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Top und Flop: Die Figuren des 1. Saisonviertels der Super League

In der Fussball-Super-League gibt es einige Akteure, die positiv überraschen, aber auch solche, die weit unter den Erwartungen bleiben.
Raphael Gutzwiller

Gewinner: Kemal Ademi (Basel)

Jubel bei Kemal Ademi: 5 Tore in 5 Spielen. (Bild: Keystone)

Jubel bei Kemal Ademi: 5 Tore in 5 Spielen. (Bild: Keystone)

Kam, sah und traf: Kemal Ademi wurde den hohen Erwartungen als Mittelstürmer des FC Basel überraschend schnell gerecht. 5 Tore in 5 Ligaspielen sprechen eine klare Sprache. Dabei waren die Zweifel berechtigt, ob Ademi den FCB-Ansprüchen genügt. Erst eine gute Profi-Saison hatte er hinter sich. Mit neun Toren hat er Neuchâtel Xamax vergangene Saison geholfen, den Ligaerhalt zu schaffen. Nach Basel kam er eigentlich als Mittelstürmer Nummer 3 hinter Albian Ajeti und Ricky van Wolfswinkel. Ajeti ist weg und van Wolswinkel verletzt. Nun ist Ademi erste Wahl – und hat seine Vorgänger bereits vergessen gemacht.

Gewinner: Pajtim Kasami (Sion)

Ist in Form: Pajtim Kasami. (Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus)

Ist in Form: Pajtim Kasami. (Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus)

Seit er vor zwei Jahren zum FC Sion kam, pendelt Pajtim Kasami zwischen Top und Flop, zwischen Bank und Stammplatz. Fast in jeder Transferperiode träumte Kasami wieder von einem Transfer zu einem klingenderen Verein, geblieben ist er dennoch immer. Und derzeit schwingt der U17-Weltmeister von 2009 ganz obenauf. Seiner individuellen Klasse, seiner offensiven Kreativität und nicht zuletzt seinen vier Treffern ist es zu verdanken, dass sich Sion dank einem erfreulichen Saisonstart im Spitzentrio platzieren konnte. Pajtim Kasami ist einer der talentiertesten Fussballer des Landes. Und das zeigt er derzeit auch.

Gewinner: Marcel Koller (Basel)

FCB-Trainer Marcel Koller klatscht mit seinen Spielern ab. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

FCB-Trainer Marcel Koller klatscht mit seinen Spielern ab. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Im Frühsommer so gut wie weg, Mitte Juli ohne jeden Kredit in die neue Saison gestartet, Ende September mit drei Punkten Vorsprung Tabellenführer: Marcel Koller und der FC Basel haben eine Geschichte geschrieben, die ziemlich einzigartig ist. Was die allermeisten Trainer zermürbt hätte, liess der Zürcher einfach nicht an sich heran und arbeitete weiter, als ob nichts passiert wäre – von Autoritätsverlust keine Spur. Der Rücktritt von Sportchef Marco Streller stärkte seine Position, und die Mannschaft folgte ihm. Der Lohn für die vom Trainer und den Spielern gezeigte Professionalität ist die Leaderposition nach acht Runden.

Gewinner: Jean-Pierre Nsame (Young Boys)

Trifft, trifft und trifft: Jean-Pierre Nsame. (Bild: Keystone)

Trifft, trifft und trifft: Jean-Pierre Nsame. (Bild: Keystone)

Wer als seinen grössten Konkurrenten den letztjährigen Torschützenkönig Guillaume Hoarau hat, ist nicht zu beneiden. Aber während andere Spieler von den Qualitäten eines Jean-Pierre Nsame lieber den leichteren Weg genommen und den Verein verlassen hätten, drängt sich Nsame mit Toren auf. Wettbewerbsübergreifend hat er schon 11-mal getroffen, davon 7-mal in der Liga. Damit ist er derzeit Toptorjäger der Liga. Zudem hat er auch mit starken spielerischen Leistungen gezeigt, dass er trotz ähnlicher Veranlagung durchaus auch neben Hoarau spielen kann. Die gelb-schwarze Zukunft soll dereinst ihm gehören.

Gewinner: Victor Ruiz (St. Gallen)

Überrascht derzeit positiv in der Ostschweiz: Victor Ruiz. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Überrascht derzeit positiv in der Ostschweiz: Victor Ruiz. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Im Januar ist Victor Ruiz nach St. Gallen gekommen. Gespielt hatte er zuvor für Formentera in Spaniens vierter Liga, was selbst für die Super League keine überragende Referenz darstellt. Weil er in der Rückrunde fast keine Rolle spielte, rechnete kaum jemand mit dem Durchbruch des 1,72 Meter grossen Aufbauers. Doch jetzt kommt zum Vorschein, dass Ruiz einst beim FC Valencia eine vorzügliche Ausbildung genossen hat. In jedem der acht Meisterschaftsspiele stand er in der Startformation und hat mit zwei Toren und zwei Assists auf sich aufmerksam gemacht. Er ist für die Ostschweizer unentbehrlich geworden.

Verlierer: Mirlind Kryeziu (Zürich)

Mirlind Kryeziu will es derzeit noch nicht so richtig laufen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Mirlind Kryeziu will es derzeit noch nicht so richtig laufen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Der Innenverteidiger steht sinnbildlich für eine haarsträubende Zürcher Abwehr. 18 Gegentore bedeuten die schlechteste Defensive der Liga. Nicht weniger als dreimal hat der FCZ in den ersten acht Spielen gleich mit 0:4 verloren. Kryeziu, der in fast allen Spielen von Beginn weg ran darf, holt sich dabei keine guten Noten ab. Er kassierte ebenso eine unnötige gelb-rote Karte, wie er auch mehrere Gegentore mit zu passivem Verteidigen oder sogar kläglichen Ballverlusten verschuldete. Im letzten Ligaspiel gegen den FC Basel ist er einmal mehr nur Beobachter, wie Cabral per Kopf das 1:0-Führungstor erzielt.

Verlierer: Guillaume Faivre (Thun)

Guillaume Faivre musste diese Saison so oft hinter sich greifen, dass er den Stammplatz verlor. Hier trifft Servettes Steve Rouiller. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Guillaume Faivre musste diese Saison so oft hinter sich greifen, dass er den Stammplatz verlor. Hier trifft Servettes Steve Rouiller. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Wenn ein Torhüter seinen Platz verliert, spricht dies immer gegen ihn. Wenn der Trainer, wie im Fall von Guillaume Faivre, aber nicht den neuen Goalie lobt, sondern begründet, er wolle den vormaligen Stammkeeper aus der Schusslinie nehmen, zeigt dies, wie viele Fehler Faivre unterlaufen sind. Bei einem FC Thun, der für einmal die Abgänge nicht adäquat kompensieren konnte, zeigte sich Faivre nie als gewünschter Rückhalt. Nun stand Andreas Hirzel in den vergangenen drei Spielen im Tor. Offiziell ist Faivre weiter die Nummer 1, Thun-Trainer Marc Schneider will von einer Wachablösung (noch) nichts wissen.

Verlierer: Ludovic Magnin (Zürich)

Hat derzeit wenig zu Lachen: Ludovic Magnin. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

Hat derzeit wenig zu Lachen: Ludovic Magnin. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

Der FC Zürich kommt nicht vom Fleck. Das liegt zum einen an der Kaderplanung, zum anderen aber an Trainer Ludovic Magnin, der mit dem vorhandenen Spielermaterial nichts anzufangen weiss. Weil er kurz nach seinem Amtsantritt den Cup gewann, scheint er indes bei der Besitzerfamilie Canepa einen Bonus auf Lebzeiten zu haben. Dabei müsste sie doch längst erkennen, dass der FCZ keine Trainerhandschrift hat und eine positive Entwicklung nicht erkennbar ist. In der Jahrestabelle 2019 liegt Zürich einen Punkt vor Thun auf dem vorletzten Platz. Und in der laufenden Saison hat er in acht Runden drei 0:4-Klatschen erlitten.

Verlierer: Valon Behrami (Sion)

Ist derzeit noch nicht der gewünschte Königstransfer: Valon Behrami (rechts). (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Ist derzeit noch nicht der gewünschte Königstransfer: Valon Behrami (rechts). (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Im Sommer wurde der Wechsel von Valon Behrami von Udinese zum FC Sion als Transfercoup bezeichnet. Mit dem 83-fachen Nationalspieler würden die Walliser die Liga aufmischen. Das haben sie, bis zur Heimniederlage gegen St. Gallen am Mittwoch, zwar getan, aber nicht dank Behrami. Bei vier der fünf Siege stand der 34-Jährige verletzungsbedingt gar nicht auf dem Platz, dafür bei den bisher zwei einzigen Niederlagen in der Startformation. Bestenfalls konnte er seinem Team mit seiner Mentalität ein Vorbild sein, spielerisch aber seine Limiten zu keinem Zeitpunkt verbergen.

Verlierer: Alexander Gerndt (Lugano)

Ist derzeit weit hinter den Erwartungen: Lugano-Stürmer Alexander Gerndt. (Bild: Keystone)

Ist derzeit weit hinter den Erwartungen: Lugano-Stürmer Alexander Gerndt. (Bild: Keystone)

Mit neun Toren und zehn Assists hatte Alexander Gerndt in der vergangenen Saison massgeblich dazu beigetragen, dass der FC Lugano Dritter wurde und sich für die Europa League qualifizierte. Mit 19 Skorerpunkten war er die Nummer 1 seines Teams und die Nummer 9 der Liga. Ja, Gerndt hatte gar die erfolgreichste Saison seiner langen Karriere hingelegt. Jetzt scheint es, als habe er mit 33 Jahren seinen Zenit überschritten. Der Schwede ist, auch wegen einer Verletzung, zum Kurzarbeiter geworden. In sechs Einsätzen gelang ihm kein Skorerpunkt, gegen Servette drückte er zuletzt 90 Minuten die Ersatzbank.

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