TUDO BEM High-Tech um den Bauch

Es war ein besonderer Moment, als wir damals, bei den F-Junioren, neue Trikots bekamen. Uns interessierte nur eins: Sehen sie so cool aus, wie wir uns das erhofft hatten? Die Beschaffenheit der T-Shirts war uns völlig egal.

Matthias Hafen
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Es war ein besonderer Moment, als wir damals, bei den F-Junioren, neue Trikots bekamen. Uns interessierte nur eins: Sehen sie so cool aus, wie wir uns das erhofft hatten? Die Beschaffenheit der T-Shirts war uns völlig egal. Mit den richtigen Streifen und den richtigen Farben schwebten wir auf Baumwollwolke sieben. Mittlerweile sind die Ansprüche etwas höher. Fussballtrikots sind heute High-Tech-Produkte. Polyester und Lycra haben die Baumwolle längst verdrängt. Die Kunstfasern ermöglichen so unvorstellbare Technologien wie Dri-FIT, Climacool oder DryCell. Sie alle haben zum Zweck, den Schweiss von der Haut nach aussen zu transportieren, damit er verdunsten kann. Das soll die Fussballer kühl und trocken halten. Wellness um den Bauch, sozusagen. Keine schlechte Idee für die WM in Brasilien.

Die Schweizer und ihr Ausrüster Puma sind da ganz vorne mit dabei. In den Trikots von Shaqiri und Co. sind Kompressionseinsätze zu finden, die – und das ist kein Witz – Mikromassagen verursachen. Die Franzosen und ihr Ausrüster Nike nutzten derweil Lasertechnologie. Mit ihr wurden kleinste Stofffetzen entfernt, damit die Spieler gar nicht erst ins Schwitzen kommen. In Brasilien wohl Wunschdenken. Es scheint aber, als wären dem Fortschritt keine Grenzen gesetzt. Vielleicht hält Puma für das morgige Spiel der Schweiz ja bereits die neuste Trikotgeneration bereit. Mit einem Sauerstoffspeicher zum Beispiel. Oder, noch effektiver, einem Benzema-Blocker.

matthias.hafen@tagblatt.ch

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