TOUR DE FRANCE: Mit viel Punch zum Sieg

Der Norweger Edvald Boasson Hagen sichert sich in der Überführungsetappe vor dem Schlusswochenende den Sieg. Michael Albasini klassiert sich in Salon-de-Provence auf Rang neun.

Drucken
Teilen
Mit einem Lächeln im Ziel: Edvald Boasson Hagen war in der neunköpfigen Spitzengruppe klar der stärkste Fahrer. (Bild: Peter Dejong/AP)

Mit einem Lächeln im Ziel: Edvald Boasson Hagen war in der neunköpfigen Spitzengruppe klar der stärkste Fahrer. (Bild: Peter Dejong/AP)

Schon viermal hatte Edvald Boasson Hagen in dieser Rundfahrt den Tagessieg nur knapp verpasst. Einmal, beim Sieg von Marcel Kittel in Nuits-Saint-Georges im Burgund in der siebten Etappe, fehlten dem Norweger gar nur sechs Millimeter zum Triumph. Zuletzt am Dienstag in Romans-sur-Isère stand ihm Michael Matthews vor der Sonne. Dazwischen war er in Pau und Rodez jeweils Dritter geworden.

Doch in der 19. Etappe, dem mit 222,5 km längsten Teilstück dieser Tour, folgte die Erlösung. Boasson Hagen setzte sich 3 km vor dem Ziel bei einem Kreisel zusammen mit Nikias Arndt durch eine geschicktere – weil kürzere – Routenwahl von den sieben verbliebenen Mitstreitern ab. Gleich danach beschleunigte der 30-Jährige vom südafrikanischen Team Dimension Data unwiderstehlich, so dass ihm der junge Deutsche nicht mehr folgen konnte. Am Ende fehlten Arndt fünf Sekunden zum ersten Tour-Triumph. Für Boasson Hagen, der 2011 als Fahrer des Teams Sky zweimal gewonnen hatte, war es der dritte Sieg bei der Grande Boucle. «Ich war einige Male schon so nahe dran. Heute wollte ich nun wirklich gewinnen. Das war eine schöne Belohnung auch für das Team, das mich nach dem Ausfall von Mark Cavendish so stark unterstützt hat», sagte der Norweger.

Albasini muss Nachführarbeit leisten

Mit 17 Sekunden Rückstand klassierte sich der Belgier Jens Keukeleire auf dem dritten Platz. Dessen Orica-Teamkollege Michael Albasini, der am Ende bei der Verfolgung von Boasson Hagen Nachführarbeit zu leisten hatte, wurde Neunter. Der 36-jährige Thurgauer hatte sich nach knapp einer Rennstunde zusammen mit 19 weiteren Fahrern vom Feld abgesetzt.

Das Feld mit allen Gesamtersten verbrachte einen geruhsamen Tag. Es benötigte für die drittletzte Etappe von Embrun nach Salon-de-Provence 12:27 Minuten länger als der Sieger. Intensiver wird es – zumindest für die Favoriten – heute. Vor dem 22,5 km langen Zeitfahren in Marseille führt der dreifache Tour-Sieger Chris Froome das Gesamtklassement mit 23 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Romain Bardet an. Der Kolumbianer Rigoberto Uran liegt um 29 Sekunden hinter dem Briten zurück. Von diesem Trio gilt Froome als der stärkste Zeitfahrer. Start und Ziel befinden sich im Stade Vélodrome, der Spielstätte von Olympique Marseille.

Siegeschancen hat auch Stefan Küng. Was er zu leisten im Stande ist, zeigte der Thurgauer in Düsseldorf, als nur der Brite Geraint Thomas um fünf Sekunden schneller war. Oder in einer Fluchtgruppe vor einer Woche in den Pyrenäen, als er auch im Steilen überraschend gut mithielt. In den vergangenen Tagen schaute der ehemalige Welt- und Europameister in der Einzelverfolgung darauf, sich möglichst zu schonen. Für heute hat sich der 23-jährige Küng einen Podestplatz zum Ziel gesetzt. (sda)