TRIUMPH: Der Abschlag zu einer grossen Karriere

Der 24-jährige Golfer Justin Thomas gewinnt die 98. US PGA Championship in Charlotte. Dem jungen Amerikaner werden für die Zukunft noch etliche Grosstaten zugetraut.

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Justin Thomas gewinnt sein erstes grossen Turnier. (Bild: AP)

Justin Thomas gewinnt sein erstes grossen Turnier. (Bild: AP)

Auf dem äusserst anspruchsvollen, aber fairen Par-71-Platz des Quail Hollow Club im US-Bundesstaat North Carolina benötigte Justin Thomas ab dem zweiten Wettkampftag in jeder Runde weniger als 70 Schläge. Dies gelang keinem der noch so renommierten Widersacher. Dies ist ein Zeichen dafür, mit welchem Selbstvertrauen und mit welch kühlem Kopf der junge Spieler aus Louisville im Bundesstaat Kentucky dem Triumph entgegenging – obwohl er zuvor noch keines der vier grossen Turniere gewonnen hatte.

Thomas verwies drei untereinander schlaggleiche Spieler mit einem Vorsprung von zwei Schlägen auf den zweiten Platz. Als Bester der meistgenannten Siegesanwärter klassierte sich der frühere Weltranglisten-Erste Jason Day aus Australien auf Rang neun. Weitere Favoriten wie Brooks Koepka, Henrik Stenson und Dustin Johnson folgen gemeinsam auf Platz 13. Sergio Garcia, Sieger des US Masters, war wie Phil Mickelson und Vor­jahressieger Jimmy Walker nach zwei Runden ausgeschieden.

Für viele mag Justin Thomas ein überraschender neuer Sieger sein. Fachleute führen ihn jedoch schon länger auf der Liste von Kandidaten für grosse Triumphe. Obwohl er erst 2013 zu den ­Profis übergetreten war, gewann Thomas schon vier normale Turniere auf dem amerikanischen Circuit, der US PGA Tour. Die letzten zwei Siege glückten ihm ganz zu Beginn dieses Jahres, als er mit hervorragenden Leistungen und jeweils einem klaren Vorsprung die beiden aufeinanderfolgenden Tour-Events auf Hawaii für sich entschied.

Die Schlussrunde verhiess für Thomas anfänglich nichts Gutes. Auf den ersten drei Löchern handelte er sich zwei Bogeys ein. Von dort an spielte er aber mit einer Konstanz und Sicherheit zu Ende, wie sie für einen unerfahrenen Profi erstaunlich sind. Nach dem Gewinn sagte er: «Ich spürte in der ganzen Woche und vor allem auch in der ganzen Schlussrunde eine unglaubliche Ruhe. Ich spürte wirklich, dass ich gewinnen würde. Ich hatte einfach viel Selbstvertrauen.» Vor dem Turnier hatte er es sich noch ganz ­anders vorgestellt. «Ich hatte geglaubt, ich würde zittrig und unsicher sein», so Thomas. (sda)