TOUR DE FRANCE: Froome baut Führung aus

Vorjahressieger Chris Froome wird hinter dem Slowenen Primoz Roglic Dritter. Damit verteidigt der Brite das gelbe Leadertrikot auch in der ersten Alpen-Etappe.

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Chris Froome im gelben Leadertrikot steht vor seinem letzten schweren Tag an der Tour de France. (Bild: Robert Ghement/EPA)

Chris Froome im gelben Leadertrikot steht vor seinem letzten schweren Tag an der Tour de France. (Bild: Robert Ghement/EPA)

Unter den Augen von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron suchte Romain Bardet im Aufstieg zum legendären Col du Galibier mehrmals den Angriff. Doch Chris Froome hatte stets eine Antwort parat. Der Captain vom Team Sky konnte das Geschehen mithilfe seines spanischen Edelhelfers Mikel Landa jeweils neutralisieren. Als Tagesdritter sammelte Froome im Ziel sogar noch vier Sekunden Bonifikationen. Damit baute er seinen Vorsprung in der Gesamtwertung leicht aus. Einer von Bardets Tempoverschärfungen zum Opfer fiel Fabio Aru. Der Italiener verlor bis ins Ziel über 30 Sekunden auf Froome und rutschte im Gesamtklassement von Platz zwei auf Rang vier zurück. Aber auch Aru hat vor der heutigen Bergetappe nur 53 Sekunden Rückstand auf Froome.

Der in Kenia geborene Brite fährt mit Zuversicht seinem vierten Triumph entgegen: «Ich fühle mich viel besser als in den Pyrenäen. Das wird am Donnerstag der letzte schwere Tag bei dieser Tour.» Seine Rivalen müssen sich bei der Bergankunft auf über 2300 Meter über Meer etwas einfallen lassen, wollen sie den 32-Jährigen noch vom Weg zum dritten Tour-Sieg hintereinander abbringen.

Höllenritt über vier Pässe

Weil Froome am Samstag im Zeitfahren in Marseille die besseren Karten haben dürfte, sind Uran, Bardet und Aru im viertletzten Teilstück gefordert. Der Schlussanstieg bietet mit durchschnittlich neun Steigungsprozenten auf den letzten zehn Kilometern eine optimale Plattform für solche Angriffe, die früher oder später erfolgen müssen. Gestern wartete Froomes Konkurrenz ziemlich lange darauf. Weder am Hors-Catégorie-Anstieg zum Col de la Croix de Fer, noch am Col due Télégraphe (1. Kategorie) wagten sie sich in die Offensive. Froome war mit seinem Team Sky zu präsent. Den Tagessieg auf der 183 km langen Etappe sicherte sich Primoz Ro­glic. Der Slowene hatte im Vorjahr bereits im Giro d’Italia ein Zeitfahren gewonnen und heuer an der Tour de Romandie ebenfalls im Kampf gegen die Uhr triumphiert. Den bisher grössten Erfolg seiner Karriere feierte Roglic nach einem Höllenritt über vier Pässe, nachdem er am Galibier seine letzten Mitstreiter aus einer ursprünglich knapp 30-köpfigen Fluchtgruppe abgeschüttelt hatte. Er gewann solo 1:13 Minuten vor der kleinen Favoritengruppe um Froome, Uran und Bardet.

Vom Skispringer zum Radfahrer

Roglic gilt aufgrund seiner aussergewöhnlichen Fähigkeiten in der Ebene wie auch in den Bergen als Versprechen für die Zukunft. Dabei hat der 27-Jährige eine kuriose Karriere hinter sich. 2007 war er noch Junioren-Weltmeister im Skispringen, ehe er zum Radsport wechselte. «Ich bin froh, dass ich damals diesen Entscheid getroffen habe. Der Sieg heute war völlig verrückt», so Roglic. (sda)