eines Trainings in Lenzerheide (Bild: Hanspeter Schiess).

Das Velofahren abseits befestigter Strassen kam in den 1970er-Jahren in den USA auf. In der Schweiz fasste die neue Sportart schnell Fuss. Aufgrund der Topografie des Landes liegt das auf der Hand.

Thomas Frischknecht macht den Anfang

Der Pionier war Thomas Frischknecht, der Anfang der 1990er-Jahre einen Profivertrag mit einem amerikanischen Mountainbikehersteller unterschrieb. Die Disziplin Cross Country ist seit 1996 olympisch. Frischknecht gewann im Rahmen der Premiere in Atlanta in den USA die Silbermedaille.

Die erste WM in der Schweiz fand 1997 in Château-d’Oex in den Waadtländer Alpen statt. Lenzerheide ist die vierte Schweizer Destination mit einer Mountainbike-WM.


(Bild: Keystone)

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Die Topfavoritin in der Cross-Country-Weltmeisterschaft der Frauen: Jolanda Neff ist Titelverteidigerin, Weltcup-Gesamtsiegerin und die Nummer eins der Weltrangliste. Aber die 25-Jährige aus Thal gewann in Lenzerheide noch nie ein Weltcuprennen.


(Bild: AP)

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Die gefährlichste Rivalin von Jolanda Neff: Pauline Ferrand-Prévot hat als einzige Rennfahrerin ein ähnlich grosses Potenzial wie die Schweizerin. Die Französin war schon Weltmeisterin mit dem Mountainbike, auf der Strasse und im Quer


(Bild: PD)

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Die Ostschweizerin: Ramona Forchini aus Wattwil ist erst seit dieser Saison Profi. Die 24-Jährige macht grosse Fortschritte und startet erstmals an der Elite-WM. 2015 war sie U23-Weltmeisterin. Vor der Schwedin Jenny Rissveds, der Olympiasiegerin 2016 in Rio de Janeiro.


(Bild: Keystone)

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Der Topfavorit: Der Weg zum WM-Titel im Cross-Country-Rennen der Männer führt einmal mehr über Nino Schurter. In seinem Heimatkanton kann er zum siebten Mal Weltmeister werden. Heimweltmeister war Olympiasieger Schurter noch nie.


(Bild: AP)

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Der gefährlichste Rivale von Nini Schurter: Mathieu van der Poel beendete den Gesamt-Weltcup als Zweiter. Der 23-jährige Niederländer ist ein Enkel von Raymond Poulidor, dem populärsten Radsportler Frankreichs. Van der Poel war 2015 jüngster Weltmeister im Querfeldein.


(Bild: Urs Bucher)

(Bild: Urs Bucher)

Der Ostschweizer: Thomas Litscher ergatterte 2017 überraschend WM-Bronze. In dieser Saison fuhr der 29-Jährige aus Thal trotz Hüftoperation konstant wie nie. Er gewann am am vergangenen Sonntag im Swiss Cup in Basel.


Schon am Mittwoch gute Chancen auf Medaillen

Die Bündner Organisatoren wirtschaften mit einem Budget von drei Millionen Schweizer Franken. Vor, während und nach der WM sind 350 freiwillige Helfer im Einsatz. Beim Auf- und Rückbau stehen ihnen 60 Soldaten zur Seite.

Lenzerheide ist gut vorbereitet auf den Grossanlass. 2014 fanden noch Rennen im Rahmen des Swiss Cups statt, seit 2015 gingen drei Weltcup-Veranstaltungen über die Bühne.

Höhepunkte am Samstag

Höhepunkt im WM-Programm ist der Samstag mit den Elite-Rennen der Männer und Frauen im Cross Country. Favoriten sind mit der Rheintalerin Jolanda Neff und dem Bündner Nino Schurter zwei Einheimische. Beide treten als Titelverteidiger an.

Schon am Mittwochabend haben die Schweizer reelle Aussichten, die ersten WM-Medaillen zu ergattern. Nach der Eröffnungsfeier stehen sie im Team-Wettkampf im Einsatz.

Die Schlüsselstelle auf der Cross-Country-Strecke

  1. Start/Ziel: Bike Arena, Talstation Rothorn 
  2. Sprung über einen natürlichen Felsen mit einem Meter Höhenunterschied in einer schnellen Abfahrt
  3. Parallelslalom in einer Abfahrt
  4. Technisch schwieriger Aufstieg auf Waldboden
  5. Sprung über einen Felsen
  6. Schräge Passage vor der Abfahrt zur Verpflegungs- und Technik-Zone
  7. Diese Stelle wird auch Brüggli-S genannt. Die Strecke wird hier über eine schmale Holzbrücke gekreuzt
  8. Passage mit Sprüngen über mehrere kleine Hügel
  9. Technisch schwierige Wurzeltraverse
  10. Waldabschnitt über Wurzelstöcke
  11. Grosse Holzbrücke kurz vor der Ziellinie