Tote Fische und Mücken bringen Sportler in Gefahr

OLYMPISCHES. Die Olympischen Sommerspiele in Rio brauchen eine weitaus grössere medizinische Vorbereitung als üblich. Dies, weil der Anlass im tropischen Klimagürtel stattfindet. Die grössten Gefahren für die Sportler lauern im Wasser und in der Luft, wie Kerstin Warnke sagt.

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Die Guanabara-Bucht in Rio ist stark verschmutzt. (Bild: ap/Silvia Izquierdo)

Die Guanabara-Bucht in Rio ist stark verschmutzt. (Bild: ap/Silvia Izquierdo)

OLYMPISCHES. Die Olympischen Sommerspiele in Rio brauchen eine weitaus grössere medizinische Vorbereitung als üblich. Dies, weil der Anlass im tropischen Klimagürtel stattfindet. Die grössten Gefahren für die Sportler lauern im Wasser und in der Luft, wie Kerstin Warnke sagt. «Die Qualität des Wassers mit einem hohen Vorkommen an Kolibakterien ist in Brasilien eine grundsätzliche Herausforderung», sagt die Chefin der medizinischen Delegation von Swiss Olympic. «Durchfall und andere Magen-Darm-Probleme sind verbreitet unter Reisenden.»

Segeln im Abwasserbecken

Besonders die Wasserqualität in der Guanabara-Bucht, wo die Segel- und Surf-Wettbewerbe stattfinden, bereitet Swiss Olympic Sorgen. Die Bucht gilt als Abwasserbecken und Müllhalde Rios, tote Fische schwimmen zu Hunderten an der Oberfläche. «Wenn jemand Wasser schluckt oder wenn Wasser auf eine Wunde gelangt, kann dies unangenehme Folgen haben», sagt Warnke. «Deshalb behandeln wir die Sportler allenfalls auch präventiv mit Medikamenten.»

Fussball-WM bringt Fieber mit

Ein weiteres Problem sind Infektionskrankheiten, die durch Stechmücken übertragen werden. «Impfungen sind deshalb unausweichlich» so Warnke. Da Rio kein Malariagebiet ist, dürften Gelbfieber oder Denguefieber häufiger vorkommen – zumal jene Krankheiten von Mücken übertragen werden, die im Gegensatz zur Malariamücke tagaktiv sind. Ein neuartiges Phänomen ist das aus Afrika bekannte Zika-Fieber, das erst mit der Fussball-WM vor einem Jahr eingeführt wurde. (mat)