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Trotzdem weiter: Schweizer Nati nach mässiger Leistung gegen Costa Rica im WM-Achtelfinal

Die Schweiz wird mit einem schmeichelhaften 2:2 gegen Costa Rica Gruppenzweite. Am Dienstag muss sie sich im Achtelfinal gegen Schweden ohne die gesperrten Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär steigern.
Christian Brägger, Nischni Nowgorod
Der Jubel von Torschütze Josip Drmic (rechts) und seinem Teamkollegen Ricardo Rodriguez. (Bild: Keystone)

Der Jubel von Torschütze Josip Drmic (rechts) und seinem Teamkollegen Ricardo Rodriguez. (Bild: Keystone)

Zum dritten Mal in Folge erreicht die Schweiz an einer WM- oder EM-Endrunde die K.-o.-Phase. Auf dem europäischen Kontinent halten da nur Belgien und Frankreich Schritt – ein Nachweis für Standhaftigkeit und Charakter dieser Mannschaft und auch ein Zeichen dafür, von welchen Dimensionen man hier spricht. Doch das soll es ja noch nicht gewesen sein, es wartet wie an der WM 2006 mit der Ukraine und an der EM 2016 mit Polen jetzt im Achtelfinal ein Team, dem die Schweiz mindestens auf Augenhöhe begegnet, wenn sie denn nicht so spielt wie gegen Costa Rica; die Schweden sind Weltnummer 24, die Schweiz ist Top-6-Nation. Am Dienstag in St. Petersburg können die Schweizer endlich beweisen, dem Selbstverständnis entsprechend ein Viertelfinalteam zu sein. Die fünf Punkte aus den Gruppenspielen gegen gewiss starke Widersacher beweisen aber auch: Es wird hart, und nicht immer haben sie so viel Glück wie an diesem Abend im neuen, schmucken Stadion von Nischni Nowgorod.

Dass es nicht, wie von manchen Aficionados erhofft, gegen die Deutschen weitergehen wird, steht schon vor dem Spiel gegen die «Ticos» fest. Doch die Mannschaft von Vladimir Petkovic hat ebendiesen ja selbst noch nicht erreicht, auch ein Ausscheiden aus dem WM-Turnier ist möglich. Und vor allem wollen die Schweizer den Gruppensieg, um in Samara zu bleiben, das in der Nähe von ihrer Teambasis in Toljatti liegt. Ehrgeizig wie er ist, schickt Petkovic deshalb eine vielleicht bestmögliche Formation auf den Platz und macht keine Spielereien. Den grippegeschwächten Steven Zuber ersetzt Breel Embolo, im Sturm gibt der Trainer dem zuletzt ungenügenden Haris Seferovic eine Denkpause und setzt auf Mario Gavranovic, der erstmals seit Juni 2013 beginnt. Für die mit einer gelben Karte vorbelasteten Valon Behrami, Stephan Lichtsteiner, Fabian Schär und Xherdan Shaqiri gibt es keine Schonung. Das Risiko, das der Trainer damit eingeht, ist erheblich, und im Fall von Lichtsteiner und Schär entscheidend, weil beide wegen Fouls verwarnt werden und nun gegen Schweden fehlen.

Blerim Dzemaili trifft zum 1:0 (Bild: Robichon Franck / EPA)
Josip Drmic trifft zum 2:2. (Bild: Vadim Ghirda / AP)
Die Freue ist Torhüter Yann Sommer ins Geschicht geschrieben. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Mario Gavranovic (rechts) gegen Giancarlo Gonzalez. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Stephan Lichtsteiner kassiert die gelbe Karte und ist im Achtelfinal gesperrt. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Erleichterung bei Valon Behrami, Michael Lang, Manuel Akanji, Johan Djourou und Fabian Schär nach dem Schlusspfiff. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Skirennfahrerin Lara Gut lässt sich mit Fans im Stadion ablichten. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Fabian Schär (rechts) gegen Daniel Colindres. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Duell zwischen Manuel Akanji (rechts) und Daniel Colindres. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Denis Zakaria (links) gegen Joel Campbell. Bild: Natasha Pisarenko / AP
Xherdan Shaqiri (links) ist schneller als Bryan Oviedo. Bild: Mark Baker / AP
Daynamisch: Stephan Lichtsteiner (Bild: Vassil Donev / EPA)
Blick in die Arena von Nischni Novgorod (Bild: Vassil Donev / EPA)
Die Spieler von Costa Rica bejubeln ihr erstes Tor am Turnier. (Bild: Mark Baker / AP)
Die Schweizer Startelf (hinten von links): Fabian Schär, Granit Xhaka, Manuel Akanji, Valon Behrami, Stephan Lichtsteiner und Yann Sommer sowie vorne (von links) Breel Embolo, Ricardo Rodriguez, Blerim Dzemaili, Mario Gavranovic und Xherdan Shaqiri. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
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Schweiz qualifiziert sich für WM-Achtelfinal

Die Schweiz startet wieder schlecht

Costa Rica ist ein stolzer WM-Teilnehmer und will Russland erhobenen Hauptes verlassen. Es legt tatsächlich los wie die Feuerwehr, es spielt aufsässig, agil und frech. Allein in der sechsten Minute muss Yann Sommer dreimal eingreifen, einmal hilft der Pfosten mit, dass die Null stehen bleibt. Und in der zehnten Minute nochmals die Latte, als Sommer bereits bezwungen ist. Die Schweizer schwimmen, sie finden nicht ins Spiel, scheinen gelähmt nach den Querelen um den Adlergruss, die Emotionen fehlen. Kurzum: Sie spielen nicht wie ein Achtelfinalist. Doch dann, aus heiterem Himmel in der 31. Minute, Shaqiri mit dem öffnenden Pass auf Lichtsteiner, Flanke auf Embolo, Kopfballvorlage auf Blerim Dzemaili, der den Ball ins Netz hämmert; es ist sein elftes Tor im Nationaldress. Den Schweizern spielt es keine Rolle, dass sie völlig entgegen dem Spielverlauf 1:0 in Führung liegen. Und Behrami bekommt recht, weil er im Vorfeld gesagt hat: «Egal, was passiert, wir bleiben ruhig und solidarisch, wir können uns aufeinander verlassen.»

Fortan wird die Schweiz besser, aber nur um Nuancen. Vielleicht hilft reden in der Pause, doch auch in der zweiten Halbzeit kommen sie wieder nicht in die Gänge, 56 Minuten sind gespielt, als Kendall Waston nach einem Corner trifft, weil Manuel Akanji nicht nahe genug steht. Bang muss den Schweizern nicht sein in diesem Moment, da die Serben zur selben Zeit in Moskau zurückliegen gegen Brasilien. So plätschert das Spiel dahin, erst in der Schlussphase entsteht Bewegung, weil der eingewechselte Josip Drmic nach einem schönen Angriff in der 88. Minute trifft. Und weil die Schweiz danach zuerst richtigerweise vom Videobeweis profitiert und kein Penalty gegen sie ausgesprochen wird, ehe Ricardo Rodriguez doch noch einen verursacht: Brian Ruiz versenkt diesen via Lattenunterkante und Sommer zum 2:2. So sind am Ende des Spiels beide Teams irgendwie zufrieden.

Schweiz - Costa Rica 2:2 (1:0)

Nischni Nowgorod. - 43'319 Zuschauer. - SR Turpin (FRA). - Tore: 31. Dzemaili (Embolo) 1:0. 56. Waston (Campbell) 1:1. 88. Drmic (Zakaria) 2:1. 93. Sommer (Eigentor/Foulpenalty Ruiz).

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Behrami (60. Zakaria), Xhaka; Shaqiri (81. Lang), Dzemaili, Embolo; Gavranovic (69. Drmic).

Costa Rica: Navas; Gamboa (93. Smith), Acosta, Gonzalez, Waston, Oviedo; Ruiz, Borges, Guzman (90. Azofeifa), Colindres (82. Wallace); Campbell.

Bemerkungen: Schweiz ohne Zuber (krank), Costa Rica komplett. 6. Sommer lenkt einen Kopfball von Borges gegen den Pfosten. 10. Lattenschuss von Colindres. 78. Kopfball von Drmic gegen den Pfosten. 93. Foulpenalty von Ruiz gegen die Latte und via Sommers Rücken ins Tor. Verwarnungen: 11. Gamboa, 29. Campbell (beide Foul), 37. Lichtsteiner (Foul, im Achtelfinal gesperrt), 75. Zakaria (Foul), 83. Schär (Foul, im Achtelfinal gesperrt), 89. Waston (Unsportlichkeit).

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