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Triathlon-Triumph von Ryf auf Hawaii

Daniela Ryf (31) beendet das Jahr 2018 ungeschlagen und prescht in eine neue Dimension vor. Auf Hawaii wird die Solothurner Topfavoritin zum vierten Mal in Folge Ironman-Weltmeisterin.
Interview: Jörg Greb
Triumphiert im Ziel mit dem hawaiianischen Lei-Halsschmuck: Daniela Ryf. (Bild: Al Bello/Getty (Kailua Kona, 13. Oktober 2018))

Triumphiert im Ziel mit dem hawaiianischen Lei-Halsschmuck: Daniela Ryf. (Bild: Al Bello/Getty (Kailua Kona, 13. Oktober 2018))

Daniela Ryf, Sie überquerten die Ziellinie unweit des Schwimmstarts in Kailua Kona nach 3,9 km Schwimmen, 180 km Velofahrt und 42,2 km Laufen. Können Sie Ihre Gefühle beschreiben?

Beschreiben lassen sich diese Gefühle nur schwer. Ich spürte bereits auf den letzten Laufkilometern eine riesige Freude. Ich wurde mir meines Triumphes immer sicherer. Mein Körpergefühl war gut, das Energielevel stimmte, die Beine wankten nicht. Und die Glückshormone traten so richtig in Aktion. Das Überqueren der Ziellinie toppt dann aber das Ganze. Jetzt ist’s geschafft. Jetzt ist alles klar. Jetzt löst sich die letzte Anspannung.

Sie benötigten 8:26:16 Stunden und blieben deutlich unter der bisherigen Rekordmarke der Britin Chrissie Wellington. Der Vorsprung auf die zweitplatzierte Luca Charles betrug 10:16 Minuten, auf die dritte Anne Haug 15:40. Das ist eine Glanzleistung.

Ja, ich konnte meine hervorragende Form sowie das in den vergangenen Wochen und Monaten aufgebaute Selbstvertrauen umsetzen. Es war ein Toprennen – ganz anders als etwa jenes vom letzten Jahr. Und es war noch besser als jenes von 2016.

Im Schwimmen verloren Sie aber ungewöhnlich viel Zeit, nämlich über 9 Minuten. Warum?

Ich war darauf vorbereitet, dass ich mit Lucy Charles nicht würde mithalten können – trotz meiner Anstrengungen im Schwimmtraining. Lucy Charles kommt aus dem Schwimmsport und ist im Stande, hervorragende Leistungen zu erbringen. Meine Schwimmleistung entsprach dennoch nicht annähernd dem Geplanten. Was allerdings einen Grund hatte.

Welchen?

Einen Quallenbiss. Die Qualle erwischte mich wenige Minuten vor dem Startkommando unter beiden Schultern. Das war ein Schock. Ich fühlte mich wie gelähmt, befand mich plötzlich im Gefühlsstrudel. Die Stellen juckten. Unmöglich, so zu schwimmen, schoss es mir durch den Kopf. Ich dachte wirklich ans Aufgeben. Doch ich erinnerte mich an meinen Teamkollegen Brent McMahon. Ihn ereilte letztes Jahr dasselbe Schicksal. Da sagte ich mir: Was Brent konnte, kann ich auch. Der Tag ist lang, und die Schmerzen vergehen wohl früher oder später.

Unter solchen Voraussetzungen brauchte es am Schluss dieses Ironman besonders viele Glückshormone?

Ja, denn es war eine Qual. Das waren die härtesten 3,8 Schwimmkilometer meines Lebens. Und der Zwischenstand war frustrierend.

Doch dann setzten Sie zu einem unglaublichen Steigerungslauf an.

Ich bin noch immer sprachlos. Ich konnte die schwächenden Gedanken ausblenden. Es lief mir immer besser. Ich überholte ständig. Und die Energie, die Kraft meiner Beine war gigantisch. Nach 170 Radkilometern konnte ich dann die Führung übernehmen.

Sie bewältigten die 180 km um die halbe Insel in 4:26:07 Stunden und pulverisierten den bisherigen Rekord der Innerschweizerin Karin Thürig auf dem Velo um fast 20 Minuten. Wie kam das zu Stande?

Es lief schlicht grossartig. Anfügen will ich aber auch: Die Bedingungen waren in diesem Jahr perfekt. Wind gab es praktisch keinen, also auch nicht die gefürchteten Gegenwinde.

Im dritten Teil rannten Sie den Marathon in 2:57:05 und erstmals unter drei Stunden. Wie realisierten Sie dies?

Ich war ja die Gejagte. Am Anfang war der Vorsprung gering. Und als die Führungsposition gefestigt war, widerstand ich konsequent dem Gedanken, zu dosieren. Schliesslich wollte ich den vielen Fans am Streckenrand eine hoch motivierte, kämpfende Daniela Ryf präsentieren. Wie mir dies gelungen ist, macht mich stolz. Der ganze Renntag macht mich stolz.

Mit dieser Weltrekordzeit und dem vierten Sieg in Folge haben Sie nun einen Hawaii-Sonderstatus – wie gehen Sie mit all den Superlativen um?

Ein weiterer grossartiger Schritt ist gelungen. Ich löschte die Rekordmarke von Chrissie Wellington aus, ich habe die einstige Überfliegerin in punkto Hawaii-Siegen eingeholt, und ich bin ja erst 31. Ich hoffe, meinen geliebten Sport noch lange ausüben zu können. Was die Hawaii-Siege betrifft, gibt es mit Paula Newby-Fraser und ihren acht Erfolgen sowie Natascha Badmann mit sechs Siegen noch Marken für mich. Und an Konkurrenz mangelt es in Zukunft wohl auch nicht: Lucy Charles ist erst 25, Anne Haug hat nach ihrem eindrücklichen Debüt gewiss noch Steigerungspotenzial.

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