Thurgauer Quintett an der EM dabei

FAUSTBALL. An diesem Wochenende kämpft die Schweiz an der Faustball-EM in Schweinfurt um die Medaillen. Gleich fünf Neulinge aus dem Thurgau wollen zu einer Überraschung beitragen.

Andreas Hörner
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Die Schweizer Faustballer möchten an der EM gut abschneiden. (Bild: Andreas Hörner)

Die Schweizer Faustballer möchten an der EM gut abschneiden. (Bild: Andreas Hörner)

FAUSTBALL. Dass die Schweizer nur Aussenseiter sind, weiss auch der neue Nationaltrainer Oliver Lang. Nach der WM im letzten Jahr (nur 5.) gab es zahlreiche Rücktritte in der Mannschaft, lediglich Cyrill Schreiber (Walzenhausen) ist von den einstigen Stammspielern verblieben.

Zu den zahlreichen Neulingen gehören mit Martin Dünner (Märstetten), Pascal Iseli (Felben-Wellhausen) und dem nachselektionierten Yannick Signer (Bürglen) auch drei Spieler von Wigoltingen. Silvan Jung (Niederhelfenschwil/Rickenbach-Wilen) sowie der Dozwiler Raphael Schlattinger (Diepoldsau) vervollständigen das Thurgauer Quintett.

Dünner fühlt sich wohl: «Die Stimmung ist sehr gut, es sind super Leute dabei. Jeder ist anders, und es macht Riesenspass.» Man müsse sich auf dem Feld noch ein bisschen finden, ergänzt er. Als «Wundertüte» bezeichnet Pascal Iseli das Team, aber «es ist alles möglich». Silvan Jung bestätigt die gute Stimmung: «Wir sind wirklich zehn Freunde, die Spass am Sport haben.»

Deutschland ist der Favorit

Die drei Testspielsiege der letzten zwei Wochen gegen Brasilien (2×) und Österreich haben dem Team grossen Auftrieb gegeben und auch das Selbstvertrauen gestärkt. In diesen Spielen konnten die jungen Thurgauer teilweise schon überzeugend auftreten. Dass diese Erfolge nicht überbewertet werden dürfen, ist jedem in und um die Nationalmannschaft bewusst. Die Favoritenrolle gehört Weltmeister und Gastgeber Deutschland, aber auch Österreich verfügt nominell über das stärkere Kader.

«Hoffe auf einen Exploit»

Die Erwartungen an die Schweiz sind deutlich kleiner als noch vor einem Jahr, als viele den Schweizern den WM-Titel zutrauten. Die «Ausgabe 2012» hat sich bei den Tests zwar viel Respekt verschafft, doch keiner erwartet einen Titel. Bronze ist ein realistisches Ziel, alles andere ist Zugabe.

Mit dem Wissen, in der Aussenseiterrolle zu sein, können die Schweizer in Schweinfurt ohne Druck aufspielen. Mehr als die Bronzemedaille will Silvan Jung: «An der EM kann man sicher eine solide Mannschaftsleistung erwarten. Ich hoffe, dass ein Exploit möglich wird und wir es ins Endspiel schaffen. Für die Schweiz muss das ein Ziel sein.» Ob alle fünf Thurgauer zum Einsatz kommen und wer zum Exploit beitragen kann, wird sich zeigen.