Trotz Niederlage gepunktet

Hockey Thurgau verliert das Cupspiel gegen Davos 0:4. Für die 2860 Zuschauer in Weinfelden gehören auch die Thurgauer zu den Siegern – weil sie dem Publikum beste Unterhaltung bieten.

Matthias Hafen
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Hockey Thurgau unter Druck: Die Davoser Marc Wieser und Gregory Hofmann bedrängen das Thurgauer Tor mit Goalie Dominic Nyffeler. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

Hockey Thurgau unter Druck: Die Davoser Marc Wieser und Gregory Hofmann bedrängen das Thurgauer Tor mit Goalie Dominic Nyffeler. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

EISHOCKEY. Da schrammte Davos aber knapp an einem ungemütlichen Cup-Abend vorbei. Fast bis zur Spielmitte zeigte sich die Differenz zwischen dem NLA-Club aus dem Bündnerland und dem NLB-Team von Hockey Thurgau nur im Überzahlspiel. Dieses nutzte der Favorit dafür konsequent. Gleich mit der ersten Möglichkeit in der zehnten Minute traf Gregory Hofmann zum 1:0 für die Gäste.

Zu diesem Zeitpunkt hätte es aber gut und gerne schon 3:0 für Thurgau heissen können. Die Amerikaner Derek Damon und Danny Irmen, das Schweizer Duo Andy Küng/Elia-Marius Mettler und nochmals Damon/Irmen vergaben beste Abschlussmöglichkeiten. Trainer Christian Weber hatte sein Team optimal auf den oberklassigen Gegner eingestellt. Die Spieler wiederum setzten die Taktik hervorragend um. Der wuchtige Check von Fabian Maier gegen den Davoser Noah Schneeberger zu Beginn der Partie und die schlaue Abwehrarbeit von Benjamin Wichser gegen Davos' Schweden Marcus Paulsson während der ganzen Begegnung sind nur zwei Beispiele dafür.

Davos nur mit zwei Ausländern

Natürlich ermöglichte auch der Davoser Trainer Arno del Curto mit seiner Abneigung gegen den Cup diesen starken Auftritt des NLB-Clubs aus Weinfelden. Del Curto liess Schlüsselspieler wie Andres Ambühl, Reto von Arx und Goalie Leonardo Genoni pausieren. Zudem verzichtete er für einmal auch auf die Dienste der beiden Ausländer Dick Axelsson und Ville Koistinen. Der NLA-Club spielte damit – wie Thurgau – nur mit zwei ausländischen Akteuren.

Der gestrige Auftritt des Heimteams verdiente aber so oder so die stehenden Ovationen, die es zum Ende der Partie vom Publikum gab. Freude am Gezeigten hatte auch Thurgaus Headcoach Weber, der für diese Partie auf den leicht verletzten Routinier Adrian Wichser verzichten musste. «Wir haben uns nicht versteckt und sind aber auch nicht in Ehrfurcht erstarrt vor dem Gegner», sagte er. Das Resultat war ihm in diesem Moment nur zweitrangig. «Diese gute Leistung im Cup kann uns in der Meisterschaft extrem helfen.» Dass es seinem Team nicht gelungen sei, wenigstens einen Treffer zu erzielen, bezeichnete Weber als einzigen Wermutstropfen. Dafür nahm Davos den Cup eben doch zu ernst. Sven Ryser erhöhte das Skore im zweiten Drittel auf 2:0, nachdem der NLA-Club das Tempo verschärft hatte. Dem stark parierenden Dominic Nyffeler im Thurgauer Tor war bei diesem Weitschuss die Sicht verdeckt.

Solange die Beine sie trugen

Erst gegen Ende, als den Halbprofis aus der NLB die Kräfte ausgingen, war Davos auch optisch überlegen. Dass die Bündner durch Treffer von Mauro Jörg (45.) und nochmals Ryser ins leere Tor schliesslich auf 4:0 erhöhten, erstaunte keinen mehr. Längst hatten sich die Zuschauer damit abgefunden, dass es bei der Cup-Partie in Weinfelden für das Heimteam nichts zu holen gab, es aber trotzdem ein grosses Eishockey-Fest war.