Trügerischer Blick auf die Tabelle

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Auswärtsspiel Morgen ab 16 Uhr kann der FC St. Gallen nachlegen, wieder einmal. Und damit den nächsten Schritt tun, in der Entwicklung, punktemässig, in der Tabelle. Gegen das Schlusslicht Luzern, das letztmals in der Meisterschaft vor zwei Monaten ausgerechnet gegen die Ostschweizer gewonnen hat, ist Giorgio Continis Team der Favorit. Der Trainer erhebt dennoch den Mahnfinger, zu oft hat er in der Saison erlebt, dass es anders kommt, als man denkt. Dafür steht insbesondere das 0:4 gegen Lausanne, damals, als man vor zwei Wochen Lehrgeld zahlte.

«Niederlagen wie jene haben nichts mit Hochmut zu tun. Wir gehen in jedes Spiel demütig. Noch scheitern wir zu oft an un­serer Courage», sagt Contini. In solchen Auftritten sieht er den Unterschied zu den richtig gu­ten Super-League-Teams, derzeit schwanke der FC St. Gallen noch zwischen den Noten 4 und 4,5. Selbst wenn der vierte Tabellenplatz mit nur einem Punkt Rückstand auf Basel dazu einlade, sich blenden zu lassen. «Ziel in Luzern ist ein disziplinierter Auftritt, dann haben wir die Chance, zu punkten», sagt Contini. Dies käme wiederum dem Gegenüber ungelegen, Luzerns angezähltem Coach Markus Babbel, aber Contini sagt: «Es darf kein Mitleid geben. Die Spielregeln in unserem Job sind nun halt so, dass der Totomat Schicksale besiegelt.»

Mit einer Sturmspitze oder drei Angreifern?

Der Totomat. Er ist es, der dem FC St. Gallen derzeit so guttut, den Konkurrenzkampf hochhält und das Ziel, sich in der ersten Tabellenhälfte festzusetzen, realistisch erscheinen lässt. Er ist es auch, der dem FC St. Gallen, der ohne die verletzten Toko und Adonis Ajeti morgen in der Früh nach Luzern aufbricht, zwei unterschiedliche Rollen ermöglicht: mit nur einem Stürmer abzuwarten, weil der verunsicherte Gegner kommen muss. Oder ihm gleich mit drei Sturmspitzen den Schneid abzukaufen. Contini kokettiert damit, wie er morgen spielen lassen will – und, wie gesagt: Er will die Lehren aus jenem 0:4 ­gegen Lausanne gezogen haben. (cbr)