Tour de Suisse
Stefan Küng im Sekundenglück – er verteidigt das gelbe Leadertrikot hauchdünn

Stefan Küng behält gelb, weil Mathieu van der Poel die 2. Etappe der Tour de Suisse gewinnt.

Raphael Gutzwiller
Drucken
Teilen
Kann gut lachen: Stefan Küng behält gelb.

Kann gut lachen: Stefan Küng behält gelb.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Im Ziel im regnerischen Lachen angekommen, schnappt sich Stefan Küng eine Regenjacke und fährt gleich weiter in Richtung Teambus. Mit seinen 20 Sekunden Rückstand ist er sich sicher: Das gelbe Trikot des Gesamtleaders der Tour de Suisse ist nach einer Etappe bereits wieder weg. Doch so ist es nicht.

Zum Etappensieger hat sich Mathieu van der Poel gekrönt. Der Alleskönner aus Holland – auf dem Mountainbike ist er der ärgste Konkurrent der Schweizer Nino Schurter und Mathias Flückiger – setzte sich im Sprint vor dem deutschen Maximilian Schachmann durch.

Mathieu van der Poel jubelt über den Etappensieg an der Tour de Suisse.

Mathieu van der Poel jubelt über den Etappensieg an der Tour de Suisse.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Auch den Gelb-Favoriten Julian Alaphilippe verwies er auf die Plätze – wodurch van der Poel Küng zur Verteidigung des Leadertrikots verhalf. «Ich habe alles gegeben, um das gelbe Trikot zu verteidigen», sagt Küng. «Dass es gereicht hat, ist einfach super.»

Wie lange noch?

Die grosse Frage lautet nun: Wie lange kann Küng sein Trikot noch verteidigen? Noch eine Sekunde liegt der Zeitfahrspezialist vor dem französischen Weltmeister Alaphilippe, eine weitere Sekunde dahinter folgt mit Schachmann der nächste Spitzenfahrer. «Der Vorsprung ist nicht mehr gross», so Küng. «Aber alles, was jetzt kommt, ist Bonus. Ich wollte mein Trikot verteidigen und das hat geklappt. Aber kampflos gebe ich es auch jetzt nicht her.»

Schon 2018 fuhr Küng einst vier Tage lang in Gelb durch die Schweiz, eine Wiederholung erhofft er sich. Und er weiss: «Die nächsten beiden Etappen werden weniger hart. Ich fühle mich gut.» Doch er weiss auch: Geht es in die Berge, wird das Trikot bald weg sein.

Hirschi steigert sich

Marc Hirschi fährt in der zweiten Etappe vorne mit und klassiert sich als Fünfter.

Marc Hirschi fährt in der zweiten Etappe vorne mit und klassiert sich als Fünfter.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Punkto Gesamtwertung hat der Berner Marc Hirschi etwas bessere Chancen. Doch im Zeitfahren hat der 22-Jährige enttäuscht, in der 2. Etappe macht er es dafür deutlich besser. Er fährt mit der Spitzengruppe mit und klassiert sich als Etappen-Fünfter. Auch das weiter Rundfahrten-Talent Gino Mäder als 12. überzeugt erneut und liegt in der Wertung in der Top Ten.

Auffällig dieser 2. Etappe zeigt sich das Schweizer Duo Claudio Imhof und Tom Bohli. Sie führen zwischenzeitlich deutlich. Imhof wird erst 8 Kilometer vor dem Ziel eingeholt.

Die 3. Etappe führt von Lachen über 185 Kilometer nach Pfaffnau.

Resultate

84. Tour de Suisse. 2. Etappe (Neuhausen am Rhein – Lachen SZ, 178km): 1. van der Poel 4:12:30. 2. Schachmann 0:01 zurück. 3. Poels 0:04. Ferner: 5. Hirschi 0:04. 12. Mäder 0:11. 26. Küng 0:22.

Gesamtwertung: 1. Küng 4:24:52. 2. Alaphillpe 0:01. 3. Schachmann 0:02. Ferner: 9. Mäder 0:30. 16. Hirschi 0:48.

Aktuelle Nachrichten