TOUR DE FRANCE: Matthews holt auf

Der Australier Michael Matthews hat die vom Wind geprägte 16. Etappe gewonnen. Er erhöht damit den Druck auf Marcel Kittel im Kampf um das grüne Punktetrikot.

Drucken
Teilen
Michael Matthews freut sich zusammen mit seinen Teamkollegen über seinen Etappensieg. (Bild: Guillaume Horcajuelo/EPA)

Michael Matthews freut sich zusammen mit seinen Teamkollegen über seinen Etappensieg. (Bild: Guillaume Horcajuelo/EPA)

Michael Matthews hatte bereits am vergangenen Samstag in ­Rodez die 14. Etappe im Massensprint gewonnen. Nach dem zweiten Ruhetag bewies der 26-jährige Australier vom Team Sunweb auch gestern seine ­Stärke und verwies auf der leicht ­ansteigenden Zielgeraden in Romans-sur-Isère den Norweger Edvald Boasson Hagen und den Deutschen John Degenkolb auf die Plätze zwei und drei.

Mit seinem insgesamt dritten Tour-Etappensieg – seinen Premierensieg an der Frankreich-Rundfahrt hatte er vor einem Jahr in Revel gefeiert – holte Matthews gestern auch in der Punktewertung im Kampf um das grüne Trikot mächtig auf. Sein Rückstand auf den deutschen Radrennfahrer Marcel Kittel verringerte sich von 79 auf nur noch 29 Punkte. Kittel war auf dem 165 km langen und von starken Gegen- und Seitenwinden geprägten Teilstück zwischen Le Puy-en-Valey und Romans-Sur-Isère bereits früh abgehängt worden und verpasste somit den angestrebten sechsten Tour-Etappensieg in diesem Jahr.

Quick-Step als grosser Verlierer

Im Team Quick-Step erlebte nicht nur Kittel einen rabenschwarzen Tag. In der belgischen Equipe gehörte mit Daniel Martin auch der bestklassierte Fahrer im Gesamtklassement zu den Geschlagenen des Tages. Der Ire, vor der Etappe mit 1:12 Minuten Rückstand noch Gesamtfünfter, fiel rund 15 km vor dem Ziel einer Windkante zum Opfer und büsste in der Gesamtwertung 51 Sekunden und zwei Positionen ein. Bereits vor dem Start zur 16. Etappe musste mit dem Belgier Philippe Gilbert ein Fahrer von Quick-Step Forfait erklären. Den Sieger der diesjährigen Flandern-Rundfahrt bremste eine Magen-Darm-Grippe.

Die Tour-Favoriten rund um den britischen Vorjahressieger Chris Froome überstanden die unerwartet anspruchsvolle Übergangsetappe schadlos. Der ­Captain vom Team Sky führt das Gesamtklassement nach wie vor mit 18 Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Fabio Aru an. Knapp dahinter folgen der ­Franzose Romain Bardet mit 23 Sekunden Rückstand und der ­Kolumbianer Rigoberto Uran mit 29 Sekunden Rückstand.

Hinauf zum Dach der Tour

Heute Mittwoch steht die erste von zwei schweren Alpen-Etappen im Programm. Das 17. Teilstück führt über 183 km von La Mure nach Serre Chevalier und beinhaltet mit dem Col de la Croix de Fer 104,5 km vor dem Ziel und dem Col du Galibier 28 km vor dem Ziel zwei Steigungen der höchsten Kategorie. Die Rivalen von Froome werden sicher am Galibier – mit 2642 Metern über Meer das Dach der diesjährigen Tour de France – und in der anschliessenden ­Abfahrt nach Serre Chevalier versuchen, mit Attacken dem Gesamtführenden das Maillot jaune streitig zu machen. (sda)