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Treue zahlt sich aus: Stöckli dank Odermatt und einem Überraschungsmann im Hoch

Bereits vier Podestplätze im Weltcup. Die Schweizer Skifirma Stöckli stiehlt den grossen Marken die Show. Wir erklären, wie das möglich ist. So viel sei verraten: Es hat mit Treue zu tun. Und mit einem Schweizer.

Martin Probst
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Marco Odermatt freut sich über den Sieg in Santa Caterina, seit er ein Kind ist vertraut er auf Stöckli.

Marco Odermatt freut sich über den Sieg in Santa Caterina, seit er ein Kind ist vertraut er auf Stöckli.

Alexis Boichard/Agence Zoom / Getty Images Europe

«Dabei ist noch nicht einmal Weihnachten», sagt Beni Matti. Doch für den Rennchef von Stöckli gibt es viel zu feiern. In den bisher sechs Männerrennen stand viermal ein Athlet auf dem Podest, der auf die Schweizer Skimarke setzt. Damit ist Stöckli nach Atomic, das bisher fünf Podestplätze ausweist, der zweiterfolgreichste Männerausrüster in dieser Saison.

Klar, es ist eine Momentaufnahme: Doch wer den Giganten Head hinter sich lässt und mit einem deutlich kleineren Budget operiert, darf zu Recht stolz sein. Matti sagt:

Wir haben weniger Mittel als andere, wir müssen darum Athleten suchen, die zu uns passen.

Die Firma muss ein gutes Gespür entwickeln und Talente früh fördern. Und das tut sie erfolgreich. Und wird dafür belohnt. Athletinnen wie Tina Maze, die in ihrer Karriere alles gewonnen hat, bedanken sich für das Vertrauen mit Treue, wenn sie Stars sind.

Die Slowenien Tina Maze hat auf Stöckli in ihrer Karrie alles gewonnen: Olympiagold, WM-Gold und den Gesamtweltcup.

Die Slowenien Tina Maze hat auf Stöckli in ihrer Karrie alles gewonnen: Olympiagold, WM-Gold und den Gesamtweltcup.

Giovanni Auletta / AP/AP

Der Slowene Cater, der Stöckli in Val d’Isère beschenkte

Ein nächster Athlet, der diesen Weg gehen könnte, ist Marco Odermatt, der für drei der vier Stöckli-Podestplätze in diesem Winter verantwortlich zeichnet. Er fährt seit seiner Kindheit die Schweizer Ski und wird schon jetzt als künftiger Gewinner des Gesamtweltcups gehandelt.

Darum die Frage an Beni Matti: Wie viele Flirtversuche anderer Ausrüster gibt es schon? Matti schmunzelt und sagt: «Wenn er seine Form behalten kann und gesund bleibt, kann er uns noch viel Freude bereiten.» Uns – es ist ein Wort, in dem sehr viel Zuversicht enthalten ist.

Von Jermann bis Stuhec – eine Erfolgsgeschichte

Stöckli gibt zahlreichen jungen Schweizerinnen und Schweizern eine Chance für den Einstieg mit gutem Material. Und auch zum slowenischen Team gibt es eine Bindung, die schon viele Jahre besteht. Angefangen mit Andrej Jerman über Tina Maze bis hin zu Ilka Stuhec entstand eine erfolgreiche Zusammenarbeit, von der bis heute auch andere profitieren.

Zum Beispiel Martin Cater. Der 27-Jährige hatte bis zum vergangenen Wochenende im Weltcup kaum für Aufsehen gesorgt und dann gewann er die Abfahrt in Val d’Isère mit Startnummer 41. Und belohnte Stöckli für die Chance, die er erhält. Er sagt:

Es ist phänomenal, wie Stöckli für mich sorgt und welche Unterstützung ich erhalte. Es ist schön, dass ich nun etwas zurückgeben kann.
Martin Cater fuhr in Val d'Isère sensationell zu seinem ersten Weltcupsieg.

Martin Cater fuhr in Val d'Isère sensationell zu seinem ersten Weltcupsieg.

Guillaume Horcajuelo / EPA

Der Sieg des Slowenen ist eines jener Geschenke, die zeigen, dass es sich lohnt, auch in die zweite Garde einer Nation zu investieren. Beni Matti sagt:

Es ist toll, wenn wir wieder jemandem eine Türe zum Erfolg öffnen konnten.

Doch trotz aller Freude sind die Sorgen bei Matti gross: «Wir verkaufen viel zu wenig Ski.» Die Firma spürt, dass in vielen Ländern das Skifahren verboten ist. Und da geht es dann nicht um Podestplätze, sondern um das Überleben.

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