TUDO BEM Verhaltene Begeisterung

Was haben sie alle gejammert, so heiss sei es in diesem Land, und dann auch noch feucht. Eine riesige Herausforderung, kaum zu meistern, schon gar nicht für Europäer.

Dominic Wirth
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Was haben sie alle gejammert, so heiss sei es in diesem Land, und dann auch noch feucht. Eine riesige Herausforderung, kaum zu meistern, schon gar nicht für Europäer. Man konnte im Vorfeld der WM schon mal auf den Gedanken kommen, dass in Brasilien vor dieser WM noch gar nie einer gegen den Ball getreten habe – gerade, wenn man den europäischen Trainer zuhörte, den Roy Hodgsons und Ottmar Hitzfelds. Jetzt, wo die WM ein paar Tage alt ist, drängt sich die Frage auf: War das alles bloss ein riesiges Täuschungsmanöver, um unsere Erwartungen klein zu halten? Denn was bisher an dieser WM passiert ist, war ja schon ziemlich ansehnlich; Tore zuhauf, Spiele in höchstem Tempo, auf und ab immerzu. Kaum einmal gab es ein Unentschieden.

Die Latte wurde ganz schön hoch gelegt in diesen Tagen, ein wenig gar hoch vielleicht für gewisse Teams. Die Schweizer und Ecuador jedenfalls konnten die vielen brasilianischen Zuschauer am Sonntag in Brasilia nicht so recht begeistern. Bald stimmten die vor lauter Langeweile die Welle an, bald pfiffen sie sogar, wenn der Schweiz wieder einmal nicht viel mehr einfiel als ein Quer- oder Rückpass. Und das passierte ja doch ab und zu. Auch die Brasilianer haben also festgestellt, dass die Schweizer zurückschalten, wenn andere umschalten. Bleibt zu hoffen, dass sie bald den Takt finden, ein bisschen Zeit haben sie ja jetzt wahrscheinlich noch – auch wenn das den Brasilianern wohl nicht so gefällt.

dominic.wirth@tagblatt.ch

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