St.Otmar überzeugt im Spitzenspiel: 
Ein Punkt für die Moral

Beim 27:27 gegen Pfadi Winterthur zeigt St.Otmar, dass es auch ein Topteam ärgern kann.

Ives Bruggmann
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St.Otmars Topskorer Andrija Pendic (Mitte) wird von der Winterthurer Abwehr gestoppt.

St.Otmars Topskorer Andrija Pendic (Mitte) wird von der Winterthurer Abwehr gestoppt.

Bild: Urs Bucher

Das Ende des NLA-Spitzenspiels war aus Sicht St.Otmars ein bitteres: Vier Sekunden vor Schluss übernahm Winterthurs Topskorer Kevin Jud nach dem letzten Freiwurf die Verantwortung und erzielte in extremis den 27:27-Ausgleich. Im ersten Moment trauerten die St.Galler natürlich dem verlorenen Punkt gegen das Spitzenteam nach.

Doch die Enttäuschung wich schnell der Gewissheit, dass St.Otmar an einem guten Tag auch gegen die Besten der Liga bestehen kann. Noch am Dienstag waren die St.Galler dem ­amtierenden Meister Kadetten Schaffhausen mit 21:30 hoffnungslos unterlegen gewesen. Die Defensive St.Otmars präsentierte sich aber vier Tage später gegen Pfadi in der ersten Halbzeit von ihrer besten Seite und liess insgesamt nur elf Gegentore zu. Auch Nationalgoalie Aurel Bringolf leistete mit zahlreichen Paraden seinen Beitrag. Bezeichnend für die auf­opferungsvolle Verteidigungsarbeit war der letzte Winterthurer Versuch vor der Pause: Gleich zweimal blockte die St.Galler Defensive den Wurf und verdiente sich auf der anderen Seite durch ein Freiwurf-Tor von Spielertrainer Bo Spellerberg den 13:11-Pausenstand.

Hohe Intensität in der Defensive

Dass St.Otmars Abwehr gegen das Zürcher Topteam nur elf Treffer in 30 Minuten zuliess, dürfte wichtig sein für das St.Galler Selbstverständnis. Abwehrchef Frédéric Wüstner sah seine Mannschaft in der Defensive «nahe am Optimum». Dieses Niveau müssten sie über die ganze Saison halten. St.Otmar sei eine Mannschaft, die über den Kampf komme. «Bei uns muss alles zusammenpassen, damit wir gegen die besten Equipen der Liga mithalten können», sagt Wüstner.

Die hohe Intensität in der Defensive konnte St.Otmar in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz halten. Mehrmals war ­Pfadi mittels Tempo-Gegenstoss erfolgreich und kam so zu einfachen Toren. Wüstner: «Es sind Details, die sofort zu Gegentoren führen.» Nach der zwischenzeitlichen 15:12-Führung kurz nach der Pause lag St.Otmar knapp vier Minuten vor Spielende auf einmal mit 24:26 im Hintertreffen.

Siebter Feldspieler eine Waffe

Doch dann erzielte St.Otmar – auch dank der 7:6-Überzahlvariante – drei Treffer nacheinander und ging seinerseits 50 Sekunden vor Schluss in Führung. Der siebte Feldspieler funktionierte auch an diesem Abend einwandfrei und stellt in dieser Form jeden Gegner vor Probleme. «Das 7 gegen 6 haben sie mit ihrem starken Rückraum extrem gut umgesetzt», sagte der Winterthurer Topskorer Kevin Jud anerkennend. Auch mit der 3:2:1-Deckung fand Pfadi kein Mittel dagegen.

Die Last der Tore verteilten die St.Galler am Samstagabend vor 910 Zuschauern in der Kreuzbleiche auf viele Schultern. Jan Gwerder und Andrija Pendic erzielten am Ende je fünf Treffer, Bo Spellerberg, Tobias Wetzel und Rares Jurca deren vier. Damit bleibt St.Otmar vor­übergehend auf dem dritten Tabellenplatz.

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