Trainerwechsel als Chance für Fabrice Herzog

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22. Saison an der Bande des HC Davos: der 61-jährige Arno Del Curto. (Bild: Melanie Duchene/KEY)

22. Saison an der Bande des HC Davos: der 61-jährige Arno Del Curto. (Bild: Melanie Duchene/KEY)

Eishockey Der 23-jährige Frauenfelder Fabrice Herzog ist ein freundlicher Riese in einem rauen Sport. Und sein umgängliches Wesen verleitet zu einer Fehleinschätzung. Man hätte erwarten können, dass er bei den ZSC Lions unter dem «weichen» Führungsstil des schwedischen Trainers Hans Wallson noch besser wird. Aber das war nicht der Fall. Er hat diese Saison nur in lichten Momenten sein bestes Eishockey gespielt. Und diese Momente waren zu selten. Er ist eben, wenn es um Hockey geht, durchaus kein «Softie». Weder auf noch neben dem Eis. Ihm behagt der raue Stil auf dem Eis und in der Garderobe. Er schaffte ja unter dem «taffen» NHL-General Marc Crawford bei den ZSC Lions in der Saison 2015/16 den Durchbruch in der NLA.

Wallson muss gehen, Kossmann kommt

Im Sommer 2016 ist es zu einem Stil- und Kulturwechsel gekommen. Weg von der mehr auf Spiel und Coaching ausgerichteten nordamerikanischen Kultur und hin zum mehr durch Ausbildung und Training geprägten skandinavischen Stil. Aber es hat nicht funktioniert. Nicht nur Herzog spielte nicht mehr sein bestes Hockey. Die Mannschaft ist in eine Krise geraten. Und so ist es nur logisch, dass es nun einen Trainer- und Kulturwechsel gibt. Gestern ist der schwedische Cheftrainer Hans Wallson entlassen und bis Saisonende durch den schweizerisch-kanadischen Doppelbürger Hans Kossmann ersetzt worden. Nächste Saison übernimmt der Kanadier Serge Aubin das Amt des Cheftrainers.

Für Herzog, der mit der Nationalmannschaft derzeit am Spengler Cup spielt, ist es eine gute Nachricht. Er kann seine Erleichterung nur hinter freundlichem Wesen verbergen. Es wäre ja unanständig, wenn sich ein Spieler über die Entlassung seines Chefs freut. Er sagt das, was ein Musterprofi in einer solchen Situation sagt: «Der Trainerwechsel ist für mich die Chance zum Neuanfang.» Nun freut er sich auf die Rückkehr zum nordamerikanischen Führungsstil. «Ich hatte es schon mit Marc Crawford gut. Ich mag eher Trainer, die Feuer machen.» (kza)

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