Titel ist für Wieser nur Zugabe

Mit einer Zeit von 2:18:14 Stunden unterbietet der Aadorfer Patrick Wieser am Zürich Marathon als schnellster Schweizer die Limite für die EM. Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig ist ebenfalls erfolgreich.

Jörg Greb
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Patrick Wieser Marathonläufer (Bild: ky/Steffen Schmidt)

Patrick Wieser Marathonläufer (Bild: ky/Steffen Schmidt)

LEICHTATHLETIK. Patrick Wieser zeigte am Zürich Marathon eine starke Vorstellung: Der 35jährige Aadorfer belegte Position 15 hinter zehn Afrikanern und vier Russen. Damit holte er den Schweizer-Meister-Titel. Mit seiner Zeit von 2:18:14 Stunden blieb er zudem um fast sechs Minuten unter der EM-Limite für die Titelkämpfe in diesem August in Zürich. Und in der nationalen Hierarchie hat er sich auf Rang fünf vielversprechend positioniert. «Ich wollte einen schnellen Marathon laufen», sagte Wieser. Die Goldmedaille bezeichnet er als «erste Zugabe, und sollte es für eine EM-Teilnahme reichen, wäre es umso schöner». Ende Monat muss er sich dafür in den Top sechs befinden.

Ein fast optimales Rennen

Wieser sprach von einem «optimalen Rennen, trotz anfänglicher Irritationen». Da war die Uhr an seinem Handgelenk, die merkwürdig surrte, statt die erwünschten Werte zu liefern. Sodann fand er sich in unerwarteter Begleitung: Er lief zum Vorjahresmeister Michael Ott auf und sah wie dieser immer mehr Mühe bekundete. Die Konfrontation mit dem Gedanken auf den allfälligen Meistertitel überrumpelte ihn. Kam hinzu, dass nun mit Geronimo von Wartburg ein Widersacher nebenan auftauchte, den er nie in seiner Umgebung erwartet hätte. «Da gab es einiges zu verarbeiten», blickte Wieser zurück. Das tat er erfolgreich. Es resultierte ein vorzügliches Ergebnis. Um 2:22 Minuten verbesserte er seine bisherige Bestmarke über die Distanz. Und bemerkenswert ist, dass Wieser als einziger Schweizer EM-Anwärter einer Vollzeitbeschäftigung als Kantonspolizist nachgeht. Seine 210 bis 220 Kilometer pro Woche bewältigt er in der Freizeit.

Schnelle Schweizerinnen

Im Rennen der Frauen unterboten die drei schnellsten Schweizerinnen die EM-Limite von 2:44 Stunden: Ursula Spielmann (2:41:55), Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig (2:42:52) sowie Magali di Marco (2:43:59). Gewonnen wurde das Rennen vom Äthiopier Berhanu Hayle in 2:10:39 Stunden. Bei den Frauen siegte die Deutsche Mona Stockhecke in 2:34:03.

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