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TURNIERSIEG: Nach dem Kampf die Ruhepause

Roger Federer ringt im Final der Swiss Indoors Juan del Potro in drei Sätzen 6:7, 6:4 und 6:3 nieder. Bis zu den ATP-Finals von Mitte November in London pausiert er nun. «Der Körper sehnt sich nach einer Pause.»
Ralf Streule, Basel
Auch Roger Federers Defensivqualitäten waren gegen Juan Martín del Potro gefragt. (Bild: Kurt Schorrer/Keystone)

Auch Roger Federers Defensivqualitäten waren gegen Juan Martín del Potro gefragt. (Bild: Kurt Schorrer/Keystone)

Ralf Streule, Basel

Manchmal braucht es Geduld, Juan Martín del Potro zuzuschauen. Zwischen Ballwechseln schlendert er, scheint ohne Spannung, ferienreif. Es ist sein Markenzeichen, aber auch etwas die Müdigkeit nach einer langen Saison. Wenn er dann wie gestern im Basler Finalspiel gegen Roger Federer schon nach dem ersten Game mit einem Break zurückliegt, wirkt sein Schlurfen ernüchtert, schicksalsergeben. Wie falsch man liegt! Del Potro sparte seine Kraft für die Ballwechsel – und kam gestern Nachmittag gleich mehrmals zurück ins Spiel. Und entschied den ersten Satz im Tie Break nach einem 0:3-Rückstand für sich.

Und so verstummten gestern kurzzeitig die Federer-Festspiele in der St.-Jakobs-Halle. Doch das Publikum erhielt sein Spektakel doch noch: Die Partie wurde, wie von Federer erwartet, zu einem «harten Kampf». Viele Games waren auf Messers Schneide: weil del Potro auf hohem Niveau spielte, Federer mit langen Bällen von der Grundlinie nicht gewünscht ins Spiel kommen liess. Aber auch, weil sich Federer, der im Halbfinal am Samstag noch unwiderstehlich wirkte, für einmal nicht auf seine ersten Aufschläge verlassen konnte.

«Federer machte diesmal die wichtigen Punkte»

Und als Federer im dritten Satz schnell mit Break zurücklag, tat er etwas für ihn Ungewöhnliches: Er haderte, knallte seinen Schläger gegen seine Tasche. Es schien wie ein Weckruf, auch für die Zuschauer. Federer wurde konstanter, del Potro liess nach. 6:7, 6:4 und 6:3 hiess es am Ende. Und del Potro wusste, weshalb: Federer sei es diesmal gewesen, der «die wichtigen Punkte machte». Die Frage nach seinem Gesundheitszustand nach vier Turnieren in Folge beantwortete del Potro trocken. «Ich war gegen Federer nahe dran, also war ich in Form.» Zuletzt an den US Open hatte jedoch der Argentinier die Nase vorne, ebenso 2012 und 2013 im Basler Final. Als Einziger hatte er Federers Dominanz bei seinem Heimturnier zuletzt durchbrechen können. Auch darum war für Federer der gestrige Sieg keine Selbstverständlichkeit.

Der Schweizer seinerseits sprach nach dem Spiel von dummen Fehlern, die ihn so emotional haben reagieren lassen. «Es ist immer schwieriger zurückzukommen, als ein Spiel über die Runden zu bringen. Und in Basel will ich es halt speziell gut machen.» Dazu komme die Müdigkeit, auf die vielleicht auch die vielen Aufschlagfehler zurückzuführen seien. Nach seinem achten Turniersieg in Basel, dem 95. insgesamt und dem siebten in diesem Jahr, will der 36-Jährige eine weitere Pause einlegen. Er gab gestern bekannt, am ATP-1000-Turnier in Paris-Bercy nicht teilzunehmen. «Mein Körper braucht eine Pause. Ich will für London bereit sein. Und fürs nächste Jahr.» Damit hat sich die Frage fast schon erübrigt, ob er bis Ende Jahr noch einmal an die Weltranglistenspitze wird vorstossen können. Im Vergleich mit Rafael Nadal, der in dieser Woche pausierte, aber in Paris teilnehmen wird, muss er weiterhin 1460 Punkte gutmachen. In London sind maximal 1500 Punkte zu gewinnen. Somit bleibt er wohl hinter dem Spanier, obschon er ihn in dieser Saison vier von vier Mal besiegt hat. Nadal sei dennoch der richtige Spitzenreiter, sagte Federer. «Er hat es verdient, mehr Effort reingelegt, die Saison fast durchgespielt. Für mich habe ich die Nummer eins bewusst nicht mehr zum Thema gemacht.» Nur so könne er seine Pausen sinnvoll planen. «Auch so war es jetzt schon eine der besten Saisons meiner Karriere.» Eine gute Saison war es auch für del Potro. Er wird in Paris dabei sein und um ein Ticket für London kämpfen. Klappe es nicht, gebe es eine gute Alternative: «Ich wäre auch ganz glücklich, Ferien machen zu können.»

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