Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Torlinien-Technologie im Kybunpark: Wie sich St.Gallen für Luganos
Europa-League-Auftritte bereit macht

Der Kybunpark wird derzeit für Luganos internationale Spiele aufgerüstet. Sicherheitschef Pascal Wicki koordiniert Werbevorschriften und Arbeiten für die Torlininentechnologie – und sagt, welche Kabine die Tessiner belegen werden.
Ralf Streule
Die Torlinien-Technologie hält Einzug im Kybunpark, für mindestens drei Spiele. Pascal Wicki und die englischen «Hawk-Eye»-Experten, die im Stadion per Vermessungsgerät die Spezialkameras ausrichten. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Die Torlinien-Technologie hält Einzug im Kybunpark, für mindestens drei Spiele. Pascal Wicki und die englischen «Hawk-Eye»-Experten, die im Stadion per Vermessungsgerät die Spezialkameras ausrichten. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Wenn der FC Lugano am Sonntag beim FC St.Gallen antritt, wird die Partie für die Tessiner zu einer eigentlichen Hauptprobe. Im Kybunpark werden sie ab Mitte September zum Gastgeber internationaler Spiele, in der Gruppenphase der Europa League. In einer Woche wird ausgelost, gegen welche europäischen Teams der Dritte der vergangenen Super-League-Saison antreten darf.

Kommt Manchester United? Oder Gladbach?

Auf den Auslosungstermin am 30. August fiebert auch der FC St.Gallen hin, allen voran Pascal Wicki. Er ist seit Ende 2018 Teamleiter Events, Sicherheit und Fanwesen bei den Ostschweizern – und dafür zuständig, dass das Stadion rechtzeitig für die Uefa-Spiele gerüstet ist. Er weiss, welche Hammergruppe im Kybunpark begrüsst werden könnte: Manchester United, Mönchengladbach und Espanyol Barcelona könnten theoretisch mit Lugano in eine Gruppe eingeteilt werden.

«Natürlich hätten wir das Ganze lieber für uns selber organisiert», sagt Wicki. Er bezieht sich auf den vergangenen Mai, als St.Gallen zum Saisonende den lukrativen dritten Platz hauchdünn verpasste. Aber auch als Nestbauer für die Tessiner nimmt er seine Aufgabe ernst. Wicki sagt:

«Europa-League-Spiele sind für uns eine grosse Chance.»

Man könne sich damit im Geschäftsfeld der internationalen Spiele weiter profilieren. Etliche Stunden hat Wicki mit Vorarbeiten verbracht. Unter anderem standen viele Treffen und Absprachen mit dem FC Lugano und Verantwortlichen des europäischen Verbands Uefa an.

Erstmals Torlinien-Technologie im Kybunpark

Heute werden die Arbeiten für die Torlinien-Technologie abgeschlossen. Die Goalerkennung mittels millimetergenau ausgerichteter Spezialkameras wird in der Super League aus Kostengründen nicht angewendet, in der Europa-League-Gruppenphase gehört sie zum Standard, von der Uefa finanziert. Mitarbeiter der Firma Hawk-Eye verbrachten diese Woche viele Stunden im Kybunpark. Viele der 48 Europa-League-Stadien müssen umgerüstet werden. Nur schon dies zeigt, wie gross der Aufwand ist, welcher die Uefa betreibt.

Keine lokale Werbung im Stadion

Bereits 2013, als St.Gallen in der Gruppenphase stand, hatte sich der Club mit einer dicken «Europa-League-Bibel» auf die Spiele vorbereiten müssen. Damals aber sei der Aufwand vergleichsweise überschaubar gewesen, sagt Daniel Last, damals wie heute Medienchef. Torlinientechnik war noch kein Thema. Und unterdessen ist sogar vorgegeben, wie gross die Büros für Uefa-Mitarbeiter sein müssen.

Was 2013 schon Thema war: Werbung im Stadion muss für die Spiele ausgetauscht werden, nur die Uefa-Partner dürfen sich präsentieren. Das geht so weit, dass Beschriftungen am Kühlschrank im Medienraum abgedeckt werden müssen. Vor dem Stadion ist in der Gruppenphase noch Uefa-fremde Werbung erlaubt. Danach, sollte Lugano weiterkommen, würden auch hier die Regeln verschärft.

Espenblock bleibt wohl unangetastet

Weiter dürfen bei Uefa-Spielen ausschliesslich Sitzplätze angeboten werden. Im Stehsektor «Espenblock» werden die Sitze aber wohl nur dann eingebaut, sollte sich ein volles Stadion abzeichnen. Bei kleinem Zuschauerinteresse bliebe der Sektor wohl geschlossen.

Lugano belegt die Kabine des Auswärtsteams

Die enge Kooperation mit Lugano ist bemerkenswert: Denn das sportliche Verhältnis ist angespannt, nicht erst seit dem Foul von Fabio Daprelà an Cedric Itten vor einem Jahr. Laut Wicki wurde beim ersten Treffen mit Lugano-Verantwortlichen die Hoffnung auf Tauwetter angetönt, die Zusammenarbeit sei sehr freundschaftlich. Das Organisatorische und Sportliche seien halt «zwei Paar Schuhe».

Lugano wird trotz Heimrecht die Gäste-Garderobe belegen. So machten es die Tessiner schon 2017 in Luzern, als sie für Uefa-Spiele in der Swissporarena zu Gast waren. Lugano wahrt so freundliche Distanz zum nationalen Konkurrenten.

Wie Kosten und Einnahmen aufgeteilt werden, ist Vertragsgeheimnis

Würde St.Gallen finanziell profitieren, sollten Lugano attraktive Clubs zugelost werden? St.Gallen hält sich hier mit Infos zurück. Lugano bezahlt wohl pauschal für die Stadionmiete. Ob St.Gallen an Ticketeinnahmen beteiligt ist und wie genau die Sicherheitskosten aufgeteilt werden, sei Vertragsgeheimnis, sagt Wicki. Es ist aber davon auszugehen, dass St.Gallen zumindest in Sachen Catering von einem vollen Stadion profitieren würde. Auszuschliessen sei indes, dass Luganos Gastspiel zum St.Galler Verlustgeschäft werden könnte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.