Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Thurgauer Ruderer Nico Stahlberg möchte an die Olympischen Spiele nach Tokio

Nico Stahlberg hat ein schwieriges Jahr mit Rückenbeschwerden und Bootswechseln hinter sich. Nun will sich der Ruderer im Einer einen Quotenplatz für die Sommerspiele 2020 sichern.
Raya Badraun
Nico Stahlberg während eines Trainings auf dem Sarnersee. (Bild: KEY)

Nico Stahlberg während eines Trainings auf dem Sarnersee. (Bild: KEY)

Nico Stahlberg macht an der Hochschule nur noch das Minimum. Zwei Tage ist er noch in Zollikofen, drei Vorlesungen besucht er. Nach den Prüfungen im Juli legt er schliesslich eine einjährige Pause ein. Denn Stahlberg ist nicht nur Teilzeitstudent der Forstwissenschaften; er ist vor allem auch Ruderer. Und für diese geht es in den kommenden Monaten um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die Quotenplätze werden im Herbst an der WM in Linz-Ottensheim in Österreich vergeben. Im Skiff sind es neun. Einen davon will der 27-jährige Stahlberg holen. Er ist zuversichtlich, dass er es schaffen wird. Im vergangenen Jahr wurde er an den Titelkämpfen Neunter – trotz schwieriger Saison.

Damals wurde im Vorfeld viel ausprobiert. Es ging dabei nicht nur um die Frage, auf welche Boote der Verband im Hinblick auf die Sommerspiele setzen soll. Auch gesundheitliche Probleme führten zu den Wechseln. «Im richtigen Moment waren selten alle gleichzeitig fit», sagt Stahlberg. So sass er einmal im Skiff, ein anderes Mal bestritt er das Rennen im Doppelzweier – mit verschiedenen Teamkollegen. Vor jedem Einsatz mussten sich die Athleten neu einstellen, immer wieder wurde an etwas anderem gearbeitet. «So konnte man nichts aufbauen», sagt der Thurgauer.

Stammgast beim Physiotherapeuten

Stahlberg ist im Nachhinein überrascht, wie gut die Saison dennoch verlaufen ist. Im Doppelzweier erreichte er im Weltcup immerhin zwei dritte Plätze. «Erst jetzt spüre ich wieder, wie sich technisch sauberes Rudern anfühlen sollte», sagt er. Denn zu den Wechseln kamen bei ihm erschwerend gesundheitliche Probleme dazu. Kurz vor Saisonstart klemmte er sich einen Nerv ein, und er musste pausieren. Krämpfe und verhärtete Muskeln in Rücken und Hüfte begleiteten ihn schliesslich den ganzen Sommer hindurch. Vor jedem Rennen fragte er sich, ob ihn der Körper wieder stoppen und ob dies bereits nach 200 Meter sein wird.

Tauchten die Schmerzen dann auf, wich er ihnen aus und nahm eine Fehlhaltung ein. «Ich war nicht in der Lage, frei zu rudern. Dies wäre jedoch nötig gewesen, um das Boot zu spüren», sagt Stahlberg, der zum Stammgast beim Physiotherapeuten wurde. Der Schönenberger brauchte viel Zeit und Geduld, um die gesundheitlichen Probleme in den Griff zu bekommen und die Bewegungsmuster wieder neu zu erlernen. Mittlerweile sind die Schmerzen jedoch beinahe verschwunden. Nur nach intensiven Trainingsblöcken, oder wenn Stahlberg das Dehnen vernachlässigt, kehren sie zurück. Es ist jedoch kein Vergleich zum vergangenen Jahr.

Beim ersten Weltcuprennen nicht dabei

Auch die Entscheidung, wer in welchem Boot sitzt, hat Ruhe gebracht. «Dies möglichst früh zu wissen, ist das A und O für eine gute Saison», sagt Stahlberg. Im Hinblick auf die Sommerspiele ist er wieder Skiffier. Er liebäugelte zwar immer wieder mit einem Platz im Doppelzweier. In diesem sitzen nun jedoch Roman Röösli und Barnabé Delarze, die im vergangenen Jahr an der WM Silber gewannen. Stahlberg freut sich jedoch auf die Herausforderung. Er kann seine Stärken nicht nur in Mannschaftsbooten ausspielen; in der Saison 2017 gewann er dank konstant starken Leistungen im Einer den Gesamtweltcup. An Grossanlässen konnte er in dieser Bootskategorie bisher jedoch nicht um die vorderen Plätze mitfahren.

Wo Stahlberg steht, wird sich an diesem Wochenende zeigen – jedoch nicht beim Weltcupstart. Statt ins bulgarische Plovdiv reist er mit den anderen Schweizer Ruderern ins deutsche Duisburg. Dort wird morgen eine internationale Regatta durchgeführt, die deutlich besser besetzt ist. Für die Ruderer ist es ein erster Meilenstein Richtung Olympia 2020 in Tokio. Der nächste folgt bereits Ende Mai. Dann findet in Luzern auf dem Rotsee die Heim-EM statt. «Ein grosses Highlight», sagt Stahlberg. Ein weiterer Höhepunkt soll dann im kommenden Herbst mit der WM folgen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.