Tränen und ein Lichtblick

Didier Cuches Medaille in der Abfahrt bleibt für die Schweiz in Garmisch-Partenkirchen wohl die einzige. Im WM-Riesenslalom belegen Carlo Janka und Cuche die Ränge sieben und acht.

Patricia Loher/ garmisch-Partenkirchen
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Kurz bevor ihn die Emotionen übermannen: Didier Cuche beendet mit dem Riesenslalom von Garmisch sein letztes WM-Rennen. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Kurz bevor ihn die Emotionen übermannen: Didier Cuche beendet mit dem Riesenslalom von Garmisch sein letztes WM-Rennen. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Ski alpin. Didier Cuche konnte die Tränen nicht zurückhalten. Selbst Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, nahm den Schweizer im Zielraum in den Arm. Cuche reagierte nicht aus Enttäuschung derart emotional, «sondern wegen des Schmerzes, weil es mein letztes WM-Rennen war». In zwei Jahren in Schladming wird der 36-Jährige also nicht mehr dabei sein. Noch offen ist, ob er eine weitere Saison anhängt.

Mit WM-Silber in der Abfahrt hat Cuche der Schweiz die bis anhin einzige Medaille gesichert. Wenn in den abschliessenden Slaloms von heute und morgen nicht noch Unerwartetes passiert, muss sich Swiss Ski wohl oder übel damit abfinden, dass das Team zwei Jahre nach den sechs Medaillen in Val d'Isère in Garmisch-Partenkirchen keine zweite Auszeichnung gewinnen wird. Der Riesenslalom der Männer war der letzte Strohhalm gewesen. Doch der siebte Platz von Carlo Janka und der achte Rang von Cuche sind auch ein Spiegelbild der Saison. Jankas dritter Rang vor der WM in Hinterstoder war der erste Schweizer Riesenslalom-Podestplatz dieses Winters gewesen.

Nicht mehr dieselbe Qualität

Trotzdem waren die Aussichten nach dem ersten Lauf vielversprechend. Mit 0,38 beziehungsweise 0,49 Sekunden Rückstand auf den Halbzeitleader Aksel Lund Svindal standen Cuche und Janka alle Türen offen. Doch beiden gelang es nicht, noch zuzusetzen. «Ich bin schlecht gefahren. So hat man vorne nichts zu suchen», sagte Janka. Noch bei der letzten Zwischenzeit hatte sich der Titelverteidiger auf Medaillenkurs befunden, ehe er viel Zeit verlor. Auch Cuche suchte trotz geschientem linkem Arm keine Ausreden: «Das hatte nichts mit meiner Hand zu tun.» In der Endabrechnung verlor Janka auf Weltmeister Ted Ligety 92 und Cuche 93 Hundertstelsekunden. Cheftrainer Martin Rufener sagte, «dass wir in den technischen Disziplinen in den Trainings nicht über die Qualität verfügten wie in den Jahren zuvor». Das hängt vor allem mit den gesundheitlichen Problemen von Janka zusammen. Sandro Viletta plagen Rückenschmerzen, hinzu kommt Didier Défagos Ausfall. Sicher seien vier vierte Plätze nicht erfreulich, so Rufener. «Aber das Team steht nicht neben den Schuhen.»

Lichtblick Murisier

Garmisch-Partenkirchen wird nicht als «Schweizer WM» in die Geschichtsbücher eingehen. Zu oft Leder, zu viele Ausfälle, zu wenig Medaillen, keine Weltmeisterinnen und Weltmeister. Für einen Lichtblick war der 19jährige Walliser Justin Murisier verantwortlich. In seinem ersten WM-Rennen bei den Grossen verbesserte sich der dreifache Medaillengewinner der Junioren-WM in Crans-Montana dank der drittbesten Laufzeit vom 24. auf den 13. Rang – und war damit gleich gut wie Ivica Kostelic.

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