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Thurgauer Farben in Thurgauer Flurnamen

Am 7. Juni haben wir mit «Rosen für Roopel» an den Streit um die Schreibung von Orts- und Flurnamen im Thurgau erinnert und – ausgehend von Rotbühl alias Roopel – Namen erwähnt, die die Farbe Rot enthalten. Nach einem kleinen Exkurs zu den Grundsätzen der Mundartschreibweise (25.
Dieter Langhart

Am 7. Juni haben wir mit «Rosen für Roopel» an den Streit um die Schreibung von Orts- und Flurnamen im Thurgau erinnert und – ausgehend von Rotbühl alias Roopel – Namen erwähnt, die die Farbe Rot enthalten. Nach einem kleinen Exkurs zu den Grundsätzen der Mundartschreibweise (25. Juni) widmen wir uns den Thurgauer Farben Gelb und Grün und wie sie im Thurgauer Namenbuch auftauchen.

Gelb…

Das Adjektiv gääl bezieht sich auf die gelbliche Färbung von Wasser oder Gestein, Erdreich oder Bewuchs. Für Flurnamen, die vor allem Kultur- und Wiesland bezeichnen, dürfte das Vorkommen gelber Pflanzen wie Schottenklee, Dotterblumen oder Hahnenfuss ausschlaggebend gewesen sein. Im Unterschied zu Farbbezeichnungen wie rot oder schwarz ist gelb in der Flurnamengebung nicht allzu häufig anzutreffen. Für den Gäälenagger (Ottoberg, nicht mehr lokalisierbar) erinnert sich der Gewährsmann des Namenbuches an einen Besitzer namens Gel; der Familienname Gelb oder Gel ist ein von gelb abgeleiteter Beiname, der sich auf blondes Haar bezieht.

Der Flurname Gääle Raa (Weinfelden) bezeichnet einen Rain, also Hang mit gelblicher Färbung des Erdreichs, Gäälegrund (Wuppenau) eine Vertiefung von gelblicher Farbe.

…Grün…

Flurnamen mit einem Element grüen beziehen sich meist auf den Bewuchs eines Flurstücks oder die Bodenfarbe im allgemeinen, können aber ebenso oft auch reine Wunsch- oder Ziernamen jungen Datums sein, die den Eindruck einer besonders idyllischen Lage hervorrufen sollen, so etwa die häufigen Namen Grüenau (Horn, Niedersommeri oder Bettwiesen).

In einer Urkunde aus dem Jahre 1542 steht: Zwen ecker ligend zu Nüfforen, der stossett einer an den Sewe vnd anderthalb an das holz, heisset Grünen. Das Waldstück namens Grüe (s grüe, im grüe) liegt in Oberneunforn. Grüe (de grüe) hingegen ist der Untersee oder der Seerhein, also ein Gewässername.

Im Birmos (Egnach) findet sich eine Wiese, die Grüene Stei/Grüene Stoo heisst, also «Land beim grünen Stein». In Lustdorf bei Thundorf ist ein Hof namens Grüenestei belegt, «der Hof und das Land beim grünen Stein».

Mit Uf Grüene, einem Acker, kehren wir nach Oberneunforn zurück, und Grüeni (i der Grüeni) bezeichnet Wiesland in Schlattingen. Häuser in einem grünen, fruchtbaren Tal finden wir in Pfyn (Grüentaal), in Aadorf (Grüental) und in Tägerwilen (Grüetal). Und in Wittenwil bei Aadorf schliesslich findet sich eine frische, grüne Wiese: Gruewis. Die umlautlose Form grue lehnt sich auch an das Verb gruenen (grün werden) an.

…Farb

Bevor wir uns morgen den Farben Blau, Schwarz und Weiss widmen, ein PS zu Farb. In den Thurgauer Flurnamen bezieht sich das Element Farb auf eine Färberei. So bezeichnet der Hausname Farb in Egnach, Fischingen und Diessenhofen ehemalige Färbereien. Sie wurden auch Farbmüli genannt (in Horn), denn die Pflanzen und Mineralstoffe mussten am Ort gemahlen werden, da das daraus gewonnene Farbpulver nicht lange haltbar war. Eine Rootfarb (sieben im Thurgau) war auf Türkischrot spezialisiert.

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