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TRITTE, SCHLÄGE, BELEIDIGUNGEN: Wenn Schiedsrichter ausrasten

Schiedsrichter werden oft Opfer von Aggressionen - teils werden sie aber auch selbst zu Tätern. Wir haben nach dem schlagzeilenträchtigen Ausraster eines Schiedsrichters in Frankreich die krassesten Beispiele zusammengestellt.
Daniel Walt
Schiedsrichter Pascal Erlachner. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))

Schiedsrichter Pascal Erlachner. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))

Ein Angriff der Millionentruppe von Paris Saint-Germain rollt auf das gegnerische Tor zu. Schiedsrichter Tony Chapron, von Beruf Polizist, eilt der Aktion hinterher – genauso wie Nantes-Verteidiger Diego Carlos. Die Wege der beiden kreuzen sich, es kommt zum Zusammenstoss. Der Schiedsrichter fällt zu Boden und tritt dem Nantes-Spieler beim Aufstehen kräftig gegen das Schienbein. Dann schickt er Carlos mit der zweiten Gelben Karte sogar noch vom Platz. Diese Szene sorgt in Frankreich zum Wochenstart für heisse Diskussionen. Dies insbesondere auch deshalb, weil der Schiedsrichter nach der Partie zu Protokoll gab, er habe den Spieler unabsichtlich getreten, er sei auf dem Rasen ausgerutscht. Millionen Fussballfans am TV sahen, dass dies eindeutig nicht der Fall gewesen war.

Schiedsrichter tritt Spieler: So etwas kommt nicht alle Tage vor. Chapron ist aber nicht der einzige Spielleiter, der auf dem Platz die Nerven verlor, wie folgende Beispiele zeigen.

"Arschloch": Schiedsrichter Erlachner beleidigt GC-Star

April 2013, Zürcher Letzigrund: Die Grasshoppers spielen gegen Thun und verlieren 0:2. Für Aufregung sorgt weniger das Spiel als vielmehr Schiedsrichter Pascal Erlachner. Der Jung-Ref, damals 33-jährig, beleidigt GC-Captain Vero Salatic kurz vor dem Abpfiff als "Arschloch". Vorangegangen ist dem Skandal ein Wortgefecht zwischen den beiden, nachdem Erlachner Salatic bei einem GC-Angriff im Weg gestanden war. Erlachner will bei Salatic nach Spielschluss Abbitte leisten, dieser nimmt die Entschuldigung aber erst zwei Tage später an. Erlachner setzt seine Karriere in der Folge ohne weitere Skandale fort. Er gilt mittlerweile als einer der hoffnungsvollsten Schweizer Schiedsrichter und erhielt vor wenigen Monaten viel öffentliches Lob für sein Coming-Out. Übrigens: Auch das Schweizer Eishockey hatte einst seinen "Arschloch"-Skandal – Schiedsrichter Danny Kurmann betitelte Klotens Goalie Ronnie Rüeger im Jahr 2009 so.

Schiedsrichter Pascal Erlachner. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))

Schiedsrichter Pascal Erlachner. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))


Die Stinkefinger-Affäre: Der Ausraster von Spitzen-Ref Busacca

Massimo Busacca war bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2011 der letzte Schweizer Schiedsrichter, der auch grosse internationale Spiele vor Zehntausenden Fans pfeifen durfte. Das hinderte ihn aber nicht daran, in der Provinz die Nerven zu verlieren: Im Herbst 2009 liess sich der Tessiner beim Cupmatch Baden –YB dazu hinreissen, den YB-Fans den Stinkefinger zu zeigen. Zuvor hatten die Berner Anhänger den Schiedsrichter mit Beleidigungen eingedeckt. "Das war eine menschliche Reaktion", verteidigte sich der Spielleiter in der Folge, um schliesslich anzufügen: "Wenn es passiert ist, tut es mir leid." Busacca wurde in der Folge für drei Spiele gesperrt.


Schiedsrichter schlägt Spieler

In einem Spiel in Kuwaits Liga zwischen Al Naser und Al Arabi kommt es nach einem Penaltyentscheid des Schiedsrichters zu tumultartigen Szenen. Empört über den Elfmeterpfiff, umringen zahlreiche Spieler den Referee. Es wird auf den Mann in Gelbschwarz eingeredet, er wird gar geschubst – und rächt sich, indem er einen Spieler mit der Faust niederschlägt.



Dass solche Szenen zwar die Ausnahme sind, aber auch anderswo vorkommen, zeigt folgendes Video:


Schiedsrichter bedroht Spieler mit Waffe

Andere Länder, andere Sitten: Während hierzulande Beleidigungen und Fusstritte von Schiedsrichtern für gröbere Skandale sorgen, treten Spielleiter in anderen Regionen der Welt sogar mit Waffen in Aktion. So passiert in Brasilien: Als Gabriel Murta in einem Spiel mit einer kniffligen Szene konfrontiert und bedrängt wird, geht er in die Kabine. Zurück kommt der Polizist mit einer Waffe in der Hand, um sich notfalls verteidigen zu können.


Ebenfalls in Brasilien schreitet Schiedsrichter Camilo Eustaquio de Souza zu seiner Trainingstasche am Spielfeldrand, nachdem er von einem Akteur einen Faustschlag kassiert hat. Er kramt eine Waffe und Handschellen hervor und kehrt damit auf den Platz zurück. Der Mann, von Beruf ebenfalls Polizist, gibt nach dem Spiel zu Protokoll, er habe den fehlbaren Spieler verhaften wollen. Dieser ist allerdings bereits zuvor aus Angst vor dem Schiedsrichter über den Stadionzaun geklettert und hat sich in einer Garderobe versteckt.



Erwischt: Schiedsrichter Massimo Busacca zeigt den YB-Fans im Herbst 2009 den Stinkefinger. (Bild: Thomas Hodel)

Erwischt: Schiedsrichter Massimo Busacca zeigt den YB-Fans im Herbst 2009 den Stinkefinger. (Bild: Thomas Hodel)

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