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Tour de Suisse: U23-Weltmeister Marc Hirschi muss im rauen Profialltag hinten anstehen

U23-Weltmeister Marc Hirschi fährt in der zweiten Etappe als Helfer durch die Region, in der er am liebsten trainiert. Die Rechnung seines Teams geht nicht auf. Leader ist der Däne Kaspar Asgreen, Etappensieger der Spanier Luis Leon Sanchez.
Daniel Good, Langnau
Marc Hischi (im roten Leibchen) muss Helferarbeit verrichten. (Bild: KEY)

Marc Hischi (im roten Leibchen) muss Helferarbeit verrichten. (Bild: KEY)

Marc Hirschi, der beste 20-jährige Veloprofi der Welt, hätte schneller fahren können. Aber er musste Rücksicht nehmen. Auf Michael Matthews, den Captain seines Rennstalls Sunweb. So sind die Regeln im Profiradsport. Der Australier hatte reelle Aussichten, in Langnau die zweite Etappe zu gewinnen und das Leadertrikot zu holen. Aber Matthews war am Chuderhüsli gut 20 Kilometer vor dem Ziel in Schwierigkeiten geraten. Dank der Hilfe seines Teamkollegen Hirschi schaffte es Matthews nach dem finalen Aufstieg wieder in die Spitzengruppe, aber er wurde bloss Sechster.

Hirschi wusste schon am Morgen des Renntages, dass er nicht auf eigene Rechnung fahren dufte. Nur wenn Matthews früh in eine Krise geraten wäre, hätte Sunweb auf den Schweizer Jungstar gesetzt. Form und Klasse hätten gestern auf höchster Ebene wohl für ein Spitzenresultat gereicht, aber dem U23-Weltmeister Hirschi waren die Hände gebunden. Immerhin war er in der Region, in der er am liebsten mit dem Velo unterwegs ist, einer der stärksten Fahrer im Feld. Das lässt hoffen.

Die Befehle kommen per Funk aus dem Teamwagen

Im Ziel war Hirschi enttäuscht, aber gefasst. Die Aufopferung blieb unbelohnt. «Wir waren im Finale nicht gut genug organisiert», sagte der Berner. Per Funk hatte er aus dem Mannschaftswagen Befehle erhalten – aber zu spät. Da war Luis Leon Sanchez schon weg. Der Spanier entschied die Etappe solo für sich. Hirschi sagte auch, er hätte den letzten Aufstieg schon noch schneller bewältigen können, aber er hätte warten müssen. Hirschi sagt:

«Das Niveau ist unwahrscheinlich hoch. So schnell wie heute bin ich noch nie zum Chuderhüsli hinaufgefahren, aber eine richtige Selektion gab es doch nicht.»

In der heutigen Etappe mit dem Ziel in Murten hat Matthews erneut die Chance, das Leadertrikot zu erobern. Er liegt im Gesamtklassement bloss eine Sekunde zurück. Das bedeutet wieder viel Arbeit für Helfer Hirschi. Gefährlich könnte es auch noch werden. Hirschi:

«200 Meter vor dem Ziel hat es eine enge Kurve. Da sind wir mit Tempo sechzig bis siebzig unterwegs. Ich hoffe nur, dass das gut geht.»

Hirschi hat mit dem Team Sunweb einen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Er verbuchte in seiner ersten Saison in der World Tour schon ansehnliche Ergebnisse, so einen vierten Platz in der Baskenland-Rundfahrt und einen zehnten Rang in einem belgischen Klassiker.

Bahnfahrer Imhof bester Kletterer

Hirschi liess es gestern auf den letzten Kilometern ausrollen und passierte die Ziellinie auf Platz 62. «Diese verlorenen Sekunden spielen für mich keine Rolle», sagte er. Bester Schweizer wurde Stefan Küng, der nach dem enttäuschenden neunten Rang im Zeitfahren vom Samstag den zwölften Platz belegte. Im Gesamtklassement rückte der Thurgauer mit zehn Sekunden Rückstand auf den sechsten Rang vor.

Ein anderer Thurgauer, der 28-jährige Claudio Imhof, fuhr während 114 Kilometern an der Spitze. Der beste Bahnfahrer im Land mit EM- und WM-Medaillen wurde 37 Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Er trägt heute als Belohnung für den gestrigen Kraftakt das Trikot des besten Bergfahrers. «Das war emotional einer meiner schönsten Tage auf dem Velo», sagte Imhof.

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