TRIPLE: Immer wieder Sagan

Peter Sagan ist der unbestrittene WM-Star des Radsports. In Bergen liess sich der Slowake zum dritten Mal in Folge in das Weltmeister-Trikot einkleiden. Der Thurgauer Michael Albasini überzeugt als Siebter.

Sandro Mühlebach (sda), Bergen
Drucken
Teilen
Peter Sagans Freudensprung nach dem Sprintsieg. (Bild: Cornelius Poppe/ap)

Peter Sagans Freudensprung nach dem Sprintsieg. (Bild: Cornelius Poppe/ap)

Sandro Mühlebach (SDA), Bergen

Das hat vor ihm noch keiner geschafft: Peter Sagan wird zum dritten Mal in Serie Weltmeister im Strassenrennen. 267 Kilometer hatte man den Slowaken nicht gesehen. Er schonte seine Kräfte für den Finish. Und als es auf den letzten 500 Metern um die Medaillen ging, war der 27-Jährige plötzlich da. Aus der dritten Position sprintete er an die Spitze und verwies den norwegischen Lokalmatadoren Alexander Kristoff um wenige Zentimeter auf Platz zwei. Bronze ging an den Australier Michael Matthews. «Es tut mir leid, dass ich den Norwegern ein wenig die Stimmung verdorben habe», sagte Sagan, der seinen Sieg dem im Mai verstorbenen Radprofi Michele Scarponi widmete, der am Montag Geburtstag gefeiert hätte.

Rehabilitiert für Tour-de-France-Ausschluss

Spätestens bei der Siegerehrung hatte die Zuschauermenge Sagan verziehen. Wie ein Rockstar wurde er auf der Bühne bejubelt, als ihm der norwegische Kronprinz Haakon die Goldmedaille übergab. Die Fans feierten Sagan zu Recht. Noch nie zuvor hatte ein Radprofi dreimal in Folge an einer Weltmeisterschaft reüssiert. Der Italiener Alfredo Binda, die beiden Belgier Rik van Steenbergen und Eddy Merckx sowie der Spanier Oscar Freire waren in der Vergangenheit ebenfalls dreimal Weltmeister geworden, sie benötigten aber mindestens sechs Jahre für ihre Titel.

Wie 2015 und 2016 war Sagan einmal mehr zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Sagan krönte damit eine Saison, die für seine Verhältnisse nicht immer optimal gelaufen war. Zwar feierte er unter anderem seine Etappensiege 14 und 15 an der Tour de Suisse und vor zwei Wochen in Québec seinen 100. Erfolg auf Profistufe, im Frühjahr aber hatte er einen Triumph an einem der grossen Klassiker verpasst. Und im Juli wurde er wegen eines Remplers im Zielsprint von der Tour de France ausgeschlossen. Sein Sieg Nummer 101 in Bergen wetzte diese Scharte nun mehr als aus.

Albasini überzeugt mit starkem Auftritt

Die Schweizer lieferten eine starke Leistung ab. Michael Albasini sprintete in den starken siebten Rang und sorgte damit für das beste Schweizer WM-Ergebnis seit sechs Jahren. Als auf der letzten von zwölf Runden und nach 255 Kilometern das Finale lanciert wurde, waren die Schweizer ganz vorne dabei. Silvan Dillier führte das Feld als Leader in den letzten Anstieg, dicht gefolgt von Michael Albasini. Dillier legte mit dem Effort die Grundlage dafür, dass Albasini mit den Besten über den Berg kam und in der Spitzengruppe die Zielgerade erreichte. Der Thurgauer, der mit seinen bald 37 Jahren als Viertältester überhaupt in das WM-Rennen gestartet war, musste vor hunderttausenden euphorischen Zuschauern an der Strecke nur sechs Fahrern den Vortritt lassen. Wäre er vom Franzosen Julian Alaphilippe nicht noch leicht abgedrängt worden, hätte er wohl ein noch besseres Resultat erreicht. «Das gibt es halt in einem Sprint», so der Routinier zur Szene, die ihn «zwei, drei Positionen» kostete. «Ich zeigte heute, dass ich mit den besten Fahrern mithalten konnte. Am Ende waren die besten Sprinter halt immer noch da, insofern ist es ein sehr gutes Resultat», sagte der Thurgauer.