TOUR DE SUISSE: Zweiter Triumph «daheim»

Gesamtsieger Simon Spilak stammt zwar aus Slowenien. Doch der bald 31-Jährige fühlt sich nirgendwo sonst so wohl wie auf den Schweizer Strassen.

Sandro Mühlebach (sda), Schaffhausen
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Simon Spilak gewinnt zum zweiten Mal nach 2015 die Tour de Suisse. (Bild: Alexandra Wey/KEY)

Simon Spilak gewinnt zum zweiten Mal nach 2015 die Tour de Suisse. (Bild: Alexandra Wey/KEY)

Sandro Mühlebach (SDA), Schaffhausen

Nebst seinen beiden Gesamtsiegen an der Tour de Suisse – Simon Spilak triumphierte bereits vor zwei Jahren ein erstes Mal – wurde ihm auch der Gesamtsieg an der Tour de Romandie zugesprochen. Er erbte von Alejandro Valverde, dem das Resultat wegen Dopings nachträglich aberkannt worden ist.

Die Rundfahrt durch die Westschweiz beendete er zudem von 2013 bis 2015 dreimal als Zweiter. Hinzu kommen vier Etappensiege – drei an der Westschweizer Rundfahrt, einer an der Tour de Suisse. Ausserhalb der Schweiz zieren nur zwei bedeutende Erfolge sein Palmares. «Kurze Rundfahrten behagen mir mehr», fand Spilak einen Grund. Tatsächlich bestritt der Slowene seit der Tour de France 2014 keine grosse Rundfahrt mehr. Auch die Frankreich-Rundfahrt in zwei Wochen lässt er aus. Dafür will er Anfang August die Polen-Rundfahrt für sich entscheiden.

Im Zeitfahren souverän

Die Grundlage für seinen zweiten Gesamtsieg an der Tour de Suisse legte Spilak in Sölden. Auf dem Weg zum Tiefenbachgletscher dominierte er in der drittletzten Etappe seine Gegner nach Belieben. Er gewann die Etappe und eroberte sich das Leadertrikot, das er bis am Ende souverän verteidigte. Am Tag vor Sölden war er am Albula beinahe eingebrochen. Im abschliessenden Einzelzeitfahren geriet Spilak nicht mehr in Gefahr, obwohl er auf den Italiener Damiano Caruso, den Gesamt-Zweiten, vier Sekunden einbüsste. Der Captain des Teams BMC seinerseits verteidigte seinen zweiten Rang gegenüber dem Niederländer Steven Kruijswijk, der die Rundfahrt mit einem Rückstand von 1:08 Minuten auf Spilak beendete.

Spilak gibt sich in der Öffentlichkeit äusserst wortkarg, ja gar scheu. «Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel», sagte er nach seinem Triumph. «Und auch für die Mannschaft ist er sehr wichtig.» In der Tat hatte Katjuscha in dieser Saison zuvor auf Stufe World Tour erst einen Sieg gefeiert, beim Eintagesrennen Eschborn-Frankfurt durch den Norweger Alexander Kristoff.

Sein Team hat eine Schweizer Lizenz

Spilaks Bezug zur Schweiz ist auch dank seiner Mannschaft gross. Katjuscha-Alpecin ist zwar noch in russischem Besitz, fährt aber seit diesem Jahr mit einer Schweizer Lizenz. Die Equipe des Oligarchen Igor Makarow hat ihren offiziellen Firmensitz bereits seit einigen Jahren in Genf und verabschiedete sich in diesem Winter auch auf dem Papier von Russland. Mit Reto Hollenstein, der die Tour de Suisse als 69. beendete, fährt auch ein Schweizer für das Team.