TOUR DE FRANCE: Barguil holt Verpasstes nach

Warren Barguil beschert den Franzosen den perfekten Nationalfeiertag. Der 25-Jährige gewinnt in den Pyrenäen die 13. Etappe im Sprint einer Spitzengruppe mit vier Fahrern.

Valentin Oetterli (sda)
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An der Mur de Péguère fährt Warren Barguil noch hinter Nairo Quinatano (vorne) und Mikel Landa. Am Ziel hat der Franzose die Nase vorne. (Bild: Guillaume Horcajuela/EPA)

An der Mur de Péguère fährt Warren Barguil noch hinter Nairo Quinatano (vorne) und Mikel Landa. Am Ziel hat der Franzose die Nase vorne. (Bild: Guillaume Horcajuela/EPA)

Valentin Oetterli (SDA)

Warren Barguil war in Foix bereits für den vierten Tagessieg eines Franzosen an der 104. Tour de France verantwortlich. Doch am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, hatte zuletzt vor zwölf Jahren mit David Moncoutié ein Einheimischer triumphiert. Speziell machte es für Barguil aber auch, dass er schon am Sonntag in Chambéry über seinen ersten Etappensieg gejubelt hatte. Damals allerdings fälschlicherweise. Das Zielfoto zeigte auf, dass Rigoberto Uran um Reifenbreite vorne lag.

Barguil, der schon das Sieger-Interview gab, blieben im Chambéry bloss der zweite Platz und die Tränen. Das Trikot für den Leader in der Bergpreiswertung war ihm sichtlich ein schwacher Trost. Fünf Tage später in Foix gab es an seinem Sieg jedoch nicht den geringsten Zweifel. Der 25-Jährige vom deutschen Team Sunweb liess im Sprint mit Nairo Quintana einem anderen Kolumbianer deutlich das Nachsehen. Zeitgleich Dritter wurde der Spanier Alberto Contador.

Im Frühling noch verletzt

«Ich habe in der letzten Kurve volles Risiko genommen. Das ging zum Glück auf», so Barguil, der nach der zweiten Etappe der Tour de Romandie mit einem Beckenbruch verletzt ausgefallen war. Nun wird er mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Berg­könig der Tour de France werden.

Die Etappe von St-Girons nach Foix führte über nur 101 Kilometer. Allerdings standen gestern gleich drei Bergpreiswertungen der ersten Kategorie auf dem Programm, was zu frühen Attacken verleitete. Contador und sein Landsmann Mikel Landa setzten sich früh ab. Bis zum letzten Pass, der Mur de Péguère, schlossen Barguil und Quintana auf. Auf den letzten 27 Kilometern talwärts bis ins Ziel veränderte sich am Abstand zwischen dem Spitzenquartett und der Verfolgergruppe mit den Gesamtersten nicht mehr viel. Diese kamen im zweiten Teilstück in den Pyrenäen mit 1:48 Minuten Rückstand ins Ziel.

Fabio Aru weiter in Gelb

Fabio Aru behielt trotz fast gänzlich fehlender Unterstützung seiner Helfer vom Team Astana das am Vortag von Chris Froome übernommene Leadertrikot. Der Italiener führt weiterhin mit sechs Sekunden Vorsprung vor dem britischen Vorjahressieger, der nach seiner Schwäche am Vortag in Angriffslaune war.

«Gestern habe ich mich schwach gefühlt, heute ging es viel besser», so der Brite. Aber Aru zeigte sich zu jeder Zeit auf der Höhe des Geschehens. «Das Wichtigste war, das Gelbe Trikot zu verteidigen», sagte Aru, der nach Dario Cataldo mit Jakob Fuglsang einen weiteren wichtigen Helfer verlor. Der Däne, im Juni Sieger des Dauphiné, musste aufgeben. Er war am Mittwoch gestürzt und hatte sich am linken Handgelenk zwei kleinere Brüche zugezogen.

Heute führt die 14. Etappe von Blagnac nach Rodez. Die sogenannten Puncher finden ein ideales Terrain vor. Auf den letzten 70 Kilometern sind mehrere kleinere Anstiege zu bewältigen, davon zwei der dritten Kategorie.