«Träume nicht dein Leben»

LEICHTATHLETIK. Im Rahmen von «Jugend trainiert mit Weltklasse Zürich» war auf der Kleinen Allmend in Frauenfeld auch Ellen Sprunger zu Gast. Der Star und die Kids hatten viel Spass zusammen.

Géraldine Bohne
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Die Kids werden in Frauenfeld beim Weitsprung aus dem Stand von Ellen Sprunger (hellblau/schwarz) beobachtet. (Bild: Nana do Carmo)

Die Kids werden in Frauenfeld beim Weitsprung aus dem Stand von Ellen Sprunger (hellblau/schwarz) beobachtet. (Bild: Nana do Carmo)

Nach dem Motto «Weltklasse kommt zu dir» trafen auch in Frauenfeld vier Stars mit sportinteressierten Kindern aufeinander. Tips vom Profi gab es auch von Ellen Sprunger, die vor kurzem an der Weltmeisterschaft in Moskau als beste Schweizerin im Siebenkampf Höchstleistungen erbrachte. Den Kids gab sie Anweisungen in ihrer professionellen Art. Sie selbst hat mit der Leichtathletik früh im Turnverein («ich wollte nicht Fussball spielen») begonnen. So kam es zu kantonalen und später auch zu ersten nationalen Wettkämpfen.

Erreichen möchte sie noch einen Schweizer Rekord im Siebenkampf: «Dieser ist mit 6124 Punkten lange überfällig, verbessert zu werden.» Vielleicht gelingt ihr dies an der Schweizer Meisterschaft 2014 in Frauenfeld, welche am 25. und 26. Juli stattfinden wird und als Hauptprobe für die Europameisterschaften in Zürich gilt.

«Lebe deinen Traum»

Die Kinder in Frauenfeld wollte sie durch diesen Anlass bewegen und motivieren, sich ihren Traum zu erfüllen. Ganz nach dem Motto: «Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.» Die mehrfache Schweizer Meisterin und Schweizer Leichtathletin des Jahres 2012 Ellen Sprunger hat schon oft mit Jugendlichen trainiert und schätzt diese Erfahrungen, die sie so machen kann. «Ich selbst war auch mal jung und träumte von einer grossen Karriere, wie es mir etwa die Schwedin Carolina Klüft im Siebenkampf vormachte,» hält die Westschweizerin fest.

Mit Linda Züblin

Zu ihrer Thurgauer Siebenkampf-Kollegin Linda Züblin hat sie ein respektvolles Verhältnis. «Wir traten schon zu Beginn unserer Karriere als Gegnerinnen an und respektieren uns immer. Es war schön, dass wir an der WM in Moskau im gleichen Wettkampf dabei waren.» Nachdem Adrian Rothenbühler, der gemeinsame Trainer im Leistungs-Zentrum Bern, eine neue Aufgabe übernimmt, steht die Frage offen, wo Sprunger in Zukunft trainieren wird. Züblin hat sich bereits neu orientiert und ist in die Ostschweiz zurückgekehrt.

Die Frage des Trainers müssen sich die Kinder an diesem speziellen Anlass in Frauenfeld nicht stellen, denn die Siebenkämpferin (mit den 200 Metern als ihre Lieblingsdisziplin) steht für Rat und Tat zur Seite und gibt auch gut gemeinte Tips ab.

Hoffen auf Frauenfeld 2014

Für das nationale Aushängeschild war eine Schweizer Meisterschaft in Frauenfeld ein kleiner Beginn ihrer Laufbahn. Die mittlerweile zweifache WM-Teilnehmerin sorgte bereits 2003 auf der Kleinen Allmend für Begeisterung. Von da an ging es mit ihrer Karriere bergauf. Die Sportlerin trainiert hart für ihre guten Leistungen, und für diese darf sie sich am Ende oftmals auch über ein gutes Ergebnis freuen. So war sie auch in Moskau in Topform. Wer weiss, vielleicht werden es einige der Thurgauer Kinder schaffen und in einigen Jahren an Schweizer Meisterschaften zu sehen sein.

Eine typische Episode aus dem gelungenen Anlass in Frauenfeld: Das Kids-Training war schon vorbei, als Spassvogel David Oliver etwas mit OK-Präsident Matthias Gredig tuschelte. Dieser griff zum Mikrophon und forderte Ellen Sprunger zum Weitsprung-Duell mit dem Weltmeister über 110 Meter Hürden auf. Als Sprunger sofort zusagte, krebste der Amerikaner lachend zurück: «OK, geht doch nicht, ich bin jetzt müde.»