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TOUR DE SUISSE: Dennis stürzt, Küng erbt

Stefan Küng übernimmt in der zweiten Etappe das Leadertrikot. Der Thurgauer profitiert von einem Sturz seines Teamkollegen Rohan Dennis, der am Vortag vor Küng den Prolog dominiert hatte.
Sandro Mühlebach (sda)
Die ehemalige Miss Schweiz Dominique Rinderknecht streift Stefan Küng das Leadertrikot über. Erstmals als Profi ist er Gesamtführender einer Rundfahrt. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Die ehemalige Miss Schweiz Dominique Rinderknecht streift Stefan Küng das Leadertrikot über. Erstmals als Profi ist er Gesamtführender einer Rundfahrt. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Sandro Mühlebach (SDA)

«Im Leben gibt es Schatten- und Sonnenseiten», sagte Stefan Küng, der seine erste Tour de Suisse bestreitet. «Heute schien nicht nur in der Schweiz, sondern auch für mich persönlich die Sonne. Mit dem gelben Leadertrikot geht ein Kindheitstraum in Erfüllung.» Küng durfte zwar darauf hoffen, dass er im Falle einer Spitzenklassierung in der Etappe das gelbe Trikot erobern könnte, nachdem er am Samstag den Prolog mit einem Rückstand von acht Sekunden auf Dennis abgeschlossen hatte. Dass er das Trikot von seinem Teamkollegen erbt, weil dieser stürzt, damit hatte aber auch der 23-jährige Thurgauer nicht gerechnet.

In den ersten beiden Jahren seiner Profikarriere hatte Küng selbst mehrmals zu den Sturzopfern gehört. Er musste deswegen 2015 und 2016 eine lange Pause einlegen und verpasste gar die Olympischen Spiele. Der Ostschweizer weiss nur zu gut, wie sich ein Sturz anfühlt. «Es ist nie schön, wenn ein Teamkollege zu Boden geht, erst recht nicht, wenn er der Leader ist», sagte Küng zur verhängnisvollen Situa­tion mit Dennis. Knapp 25 Kilometer vor dem Ziel wurde der weit hinten fahrende Dennis bei Positionskämpfen in einen Massensturz verwickelt. Der Australier beendete die Etappe mit einem Rückstand von fast zehn Minuten. Danach wurde er zum Röntgen des Handgelenks ins Spital gefahren. Ob er die Schweizer Rundfahrt fortsetzen kann, war zunächst noch offen.

Küng erreichte das Ziel als 34. mit dem Feld, das auf weniger als 60 Fahrer geschrumpft war. Der Gedanke, dass er das Leadertrikot von Dennis übernehmen könnte, sei ihm auf den letzten fünf Kilometern schon gekommen, so Küng. Im Ziel wusste er aber zunächst nicht, ob es gereicht hatte. Schliesslich hätte ihn zum Beispiel der sprintstarke Michael Matthews, der Vierte des Prologs, dank der Bonifikationen überholen können.

Michael Albasini mit starker Leistung

Matthews wurde aber nur Zehnter. Und deshalb steigt Küng heute mit einer Reserve von einer Sekunde auf den Australier und den zeitgleichen Niederländer Tom Dumoulin, in die dritte Etappe. Küng trägt erstmals als Profi das Leadertrikot einer Rundfahrt. 2014, damals noch als Junior, hatte er nach einem Prologsieg die viertklassige Normandie-Rundfahrt für einen Tag angeführt. Die letzten Schweizer, die ihre Heimrundfahrt in Gelb bestritten, waren Fabian Cancellara und Ma­thias Frank. Cancellara schlüpfte vergangenes Jahr nach seinem Prologsieg für einen Tag in das Trikot, Frank 2013 gar für sechs Tage, ehe er am Schlusstag noch vom ersten Rang verdrängt wurde. Im Trubel um Küng ging beinahe die Leistung eines weiteren Thurgauers unter. Michael Albasini sprintete hinter Tagessieger Philippe Gilbert, dem Neuseeländer Patrick Bevin und dem Franzosen Anthony Roux auf den vierten Platz des Rundkurses um Cham. Im Gesamtklassement ist Albasini als zweitbester Schweizer mit einem Rückstand von elf Sekunden als Siebenter klassiert.

Gilbert, der Weltmeister von 2011, hatte diesen Frühling die Flandern-Rundfahrt und das Gold Race gewonnen. Nun feierte der Belgier seinen ersten Sieg in der Schweiz. Ein zweiter Rang war sein bisher bestes Ergebnis an der Tour de Suisse gewesen.

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