U21-TRAINER: Pascal Cerrone unterschreibt beim FC Thun

Als Spielertrainer ging Pascal Cerrone mit dem FC Frauenfeld auf Höhenflug. Doch für den 36-jährigen Thurgauer war immer klar, dass er irgendwann auf noch höherem Level arbeiten möchte. Das tut er jetzt im Berner Oberland.

Matthias Hafen
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Der Thurgauer Pascal Cerrone posiert in den Katakomben der Thuner Stockhorn-Arena, seiner neuen sportlichen Heimat.

Der Thurgauer Pascal Cerrone posiert in den Katakomben der Thuner Stockhorn-Arena, seiner neuen sportlichen Heimat.

Es gibt Zufälle, die sind so herzerwärmend, dass es keine Zufälle mehr sein können. So etwa im Fall von Pascal Cerrone. Der Fussballprofi aus dem Thurgau verliebte sich zu Beginn seiner Karriere beim FC Thun – in den Club, die Region und auch in seine heutige Frau Michèle. 15 Jahre lang begleitet sie ihren Mann schon – vom Berner Oberland über St. Gallen, Vaduz und Wil bis nach Frauenfeld. Dort startete Pascal Cerrone vor zwei Jahren seine zweite Karriere, führte die Thurgauer als Spielertrainer an die erweiterte Spitze der 2. Liga interregional. Heute sagt er: "Ich bin dem FC Frauenfeld sehr dankbar für diese Chance. Der Abschied fiel mir schwer."

Für den langjährigen Nationalliga-Verteidiger stand aber immer fest, dass er auch als Trainer irgendwann im Profibusiness arbeiten wollte. Dort, wo bei den Spielern der Fussball Priorität hat und nicht mehr der Beruf. Dort, wo in der Regel alle im Training erscheinen und er nicht mit kurzfristigen Absagen rechnen muss. Die Möglichkeit bekam er nun – bei "seinem" FC Thun.
 

Der Weg nach oben scheint vorgezeichnet

Cerrone wurde auf die Saison 2017/18 von den Berner Oberländern als neuer U21-Trainer engagiert. "Eine Riesenchance", wie der 36-jährige Frauenfelder sagt. Denn Cerrone gehört auch zum erweiterten Trainerstab der ersten Mannschaft, beobachtet die Gegner in anderen Stadien, sitzt aber in der Super League selber nicht auf der Trainerbank. Noch nicht, ist man versucht zu sagen. Denn Cerrone ist ein ebenso ehrgeiziger wie akribischer Arbeiter. Sein Weg nach oben scheint vorgezeichnet. Doch gilt seine Hingabe momentan voll und ganz Thuns Nachwuchs. "Die U21 ist für diesen Club sehr wichtig, weil der FC Thun alleine schon aus finanziellen Gründen Talente aus der Region ausbilden muss." Cerrone ist im Berner Oberland gewissermassen für die Zukunft des Clubs verantwortlich. "Ich möchte die jungen Spieler so gut wie möglich an die erste Mannschaft heranführen", sagt er.

Thuns U21 spielt in der 1.-Liga-Meisterschaft, nur eine Stufe höher als der FC Frauenfeld. "Meine Trainings werden nicht anders aussehen als in Frauenfeld", sagt Cerrone. Er habe schon dort viel von seinen Spielern verlangt. "Doch kann ich hier die Trainings und Spiele viel besser analysieren, habe mehr Möglichkeiten mittels Video zur Verfügung. Aber das ist ganz normal. Der Professionalitätsgrad ist hier ein ganz anderer", so der Thurgauer.
 

"Frauenfeld gehört für mich in die 1. Liga"

Die Zeit beim FC Frauenfeld habe ihm viel gebracht für seine Arbeit als U21-Trainer von Thun. "Menschlich wie auch fussballerisch", so Cerrone. "Wir hatten ein gutes Verhältnis untereinander, Spieler, Trainer, Staff. Ich habe nur die besten Erinnerungen an Frauenfeld und pflege mit vielen weiterhin Kontakt." Dem Verein aus der Thurgauer Kantonshauptstadt wünscht er eine erfolgreiche Zukunft. "Der FC Frauenfeld gehört für mich mindestens in die 1. Liga", sagt Cerrone. "Aber natürlich ist das auch eine Frage des Geldes." Und mit den aktuellen Mitteln sei es schwierig, weiter nach oben zu kommen. "Aber alleine die Sportanlage Kleine Allmend hätte 1.-Liga-Fussball verdient."

Ganz abgebrochen haben die Cerrones ihre Zelte in der Ostschweiz nicht. Die gemeinsame Wohnung im Hinterthurgau bleibt vorerst in ihrem Besitz. Neue Heimat wird in den nächsten Tagen aber Steffisburg nahe Thun. Insofern schliesst sich für Pascal Cerrone der Kreis, der 2002 begonnen hat.